Natürliche Treibstoffe: Jetzt kommen Bakterien in den Tank

Bonner Forscher haben eine überraschende Entdeckung gemacht. Mikroorganismen können Öl herstellen, eine Fähigkeit, die bisher ausschließlich Pflanzen zu haben schienen.

Artikel von Wolfgang Kempkens veröffentlicht am
Cyanobakterien auf einem Teich: lebendige Ölproduzenten
Cyanobakterien auf einem Teich: lebendige Ölproduzenten (Bild: Christian Fischer/Wikipedia/CC-BY-SA 3.0)

Pack' die Alge in den Tank. Das schien noch vor wenigen Jahren die Lösung für einen Teilverzicht auf Erdöl zu sein. Die kleinen Wasserpflanzen sind in der Lage, aus Kohlendioxid und Sonnenlicht Öl zu erzeugen, aus dem sich synthetische Treibstoffe herstellen lassen. Die Frage "Teller oder Tank" schien so lösbar. Doch die Kultivierung der Mikroalgen war zu teuer.

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Jetzt haben Bonner Forscher eine neue Möglichkeit aufgetan, Erdöl zu ersetzen. Sie entdeckten, dass Cyanobakterien ebenfalls Öl produzieren können. Das hatte die wissenschaftliche Welt den Mikroorganismen, die früher Blaualgen genannt wurden, nicht zugetraut. Allgemein anerkannt war, dass diese Fähigkeit nur Pflanzen besitzen, zu denen auch Algen gehören, nicht jedoch Bakterien.

"Wir haben nun erstmals gezeigt, dass Cyanobakterien das ebenfalls können", sagte Peter Dörmann vom Institut für Molekulare Physiologie und Biotechnologie der Pflanzen (Imbio) der Universität Bonn. "Das war nicht nur für uns völlig überraschend."

Cyanobakterien, die im Wasser leben, haben, verglichen mit Mikroalgen, zwei entscheidende Vorteile. Sie lassen sich, wie alle Bakterien, genetisch leicht verändern, sodass sie auf eine höhere Ölproduktion getrimmt werden können. Und sie sind, anders als Mikroalgen, bei der Kultivierung vollkommen anspruchslos. Da es rund 2.000 Arten von Cyanobakterien gibt, vermutet Dörmann, dass man auch in der Natur Mikroorganismen finden kann, die ertragreicher sind.

Cyanobakterien brauchen kein wertvolles Ackerland

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Dörmann und sein Doktorand Mohammed Aizouq glauben, dass Cyanobakterien sogar in Wüstenregionen gezüchtet werden können, allemal aber auf Flächen, die für den Anbau von Nahrungsmitteln ungeeignet sind. Bei der Verbrennung von Treibstoffen, die aus Bakterienöl gewonnen werden, wird nur so viel Kohlendioxid frei wie die Mikroorganismen aus der Luft entnommen haben, um Öl zu erzeugen.

Dörmann beschäftigt sich seit Jahren mit einem Enzym in Pflanzen, das für die Erzeugung von Öl unumgänglich ist. Es befindet sich in den Chloroplasten, den grünen Teilen von Pflanzen, die das Sonnenlicht zur Herstellung energiereicher chemischer Verbindungen nutzen, zu denen alle pflanzlichen Öle gehören.

Das Biologenteam fahndete in verschiedenen Cyanobakterien nach einem Gen, das der Erbanlage für das pflanzliche Ölsynthese-Enzym ähnelt. Tatsächlich wurden die Forscher bei einem Mikroorganismus fündig. Tests zeigten, dass er tatsächlich Öl erzeugt.

Cyanobakterien sind in der Natur weit verbreitet, vor allem in den Meeren, aber auch in Binnenseen. Hier speichern sie große Mengen an Kohlendioxid. Ohne sie läge die Klimagas-Konzentration in der Atmosphäre Schätzungen zufolge doppelt so hoch, sagen die Bonner Biologen. Jetzt können die Mikoorganismen noch mehr tun.

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Copper 05. Mai 2020

Ja, mit einem gewaltigen Aufwand, speziell energetisch. Mit derselben "Startenergie...

Copper 05. Mai 2020

Ich denke nicht, dass das so einfach ist, wie Sie sich das zusammenreimen. Ohne die...

blaub4r 04. Mai 2020

Das weißt du weil du dabei warst ? Erzähle bitte dann mehr davon.

wanne 04. Mai 2020

Das der Wirkungsgrad so beschiessen ist dass man da maximal homöopathische Dosen mit...

Pratcheteer 04. Mai 2020

Immer wieder interessant... Wenn eine Wissenschaftsmeldung lautet: Forscher haben XY...



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