National Roaming: 1&1 ruft Bundesnetzagentur gegen Telekom und Vodafone an

Bisher sieht es nicht so aus, als ob die Netzbetreiber ein viertes Mobilfunknetz zulassen wollen. Jetzt soll die Bundesnetzagentur helfen.

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Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender United Internet, beim 2. Mobilfunkgipfel in Berlin
Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender United Internet, beim 2. Mobilfunkgipfel in Berlin (Bild: Achim Sawall/Golem.de)

1&1 Drillisch hat beantragt, dass die Bundesnetzagentur bei den ergebnislosen National-Roaming-Verhandlungen ihre Schiedsrichterrolle gegenüber Vodafone und Deutsche Telekom wahrnimmt. Das gab das Unternehmen am 21. September 2020 bekannt. Bisher hätten die "Gespräche zu keinem Ergebnis geführt".

Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender United Internet, sagte bereits Mitte Juni auf dem 2. Mobilfunkgipfel in Berlin: "Der Mobilfunkgipfel hat erneut gezeigt, wie wichtig Kooperationen beim Ausbau der digitalen Infrastruktur sind. Dieser Grundsatz wurde auch in den Bedingungen der 5G-Frequenzauktion verankert, unter anderem mit der Nutzung von nationalem Roaming während der Bauzeit eines neuen Mobilfunknetzes." Was 1&1 Drillisch fehle, sei eine Vereinbarung zu nationalem Roaming mit den bestehenden Mobilfunkbetreibern. Man verhandele hier seit einem Jahr, bisher ohne Ergebnis, sagte Dommermuth. "Letztendlich geht es hier um eine Investition von 10 Milliarden Euro."

Damit soll die Verhandlungsverpflichtung, der die etablierten Netzbetreiber bei den 5G-Frequenzbedingungen unterliegen, "effektiv und zeitnah durchgesetzt" werden. Zu Telefónica wurde bislang noch kein solcher Antrag gestellt, da hier die Verhandlungen weiter liefen. 1&1 Drillisch behält sich vor, auch hier die Bundesnetzagentur um Hilfe zu rufen.

1&1 Drillisch wolle ein leistungsfähiges 5G-Netz aufbauen. "Für einen mehrjährigen Übergangszeitraum bis zur Verfügbarkeit von Flächenfrequenzen sowie dem Abschluss des Netzaufbaus benötigt 1&1 Drillisch als Neueinsteiger National Roaming, um eine lückenlose Versorgung der Kunden sicherzustellen", erklärte das Unternehmen.

1&1 Drillisch habe im Jahr 2019 bereits 5,7 Millionen Euro Kosten für die Planung und Vorbereitung des eigenen 5G-Netzes gehabt. Im Jahr 2020 wolle man den Ausbau des 5G-Netzes weiter vorbereiten, der konkrete Ausbau soll erst 2021 beginnen.

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