NATS: Falsche Koordinaten haben zu Hunderten Flugausfällen geführt
Ein Glitch in der Flugkontrollsoftware führte im Vereinigten Königreich zu einem einschlagenden Ausfall. 1.600 Flüge mussten wegen des Bugs ausfallen , da die Software aus Sicherheitsgründen abgeschaltet wurde und zeitweise Menschen ihre Arbeit übernehmen mussten. Der Grund: Ein Datenduplikat verwirrte das Programm, welches einen geografischen Checkpoint auf der Karte um 4.000 nautische Meilen (7.408 Kilometer) verschob. Das berichtet das Magazin Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) .
Laut einem Bericht der National Air Traffic Services (NATS) habe eine Airline ihren Flugplan in die Software eingetragen. Der führte durch den britischen Luftraum. Obwohl der Plan an sich keine Fehler aufwies, erkannte die Software wohl zwei geografisch weit voneinander entfernte Punkte als ein Duplikat.
"So einen Fall haben wir noch nie gesehen"
Das System konnte zwar den richtigen Einstiegspunkt erkennen, zu dem der Flug in den britischen Luftraum eindringen sollte. Anschließend entschied sich das System allerdings für die falschen Ausgangskoordinaten – viele Tausend Kilometer abseits davon. Die Software prüfte die Daten und konnte den korrekten Ausgangspunkt nicht finden. Auch ein Backupsystem stieß auf die gleichen Probleme. Aus Sicherheitsgründen musste das Programm deshalb abgeschaltet werden.
"So einen Fall haben wir noch nie gesehen" , sagt NATS-CEO Martin Rolf im Gespräch mit Bloomberg. Nun soll ein Patch für dieses Problem entwickelt werden, der laut Rolf in den nächsten Tagen erst getestet und dann implementiert wird.
Einige betroffene Airlines beschuldigen die NATS, die Schwere der Ausfälle unterschätzt und falsche Zahlen weitergegeben zu haben. Der Bericht ist laut Ryanair-CEO Michael O'Leary "faktisch ungenau" . Das Unternehmen fordert die NATS dazu auf, Airlines für den Glitch zu entschädigen. Neben Ryanair betraf das etwa auch die Airline Easyjet.
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