Abo
  • Services:
Anzeige
Ein früheres Konzept des Deep Space Gateway von Boeing, vor der Kollaboration mit Russland
Ein früheres Konzept des Deep Space Gateway von Boeing, vor der Kollaboration mit Russland (Bild: Boeing)

Nasa und Roskosmos: Gemeinsam stolpern sie zum Mond

Ein früheres Konzept des Deep Space Gateway von Boeing, vor der Kollaboration mit Russland
Ein früheres Konzept des Deep Space Gateway von Boeing, vor der Kollaboration mit Russland (Bild: Boeing)

Russen und Amerikaner wollen gemeinsam eine Mondstation aufbauen, so lauteten die Meldungen. Was steht tatsächlich dahinter?
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

Nach einem halben Jahrhundert wird der Mond wieder zum Ziel für Astronauten. Russen, Japaner, Europäer und Amerikaner haben sich ihm verschrieben. Aber keine einzelne ihrer Raumfahrtorganisationen hat die nötigen Ressourcen, um in absehbarer Zeit ihr Ziel zu erreichen. Trotz aller politischen Schwierigkeiten zeichnet sich deshalb eine Fortsetzung der Kooperation ab, wie sie schon bei der Internationalen Raumstation ISS besteht. Der erste Schritt soll tatsächlich wieder eine Raumstation sein. Diesmal allerdings nicht im niedrigen Erdorbit, sondern in einem Orbit um den Mond.

Anzeige

Ausgemacht ist der Bau der Raumstation noch längst nicht, wie auch die Pressemitteilung der Nasa klar macht. Noch befinden sich die Diskussionen in der Konzeptformulierungsphase. Gleichzeitig sind diese Formulierungen so konkret, dass 2018 erste Prototypen am Boden fertiggestellt sein sollen. Denn neu ist das Konzept nicht. Seine Geschichte geht wenigstens bis in das Jahr 2007 zurück.

Wer nicht weiter weiß, bildet einen Arbeitskreis

Die Fertigstellung der ISS stand kurz bevor, und die weitere Entwicklung war nicht klar. So wurden 2007 mit der International Space Exploration Coordination Group und 2009 der International Expert Working Group einige Arbeitskreise gebildet, um zukünftige Konzepte für gemeinsame Projekte auszuarbeiten. Darunter waren Experten der wichtigsten beteiligten Unternehmen - RKK Energia, Mitsubishi Heavy Industries, EADS Astrium, Thales Alenia, MDA, Boeing und Lockheed Martin. Eine Raumstation im Mondorbit wurde dabei als Testplattform für den Aufenthalt im tiefen Weltall außerhalb des Erdmagnetfeldes vorgeschlagen, die auch als Ausgangspunkt für Expeditionen zur Mondoberfläche und andere Ziele dienen könnte.

Die Ankündigung einer möglichen Zusammenarbeit zwischen Russen und Amerikanern zum Bau einer Lunaren Raumstation ist deshalb keine Überraschung. Das Konzept wurde schon recht konkret im Jahr 2012 als Deep Space Habitat diskutiert, auch wenn es dafür keine Finanzierung gab. Ausschlaggebend dafür war die politische Ziellosigkeit der Nasa zu dieser Zeit. Es wurde zwar die Entwicklung der neuen Schwerlastrakete SLS beschlossen und finanziert, aber abgesehen von Testflügen mit dem neuen Orion Raumschiff keine konkrete Mission für die neue Rakete definiert.

Ein optimaler politischer Kompromiss

Das Konzept ist ein guter Kompromiss, der allen Beteiligten gesichtswahrend verkauft werden kann, ohne sich auf Folgemissionen festlegen zu müssen. Der neue Name, Deep Space Gateway, deutete es schon im April an. Das "Tor zum tiefen Weltraum" lässt alle Optionen offen, die bis dahin diskutiert wurden - egal ob Landungen auf dem Mond, Flüge zum Mars oder eine Mission zu einem erdnahen Asteroiden. Besser noch: Die Station soll sich am zweiten Lagrange Punkt, 60.000 Kilometer hinter dem Mond, aufhalten. Noch nie wären Menschen weiter von der Erde entfernt gewesen, eine neue Bestleistung, wenn auch nur knapp.

