Abo
  • IT-Karriere:

Nasa: Wieder kein Leben auf dem Mars

Analysen von Kohlenwasserstoffen durch den Marsrover Curiosity zeigten keine Hinweise auf Leben. Dennoch versucht die Nasa mit allen Mitteln, den gegenteiligen Eindruck zu vermitteln.

Artikel von veröffentlicht am
Der Marsrover Curiosity sucht auf dem Mars auch nach Zeichen von Leben.
Der Marsrover Curiosity sucht auf dem Mars auch nach Zeichen von Leben. (Bild: Wikimedia)

"Altes organisches Material und mysteriöses Methan! Marsrover Curiosity hat in Steinen Belege gefunden, die zeigen, dass der Planet einmal Leben gehabt haben könnte. Und neue Belege in der Atmosphäre auf der Suche nach heutigem Leben auf dem Mars." So las sich die Twittermeldung der Nasa vor der Veröffentlichung von zwei wissenschaftlichen Papieren über einige Messergebnisse der letzten Jahre auf dem Mars. Von den grandiosen Ankündigungen bleibt beim Lesen wenig übrig.

Inhalt:
  1. Nasa: Wieder kein Leben auf dem Mars
  2. Wenig mysteriöses Methan

Eine rund 3,5 Milliarden Jahre alte Gesteinsformation im Gale Krater hat die Aufmerksamkeit der Forscher erregt. Sie entstand zu Zeiten, als auf dem Mars vermutlich große Mengen flüssigen Wassers existierten. Die Forscher erwarten, dass die damals entstandenen Sedimentschichten ideale Bedingungen zur Anreicherung von Kohlenwasserstoffen und ihrer Erhaltung boten. Tatsächlich wurden Spuren von Kohlenwasserstoffen in den Steinen gefunden, die rund 2 bis 20 Gramm Kohlenwasserstoff pro Tonne Gestein entsprechen. Allerdings ist das keine neue Erkenntnis. Schon die Viking Sonden fanden entsprechende Verbindungen.

Die Messung erfolgt durch Gaschromatographie. Das heißt, dass die rund 48 Milligramm großen Proben erhitzt werden und die Masse der dabei freigesetzten Gase gemessen wird. Sehr flüchtige Bestandteile verdampfen bei niedrigen Temperaturen und gelangen unverändert zum Detektor, andere werden in dem Prozess bei höheren Temperaturen teilweise zersetzt. Es kommt beim Erhitzen sogar zur Verbrennung, obwohl keine Luft in der Probenkammer ist, weil sauerstoffhaltige Verbindungen zerlegt werden und Sauerstoff freisetzen.

Die Messmethode ist also nicht für eine präzise Auflistung der genauen Bestandteile geeignet, zumal ein Leck in einem Behälter zu Verunreinigungen des Geräts geführt hat. Sie kann aber einen Überblick über die generelle Art der Verbindungen liefern. Dabei wurde deutlich, dass eine Reihe von größeren Kohlenwasserstoffmolekülen in den Sedimenten enthalten sind. Einige dieser Moleküle wurden vulkanisiert, sie reagierten mit Schwefel und wurden so auch chemisch widerstandsfähiger. Das geschah wahrscheinlich, als noch Wasser im See war durch gelösten Schwefelwasserstoff, wie er etwa aus vulkanischen Quellen kommt.

Spuren von Leben könnten zerstört worden sein

Stellenmarkt
  1. ITEOS, Karlsruhe
  2. Baettr Stade GmbH über Jauss HR-Consulting GmbH & Co.KG, Stade

Kohlenwasserstoffe sind aus gutem Grund das Untersuchungsgebiet der organischen Chemie. Auf der Erde stammen fast alle Kohlenwasserstoffe aus organischen Prozessen und werden auch durch organische Prozesse abgebaut. Sie sind auf der Erde eng verbunden mit dem Leben. Aber sie entstehen auch ganz ohne jedes Leben. Auf dem Saturnmond Titan gibt es ganze Seen aus Methan, einem Kohlenwasserstoff. Es gibt selbst komplexe Kohlenwasserstoffe, die ganz ohne jedes Leben entstanden sind, wie etwa in Asteroiden, deren Bruchstücke teilweise als Meteoriten auf der Erde gefunden werden.

Zu Vergleichszwecken unterzogen die Forscher einen kohligen Chondriten, ein Steinmeteorit, der gleichen Behandlung wie die Proben auf dem Mars und konnten eine ganz ähnliche Reihe von Kohlenwasserstoffen nachweisen. Sie schreiben auch klar und deutlich, dass die Ergebnisse nicht auf Leben hindeuten. Es ist aber gut möglich, dass die Proben, die in den letzten 80 Millionen Jahren knapp unter der Marsoberfläche lagen, inzwischen zu stark gestört wurden.

Der Marsrover besitzt keine Instrumente, um Proben aus größerer Tiefe zu nehmen. Deshalb stammt die Gesteinsprobe aus einer wenigen Zentimeter tiefen Bohrung in Sedimentgestein. Die dünne Marsatmosphäre ist nicht in der Lage, die gesamte kosmische Strahlung abzuschirmen, die die Kohlenwasserstoffe im Gestein verändert haben könnte. In Molekülen, die dauerhaft ionisierender Strahlung ausgesetzt sind, werden im Laufe der Zeit die Molekülbindungen zufällig zerstört und teilweise wieder zusammengesetzt.

