Native ARM-Version ausprobiert: Microsoft Teams für Apple Silicon endlich benutzbar
Nachdem Microsoft vergangene Woche ein natives ARM64-Teams veröffentlicht hat, wollten wir wissen: Wie läuft die Version im Vergleich zur bisherigen mit Rosetta? In der Golem.de-Redaktion nutzen wir mehrere Systeme mit Apple Silicon, sodass uns die Herausforderungen bekannt sind. Auf einem Macbook Pro mit viel RAM und großem Akku sind diese verkraftbar, auf einem Macbook Air hingegen stören die Probleme umso mehr.
Zur ohnehin schon teils hakeligen Bedienung und der allgemein schlechten Leistung kommen Abstürze oder gar ein vollständiger Stillstand der Anwendung – sehr zum Leid der Person, die vor dem Mac sitzt. Zwar hat Apple bei Rosetta 2 gut gearbeitet, dennoch gibt es einen Leistungsverlust. Rosetta 2 ist die in MacOS integrierte Übersetzungsschicht, welche im Hintergrund ältere x86-Instruktionen für den ARM-Apple-Silicon-Prozessor übersetzt, damit dieser damit umgehen kann.
Der Nutzer bekommt davon üblicherweise nichts mit, denn die Anwendung wird normal ausgeführt – einzig beim allerersten Mal wird Rosetta 2 installiert. Bei einer Anwendung wie Teams, die ohnehin schon berüchtigt für Leistungsprobleme und ineffiziente Ressourcennutzung ist, ist der Leistungsverlust jedoch problematisch.
Teams per Video-Konferenz getestet
Seit die native ARM64-Version verfügbar ist, haben wir einige Versuche durchgeführt, um festzustellen, wie sie sich im Alltag verglichen mit dem per Rosetta 2 ausgeführten x86-Pendant schlägt. Die häufigsten Probleme traten bisher auf, wenn nebenbei bei einer längeren Videokonferenz beispielsweise noch ein paar Texte bearbeitet werden.
Bei einem Macbook Air M1 (Late 2020) in der Basisversion mit 8 GByte RAM haben wir einen Videoanruf per Teams über genau drei Stunden getätigt. Hierzu haben wir die native v1.5.00.21352 und die per Rosetta 2 übersetzte v1.5.00.17261 verwendet, beide können bei Microsoft heruntergeladen(öffnet im neuen Fenster) werden. Vorher haben wir das Gerät jeweils voll aufgeladen, alle Hintergrundanwendungen deaktiviert und das Display fest auf mittlere Helligkeit eingestellt.
Performance hui, Akku pfui
Per Powermetrics haben wir außerdem die Leistungsaufnahme des Prozessors ausgelesen, wobei fast ein Fehler in der Auswertung aufgetreten wäre: Wider Erwarten ist der Energiebedarf mit der nativen Teams-Version höher. Im Mittel liegt die Package-Power um 1,2 Watt über jener der Rosetta-2-App, in der Spitze mit 8 Watt statt 4 Watt sogar um das Doppelte. Wie viel Leistung aufgenommen wird, hängt wie erwartet vom Videostream ab.
Wenn dieser viel Bewegung und große Änderungen enthält, ist der Strombedarf höher als etwa bei einer stillsitzenden Person. Das Gesamtsystem benötigte circa 12 Watt bei einer Teams-Konferenz, im Mittel sind es hingegen rund 8 Watt. Nur bei starkem Aufwand bei der Videokodierung überwiegt also die Leistungsaufnahme des Apple-SoC, da ansonsten Display und Wi-Fi die meiste Energie brauchen.
Würden wir eine Konferenz durchführen, bis der Akku leer ist, ließen sich jedoch mit der Rosetta-2-Version bis zu zwei Stunden länger Video-Calls führen, zumindest bei linearer Entleerung und abhängig davon, wie still wir sitzen und wie viel Bewegung die anderen Teilnehmer in die Konferenz bringen.
Abseits der höheren Package Power überzeugt die native Teams-Version allerdings klar: Sie wirkt generell zackiger und reagiert schneller auf Eingaben. Wo wir vorher auf ein neues Chatfenster warten mussten oder das eigene Kamerabild nicht mehr flüssig dargestellt werden konnte, arbeitet Teams nun wie gewünscht.
Fazit
Microsofts Teams als native ARM64-Version für Macs mit Apple Silicon ist eine deutliche Verbesserung: Zwar steigt die Package Power verglichen mit der per Rosetta 2 übersetzten x86-App und somit fällt die Akkulaufzeit kürzer aus. Dafür steigt die Performance spürbar an, was im Alltag klar von Vorteil ist.
Eine wirklich angenehm zu benutzende und flotte Anwendung wird Teams auch mit der nativ für Apple Silicon vorliegenden Version ungeachtet dessen aber nicht. Auch wenn sie sich nun wie auf einem leistungsfähigen Desktop-Rechner anfühlt, bleibt Microsoft Teams weiterhin Microsoft Teams.
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