Käufer verliert, Lieferant gewinnt
Google verlor 1,2 Prozent. Seit dem Ende des Hypes um die KI-Anwender Oracle, Microsoft und Co. im Herbst ist das ein gewohntes Bild. Der Einkäufer von Halbleiterkomponenten verliert, der Lieferant gewinnt. Der größte Gewinner des Montags mit einem Plus von 18,3 Prozent war aber Nasdaq-Newcomer Cerebras.
Die Analysten von Morgan Stanley und zwei anderen Investmentfirmen hatten Cerebras auf "outperform" beziehungsweise "buy" hochgestuft. Der Grund dafür waren nicht etwa neue Aufträge für den Hersteller von großen Wafer-Chips, sondern der nach einem fulminanten Start stark gesunkene Kurs des Unternehmens. Solche rasanten Kursbewegungen bei kleinsten Anlässen sind typisch für das momentane Stadium des KI-Hypes.
Am Dienstag auf und ab
Am Dienstag war es nach Börsenschluss mit der Konsolidierung schon wieder vorbei. Alle wichtigen Papiere schlossen im negativen Bereich. Davor wurde allerdings sehr heftig in beide Richtungen getradet, der Index pendelte während des Handelstags zwischen einem zarten Plus und einem Minus von drei Prozent.
Ebenfalls ein Auslöser für diese wilden Kursbewegungen dürfte eine Nachricht gewesen sein, die sich am Dienstag verbreitet hatte. Über den Nachrichtendienst Bloomberg wurde bekannt, dass die Gründer von Coreweave bereits seit August 2025 laufend Anteile veräußert(öffnet im neuen Fenster) hatten. Die Aktienverkäufe hatten unmittelbar nach Ende der dreimonatigen Sperrfrist eingesetzt. Das auf KI-Clouds spezialisierte Unternehmen war erst im Mai 2025 mit starker Unterstützung durch Nvidia an die Börse gegangen.
Der nächste Börsentag gab ein ganz ähnliches Bild, allerdings bei einem deutlich unterdurchschnittlichen Handelsvolumen.
Da capo am Mittwoch
So gut wie alle Halbleiterfirmen und KI-Anwender bilanzierten in unterschiedlichen Rottönen, der Nasdaq-Index schloss erneut mit einem deutlichen Minus von knapp zwei Prozent. Als Ausreißer nach unten stellte sich die KI-Serverfirma Supermicro heraus, die eine Kapitalerhöhung ankündigte.
Die sei für den Einkauf der Komponenten nötig, um den Backlog an bestellten KI-Servern abzuarbeiten, hieß es dazu vom Unternehmen. Der Absturz um gut 28 Prozent brachte alle ETFs unter Druck, in denen Supermicro stark gewichtet ist.
Der Börsengang von SpaceX(öffnet im neuen Fenster) findet also in einem reichlich nervösen Umfeld bei stetig sinkenden Kursen statt. Und die Bewertungen lagen bei keinem Börsengang eines anderen Unternehmens so weit auseinander: Sie reichen von 750 Millionen bis über 1,75 Billionen. Im Detail sind sie in dieser umfassenden und profunden Analyse nachzulesen.
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