Nasa: Was passiert mit der ISS zwischen 2028 und 2031?
Die Internationale Raumstation ISS soll noch bis zum Jahr 2030 betrieben und dann durch ein Raumfahrtzeug von SpaceX zum kontrollierten Absturz gebracht werden . Im Januar 2031 soll die Station dann im Pazifik untergehen. Russland wird an dem Gemeinschaftsprojekt noch bis 2028 teilnehmen . Doch wie es in den verbleibenden etwa zwei Jahren bis zum Absturz weitergeht(öffnet im neuen Fenster) , ist unklar.
Bisher halten die russischen Module die ISS in der Erdumlaufbahn. Diese befindet sich nämlich im freien Fall und muss immer wieder in ihrer Flughöhe angehoben werden. Sowohl die russischen als auch die amerikanischen Module sind voneinander abhängig.
Die US-Segmente sind etwa für die Stromversorgung ohne den Einsatz von Raketentreibstoff verantwortlich. Die russischen Module korrigieren die Flughöhe und sorgen für Ausweichmanöver, wenn Weltraumschrott auf Kollisionskurs mit der ISS ist.
Eine Unsicherheit von etwa zwei Jahren
"Wir haben diese Unsicherheit, von 2028 bis 2030, mit Roskosmos" , erklärt Robyn Gatens (Leiter des ISS-Programms bei der Nasa) bei einem Meeting Mitte September 2024. Laut Ars Technica hofft Gatens auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit: "Wir gehen davon aus, dass wir im Laufe der nächsten ein bis zwei Jahre von ihnen [Roskosmos] zu ihren Folgeplänen hören werden und hoffen, dass diese ebenfalls bis 2030 reichen."
Jedoch könnte es aufgrund des Ukraine-Krieges in den nächsten Jahren möglicherweise zu Spannungen zwischen Russland und der NATO kommen. Entsprechend muss ein Notfallplan her. Bisher ist die letzte Astronautenmission zur ISS für Ende 2029 geplant. Diese werden jedoch ein Jahr andauern und kurz vor dem Deorbiting-Manöver beendet werden. Jedoch könnte das Deorbit Vehicle von SpaceX die Raumstation bereits im Jahr 2029 zum Wiedereintritt in die Erdatmosphäre führen.
Nachdenken über Alternativen
Vieles hängt von der Art ab, wie Roskosmos aus dem Gemeinschaftsprojekt aussteigt und wann. "Ist das ein abrupter Abbruch, bei dem sie alle Lichter ausschalten und nicht einmal mehr für Antrieb sorgen?" , fragt sich Ken Bowersox (stellvertretender Administrator für Weltraumoperationen bei der Nasa). "Oder sorgen sie vielleicht noch für Antrieb, aber wir müssen etwas anderes tun, um das auszugleichen, oder fliegen sie (ihre Module) weg?"
Letzterer Punkt ist am unwahrscheinlichsten, so Bowersox. Jedoch hängt viel davon ab, wie der Ausstieg erfolgt. Entsprechend unklar ist der Handlungsspielraum der Nasa. Die US-Beamten gehen nicht davon aus, dass die russische Raumstation Ross bereits in den nächsten vier Jahren fertiggestellt ist. Die Sojus-Raumkapseln hätten damit kein Ziel mehr – und keine Einnahmequelle mehr.
Mögliche Verlängerung des ISS-Betriebs?
Zwar arbeiten Russland und China in den letzten Jahren enger zusammen, doch die chinesische Raumstation Tiangong ist von russischen Startrampen aus nicht erreichbar. Zudem hat China seine eigenen Raketen und Raumkapseln. Deswegen geben sich die Nasa-Beamten zuversichtlich, dass Roskosmos sich auch über das Jahr 2028 weiter an der ISS beteiligen wird, um letztendlich seine Kosmonauten weiterhin ins All zu bringen.
Vielleicht wird auch das Deorbiting-Manöver nach hinten verschoben. Das hängt davon ab, wann die Ross-Raumstation betriebsbereit ist und wann die ersten kommerziellen Stationen im All platziert werden.
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