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Nasa und Roskosmos: Gemeinsam stolpern sie zum Mond

Russen und Amerikaner wollen gemeinsam eine Mondstation aufbauen, so lauteten die Meldungen. Was steht tatsächlich dahinter?

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Ein früheres Konzept des Deep Space Gateway von Boeing, vor der Kollaboration mit Russland
Ein früheres Konzept des Deep Space Gateway von Boeing, vor der Kollaboration mit Russland (Bild: Boeing)

Nach einem halben Jahrhundert wird der Mond wieder zum Ziel für Astronauten. Russen, Japaner, Europäer und Amerikaner haben sich ihm verschrieben. Aber keine einzelne ihrer Raumfahrtorganisationen hat die nötigen Ressourcen, um in absehbarer Zeit ihr Ziel zu erreichen. Trotz aller politischen Schwierigkeiten zeichnet sich deshalb eine Fortsetzung der Kooperation ab, wie sie schon bei der Internationalen Raumstation ISS besteht. Der erste Schritt soll tatsächlich wieder eine Raumstation sein. Diesmal allerdings nicht im niedrigen Erdorbit, sondern in einem Orbit um den Mond.

Inhalt:
  1. Nasa und Roskosmos: Gemeinsam stolpern sie zum Mond
  2. Niemand wuppt es allein

Ausgemacht ist der Bau der Raumstation noch längst nicht, wie auch die Pressemitteilung der Nasa klar macht. Noch befinden sich die Diskussionen in der Konzeptformulierungsphase. Gleichzeitig sind diese Formulierungen so konkret, dass 2018 erste Prototypen am Boden fertiggestellt sein sollen. Denn neu ist das Konzept nicht. Seine Geschichte geht wenigstens bis in das Jahr 2007 zurück.

Wer nicht weiter weiß, bildet einen Arbeitskreis

Die Fertigstellung der ISS stand kurz bevor, und die weitere Entwicklung war nicht klar. So wurden 2007 mit der International Space Exploration Coordination Group und 2009 der International Expert Working Group einige Arbeitskreise gebildet, um zukünftige Konzepte für gemeinsame Projekte auszuarbeiten. Darunter waren Experten der wichtigsten beteiligten Unternehmen - RKK Energia, Mitsubishi Heavy Industries, EADS Astrium, Thales Alenia, MDA, Boeing und Lockheed Martin. Eine Raumstation im Mondorbit wurde dabei als Testplattform für den Aufenthalt im tiefen Weltall außerhalb des Erdmagnetfeldes vorgeschlagen, die auch als Ausgangspunkt für Expeditionen zur Mondoberfläche und andere Ziele dienen könnte.

Die Ankündigung einer möglichen Zusammenarbeit zwischen Russen und Amerikanern zum Bau einer Lunaren Raumstation ist deshalb keine Überraschung. Das Konzept wurde schon recht konkret im Jahr 2012 als Deep Space Habitat diskutiert, auch wenn es dafür keine Finanzierung gab. Ausschlaggebend dafür war die politische Ziellosigkeit der Nasa zu dieser Zeit. Es wurde zwar die Entwicklung der neuen Schwerlastrakete SLS beschlossen und finanziert, aber abgesehen von Testflügen mit dem neuen Orion Raumschiff keine konkrete Mission für die neue Rakete definiert.

Ein optimaler politischer Kompromiss

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Das Konzept ist ein guter Kompromiss, der allen Beteiligten gesichtswahrend verkauft werden kann, ohne sich auf Folgemissionen festlegen zu müssen. Der neue Name, Deep Space Gateway, deutete es schon im April an. Das "Tor zum tiefen Weltraum" lässt alle Optionen offen, die bis dahin diskutiert wurden - egal ob Landungen auf dem Mond, Flüge zum Mars oder eine Mission zu einem erdnahen Asteroiden. Besser noch: Die Station soll sich am zweiten Lagrange Punkt, 60.000 Kilometer hinter dem Mond, aufhalten. Noch nie wären Menschen weiter von der Erde entfernt gewesen, eine neue Bestleistung, wenn auch nur knapp.

Die internationale Kooperation erscheint trotz der relativ bescheidenen Ansprüche unabdingbar. Schon um das amerikanische Orion Raumschiff für ausgedehnte Flüge tauglich zu machen, konnte die europäische Raumfahrtagentur Esa kurzfristig ein Servicemodul zur Verfügung stellen, das im Wesentlichen auf den Erfahrungen mit dem europäischen Weltraumtransporter ATV basiert. Die größte Erfahrung beim Bau von Modulen für Raumstationen haben derzeit russische Ingenieure. Hier zahlt sich die Erfahrung von Bau und Betrieb der Saljut und Almaz Stationen sowie der Mir und der ISS aus. Hinzu kommt, dass für die ISS selbst oder potenzielle Nachfolger schon längst neue Module entworfen wurden. Aber die Module müssen nicht nur gebaut, sondern auch an ihr Ziel gebracht werden.

Niemand wuppt es allein 
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