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Suche nach zweiter Drohne

Parallel dazu suchen Einsatzkräfte nach einer möglichen zweiten Drohne. Diese soll mit einem Frachtflugzeug kollidiert sein, das wegen der gesperrten Landebahn durchstarten musste. Nach der Landung in Hannover wurden an der Maschine leichte Beschädigungen festgestellt.

Bundesinnenminister Dobrindt sprach bereits am Mittwochabend von einer neuen Gefahrenqualität und einem hybriden Anschlagsszenario. Er geht von professionell vorgehenden Tätern aus und schließt eine Beteiligung fremder Mächte nicht aus.

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, äußerte gegenüber dem Sender Welt TV(öffnet im neuen Fenster) einen Verdacht in Richtung Russland. Zugleich verwies er auf die Erfahrung der Ukraine im Umgang mit Drohnenbedrohungen und bot eine engere Zusammenarbeit an.

Der Flughafen Leipzig/Halle gilt als eines der wichtigsten europäischen Frachtdrehkreuze. Seit 2006 unterhält das ukrainische Unternehmen Antonow dort eine Wartungsbasis, seit Kriegsbeginn wurde die gesamte Flotte an den sächsischen Standort verlegt.

Der Flugbetrieb auf der nördlichen Landebahn ruht derzeit weiterhin. Seit dem 6. August wird der Verkehr über die Südpiste abgewickelt, die zuvor ebenfalls gesperrt war. Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft dürften noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Drohnenzwischenfälle an Flughäfen kein neues Phänomen

Zwischenfälle mit Drohnen an deutschen und europäischen Flughäfen gibt es seit einigen Jahren. Der Fund am Flughafen Leipzig ist jedoch eine deutliche Eskalation – bisher wurde mit den Drohnen kein Sprengstoff transportiert und keine wurde in unmittelbarer Nähe zu Flugzeugen entdeckt.

Bereits im Herbst 2025 häuften sich die Vorfälle. Dänemark vermutete Russland hinter einer Reihe von Drohnenflügen über mehreren Flughäfen im Land. Kurz darauf wurde der Flughafen München nach Drohnensichtungen gesperrt.

Als Reaktion auf die anhaltenden Störungen forderten Sicherheitsbehörden härtere Maßnahmen: Die bayerische Polizei solle künftig Drohnen im Bedarfsfall abschießen dürfen; auch aus der Airline-Branche kamen ähnliche Forderungen. Ein Verbandschef sprach sich explizit dafür aus, Drohnen im Ernstfall abzuschießen, um Flugstörungen zu verhindern .

Wie ernst die Lage auch ohne Sprengstoff werden kann, zeigte sich Ende des Jahres 2025 in Hannover. Dort geriet ein Spenderherz in Gefahr, weil Drohnenaktivität am Flughafen den Flugverkehr beeinträchtigte und damit den Transport verzögerte.

Kurz danach entschied sich die Bundespolizei für einen anderen Weg als den Abschuss. Sie richtete eine Spezialeinheit ein, die auf Abwehr statt auf Zerstörung setzt.

Im Jahr 2026 setzte sich dieser Kurs fort. Statt auf Waffengewalt setzten Verantwortliche zunehmend auf pragmatische, technisch einfache Lösungen. So zeigte ein Bericht, dass zur Drohnenabwehr mitunter bereits eine simple Kette ausreichen kann.

Gleichzeitig wurde deutlich, wie teuer das Problem für die deutsche Luftfahrt inzwischen ist. Insgesamt 116 Störfälle an deutschen Flughäfen verursachten laut Berichten Kosten in zweistelliger Millionenhöhe.


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