Nasa: Was die Apollo-Mondproben über die Erdozeane verraten
Bisherige Forschungen haben bereits gezeigt, dass Meteoriten eine bedeutende Wasserquelle der Erde gewesen sein könnten, da sie unseren Planeten zu Beginn der Entwicklung des Sonnensystems bombardierten. Ein Forschungsteam der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa wollte wissen, wie viel Wasser durch Meteoritenlieferungen tatsächlich auf die Erde gekommen ist(öffnet im neuen Fenster).
Dafür hat das Team die Trümmerteile auf der staubigen Mondoberfläche untersucht. Denn der Mond dient als antikes Archiv der Einflussgeschichte, die das Erde-Mond-System über Milliarden von Jahren erfahren hat. Wo die dynamische Erdkruste und das Wetter solche Aufzeichnungen auslöschen, bewahren Mondproben sie.
Der Mond entstand vor etwa 4,5 Milliarden Jahren, die Erde vor etwa 4,5 bis 4,57 Milliarden Jahren. Das Team konnte somit nur den Anteil des Wassers untersuchen, der nach der Entstehung des Mondes auf die Erde gelang. Und dieser Anteil soll laut den Forschern nur einen kleinen Bruchteil des Erdwassers ausmachen, das durch solche Meteoriten zur Erde hätte transportiert werden können.
Untersuchung der Apollo-Proben
Traditionelle Methoden zur Untersuchung des Regoliths (Mondbodens) basieren auf der Analyse metallreicher Elemente. Diese Elemente können durch wiederholte Einschläge auf dem Mond verunreinigt werden. Daher ist es schwer, die ursprünglichen Bestandteile dieser Meteoriten zu rekonstruieren.
Anders sieht es bei der Sauerstoff-Isotopen-Analyse aus. Sauerstoff ist in Gesteinen extrem stabil und von äußeren Einwirkungen wie Einschlägen weitestgehend unberührt. Daher dient es als chemischer Fingerabdruck. Die für diese Studie analysierten Proben stammen von der Äquatorregion der erdzugewandten Mondseite. Dort, wo alle sechs Apollo-Missionen der Nasa vor über 50 Jahren landeten.
Zweifel an der Bedeutung der Theorie der späten Bombardierung
Die Sauerstoffisotopenmessungen ergaben, dass ungefähr ein Prozent der Masse des Mondregoliths aus Material von kohlenstoffreichen Meteoriten stammt. Diese sind beim Aufprall auf den Mond teilweise verdampft. Dennoch konnte das Team aufgrund der bekannten Eigenschaften solcher Meteoriten die Menge des darin enthaltenen Wassers berechnen.
Das Forschungsteam ging davon aus, dass auf der Erde etwa 20-mal mehr Meteoriten einschlugen als auf dem Mond. Dennoch soll nur ein kleiner Prozentsatz des Wassers auf der Erde in den letzten vier Milliarden Jahren durch Meteoriten auf die Erde gelangt sein.
Das heißt aber nicht, dass Meteoriten keine Wasserlieferanten waren, sondern lediglich, dass die Wasserzufuhr seit den letzten knapp vier Milliarden Jahren nicht die dominierende Masse an Wasser auf der Erde ausmachen. Damit stellt das Team die Theorie der späten Bombardierung (Late Heavy Bombardment) durch wasserreiche Meteoriten, die vor 4,1 bis 3,8 Milliarden Jahren stattgefunden haben soll, als Hauptquelle für das irdische Wasser infrage. Vielmehr muss das Wasser bereits früher vorhanden gewesen sein oder aus anderen Quellen stammen.
Für die Erde unbedeutend, für den Mond eine wichtige Ressource
Der Anteil vom heute vorhandenen Wasser sei winzig, doch für den Mond sind diese Wassermengen alles andere als unbedeutend. Besonders wenn es um die bevorstehende Besiedlung des Mondes durch die amerikanischen Artemis-Missionen oder die chinesischen Pläne für den Bau der ILRS-Mondbasis (International Lunar Research Station) geht.
Die zugänglichen Wasservorkommen des Mondes konzentrieren sich auf kleine, permanent im Schatten liegende Regionen am Nord- und Südpol. Dies sind einige der kältesten Orte im Sonnensystem, und sie bieten einzigartige Möglichkeiten für wissenschaftliche Entdeckungen und potenzielle Ressourcen für die Erforschung des Mondes.
Zur Studie
Die Studie wurde am 20. Januar 2026 in der Fachzeitschrift Proceedings to the National Academy of Sciences veröffentlicht: Constraints on the impactor flux to the Earth-Moon system from oxygen isotopes of the lunar regolith(öffnet im neuen Fenster) (Beschränkungen des Aufprallflusses zum Erd-Mond-System durch Sauerstoffisotope des Mondregolithen).
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