Spitzfindigkeiten und irreführende Formulierungen

Spuren von Leben würden sich so darstellen, dass bestimmte Arten von Molekülen stark gehäuft vorkommen, in Mengen, die nicht durch zufällige chemische Prozesse erklärt werden können. Deshalb halten es die Forscher für möglich, dass vorhandene Spuren von Leben in den 80 Millionen Jahren zerstört worden wären. Nur die Untersuchung von ungestörten Proben aus größerer Tiefe könnte diese Frage klären.

Das alles ist gute Forschung, aber festzuhalten bleibt, dass diese Probe keine Spuren von Leben enthält, die mit Bordmitteln des Rovers nachgewiesen werden können. Das gilt auch für eine weitere Probe von einer anderen Stelle des Mars. Aber die Wissenschaft tritt immer weiter in den Hintergrund. Im Vordergrund steht der Spin, dass die Nasa ganz nah dran ist an der Entdeckung von Leben auf dem Mars.

Absichtlich irreführende Formulierungen wie "altes organisches Material" lassen sich nur noch mit Spitzfindigkeiten begründen. Ja, Kohlenwassestoffe werden als organische Moleküle bezeichnet und auf der Erde ist das meistens auch organisches Material. Aber die Formulierung deutet im Fall des Mars auf Leben hin, wo keines ist. Mit der gleiche Begründung könnten auch Asteroiden, die seit über 4 Milliarden Jahren im Sonnensystem kreisen, als organisches Material bezeichnet werden.

Wenig mysteriöses Methan 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 39€
  2. 26€ (ohne Prime oder unter 29€ zzgl. Versand) - Bestpreis!
  3. 259€ + Versand oder kostenlose Marktabholung (Bestpreis!)
  4. (aktuell u. a. Edifier R1700BT für 114,90€ + Versand)

OmranShilunte 14. Jun 2018

Das stimmt nicht! Auf dem Mars gibt es kleine grüne Männchen! Das habe ich mal im Kino...

lestard 12. Jun 2018

Im Zuge der Überlegungen, wie Menschen auf dem Mars überleben könnten, gibt es viele...

Lui34 11. Jun 2018

Die Versklavung hat schon begonnen: Wir geben euch "Alexa" :)

teenriot* 09. Jun 2018

Es geht da nur um Zusätze, also die "Granatapfel Schönheitsdusche" und "Lavendel...

Anonymer Nutzer 09. Jun 2018

Na ja, war das nicht schon immer so? Mal vom "Neuen Deutschland" und anderen Jubel...


Folgen Sie uns
       


Akku-Recycling bei Duesenfeld

Das Unternehmen Duesenfeld aus Peine hat ein Verfahren für das Recycling von Elektroauto-Akkus entwickelt.

Akku-Recycling bei Duesenfeld Video aufrufen
Endpoint Security: IT-Sicherheit ist ein Cocktail mit vielen Zutaten
Endpoint Security
IT-Sicherheit ist ein Cocktail mit vielen Zutaten

Tausende Geräte in hundert verschiedenen Modellen mit Dutzenden unterschiedlichen Betriebssystemen. Das ist in großen Unternehmen Alltag und stellt alle, die für die IT-Sicherheit zuständig sind, vor Herausforderungen.
Von Anna Biselli

  1. Datendiebstahl Kundendaten zahlreicher deutscher Firmen offen im Netz
  2. Metro & Dish Tisch-Reservierung auf Google übernehmen
  3. Identitätsdiebstahl SIM-Dieb kommt zehn Jahre in Haft

In eigener Sache: Golem.de bietet Seminar zu TLS an
In eigener Sache
Golem.de bietet Seminar zu TLS an

Der Verschlüsselungsexperte und Golem.de-Redakteur Hanno Böck gibt einen Workshop zum wichtigsten Verschlüsselungsprotokoll im Netz. Am 24. und 25. September klärt er Admins, Pentester und IT-Sicherheitsexperten in Berlin über Funktionsweisen und Gefahren von TLS auf.

  1. In eigener Sache Zweiter Termin für Kubernetes-Seminar
  2. Leserumfrage Wie können wir dich unterstützen?
  3. In eigener Sache Was du schon immer über Kubernetes wissen wolltest

Mobilfunktarife fürs IoT: Die Dinge ins Internet bringen
Mobilfunktarife fürs IoT
Die Dinge ins Internet bringen

Kabellos per Mobilfunk bringt man smarte Geräte am leichtesten ins Internet der Dinge. Dafür haben deutsche Netzanbieter Angebote für Unternehmen wie auch für Privatkunden.
Von Jan Raehm

  1. Smart Lock Forscher hacken Türschlösser mit einfachen Mitteln
  2. Brickerbot 2.0 Neue Schadsoftware möchte IoT-Geräte zerstören
  3. Abus-Alarmanlage RFID-Schlüssel lassen sich klonen

    •  /