Die internationale Kooperation erscheint trotz der relativ bescheidenen Ansprüche unabdingbar. Schon um das amerikanische Orion Raumschiff für ausgedehnte Flüge tauglich zu machen, konnte die europäische Raumfahrtagentur Esa kurzfristig ein Servicemodul zur Verfügung stellen, das im Wesentlichen auf den Erfahrungen mit dem europäischen Weltraumtransporter ATV basiert. Die größte Erfahrung beim Bau von Modulen für Raumstationen haben derzeit russische Ingenieure. Hier zahlt sich die Erfahrung von Bau und Betrieb der Saljut und Almaz Stationen sowie der Mir und der ISS aus. Hinzu kommt, dass für die ISS selbst oder potenzielle Nachfolger schon längst neue Module entworfen wurden. Aber die Module müssen nicht nur gebaut, sondern auch an ihr Ziel gebracht werden.

Niemand wuppt es allein 

eye home zur Startseite
DeathMD 30. Sep 2017

Gravity Assist könnte auch ein Grund sein. Du schickst ein Raumschiff vom Mond wieder in...

Themenstart

Kommentieren



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Technische Universität Hamburg, Hamburg
  2. über Duerenhoff GmbH, Raum Kamen
  3. Melitta Professional Coffee Solutions GmbH & Co. KG, Minden-Dützen
  4. Siemens Postal, Parcel & Airport Logistics GmbH, Düsseldorf


Anzeige
Hardware-Angebote

Folgen Sie uns
       


  1. Android 8.0

    Oreo-Update für Oneplus Three und 3T ist da

  2. Musikstreaming

    Amazon Music für Android unterstützt Google Cast

  3. Staingate

    Austauschprogramm für fleckige Macbooks wird verlängert

  4. Digitale Infrastruktur

    Ralph Dommermuth kritisiert deutsche Netzpolitik

  5. Elektroauto

    VW will weitere Milliarden in Elektromobilität investieren

  6. Elektroauto

    Walmart will den Tesla-Truck

  7. Die Woche im Video

    Ausgefuchst, abgezockt und abgefahren

  8. Siri-Lautsprecher

    Apple versemmelt den Homepod-Start

  9. Open Routing

    Facebook gibt interne Plattform für Backbone-Routing frei

  10. Übernahme

    Vivendi lässt Ubisoft ein halbes Jahr in Ruhe



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Windows 10 Version 1709 im Kurztest: Ein bisschen Kontaktpflege
Windows 10 Version 1709 im Kurztest
Ein bisschen Kontaktpflege
  1. Windows 10 Microsoft stellt Sicherheitsrichtlinien für Windows-PCs auf
  2. Fall Creators Update Microsoft will neues Windows 10 schneller verteilen
  3. Windows 10 Microsoft verteilt Fall Creators Update

Orbital Sciences: Vom Aufstieg und Niedergang eines Raketenbauers
Orbital Sciences
Vom Aufstieg und Niedergang eines Raketenbauers
  1. Astronomie Erster interstellarer Komet entdeckt
  2. Jaxa Japanische Forscher finden riesige Höhle im Mond
  3. Nasa und Roskosmos Gemeinsam stolpern sie zum Mond

Ideenzug: Der Nahverkehr soll cool werden
Ideenzug
Der Nahverkehr soll cool werden
  1. 3D-Printing Neues Druckverfahren sorgt für bruchfesteren Stahl
  2. Autonomes Fahren Bahn startet selbstfahrende Buslinie in Bayern
  3. High Speed Rail Chinas Züge fahren bald wieder mit 350 km/h

  1. Re: Witzig. Wieder ein E-Auto bericht von Leuten...

    VigarLunaris | 11:42

  2. Re: VW am ehesten zuzutrauen

    bplhkp | 11:38

  3. