Wenig mysteriöses Methan

Die Untersuchungen des mysteriösen Methans zeigen vor allem, dass es viel weniger Methan in der Marsatmosphäre gibt, als früher angenommen. Statt 10 ppb (also 10 Methan Moleküle pro Milliarde Gasmoleküle in der Atmosphäre) hat Curiosity je nach Jahreszeit nur 0,24 bis 0,65 ppb gemessen. Es gab aber kurzzeitige Spitzen mit 2 bis 7 ppb, die als lokale Freisetzung kleiner Mengen Methan interpretiert werden.

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Um überhaupt dauerhaft Methan in der Atmosphäre zu haben, muss kontinuierlich Methan auf dem Mars entstehen. Das Gas hat nur eine durchschnittliche Lebensdauer von rund 300 Jahren in der Atmosphäre, bevor es durch chemische Prozesse und UV-Strahlung zerlegt wird. Dabei schwankt die Gesamtmenge von Methan in des gesamten Atmosphäre des Planeten zwischen rund 2000 und 5500 Tonnen Methan. Es müssen also in der Größenordnung von 10 Tonnen Methan pro Jahr auf dem Mars entstehen oder zumindest aus dem Boden freigesetzt werden. - Das wäre gerade genug für den dauerhaften Betrieb einer 14-kW-Gebäudeheizung.

Es gibt eine Reihe von geologischen Prozessen, die dazu in der Lage wären. Insbesondere kann Methan bei der Verwitterung von vulkanischem Gestein chemisch entstehen. Teilweise hat Basalt auch Einschlüsse von Methanblasen, die freigesetzt werden können. Geothermische Prozesse im Inneren des Mars, auf dem die größten Vulkane des Sonnensystems stehen, können auch noch zur Entstehung von Methan beitragen, genauso wie die langsame chemische Zerlegung der Kohlenwasserstoffe im Boden, die Curiosity nachgewiesen hat. Das Papier der Forscher nennt natürlich mögliches Leben auf dem Mars als erste Quelle.

Die notwendigen Emissionen von Methan sind so klein, dass sich die Quelle derzeit nicht ermitteln lässt. Zuerst muss ohnehin der vollständige Mechanismus der Schwankungen im Methangehalt der Marsatmosphäre verstanden werden. Im Laufe eines Marsjahres werden mehrere Tausend Tonnen Methan der Atmosphäre fest gebunden und anschließend wieder freigesetzt. Ein Mechanismus dafür ist das schlichte Anhaften (Adsorption) von Methanmolekülen an den feinen Staubpartikeln der Marsatmosphäre bei kälteren Temperaturen. Aber das kann das Phänomen nicht vollständig erklären und die restlichen Prozesse sind derzeit völlig unbekannt.

Die Glaubwürdigkeit der Nasa steht auf dem Spiel

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Tendenziell lassen die Ergebnisse in den beiden Papieren aktives oder früheres Leben auf dem Mars eher noch unwahrscheinlicher erscheinen als zuvor. Selbstverständlich belegen die Untersuchungen, dass die Grundlagen zur Entstehung von Leben auf dem Mars vorhanden waren - aber auch das nicht in besonderer Weise. Die Proben zeigen, dass potenzielles Leben auf dem Mars auch in Zeiten mit flüssigem Wasser nicht stark genug ausgeprägt war, um unter idealen Umständen sehr deutliche Spuren oder größere Mengen organischen Materials zu hinterlassen.

Dennoch trifft der Satz "Weitere Untersuchungen sind erforderlich" auch hier zu, und zwar völlig berechtigt. Damit die Nasa und andere Weltraumforschungsagenturen auch dauerhaft die Mittel für weitere Untersuchungen haben, müssen sie aber zuerst ihre Glaubwürdigkeit erhalten. Die nimmt durch die verzweifelte Beschwörung von Leben auf dem Mars mit jeder neuen Mission und jedem neuen Forschungsergebnis aber immer weiter ab.

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 Nasa: Wieder kein Leben auf dem Mars
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OmranShilunte 14. Jun 2018

Das stimmt nicht! Auf dem Mars gibt es kleine grüne Männchen! Das habe ich mal im Kino...

lestard 12. Jun 2018

Im Zuge der Überlegungen, wie Menschen auf dem Mars überleben könnten, gibt es viele...

Lui34 11. Jun 2018

Die Versklavung hat schon begonnen: Wir geben euch "Alexa" :)

teenriot* 09. Jun 2018

Es geht da nur um Zusätze, also die "Granatapfel Schönheitsdusche" und "Lavendel...

Anonymer Nutzer 09. Jun 2018

Na ja, war das nicht schon immer so? Mal vom "Neuen Deutschland" und anderen Jubel...



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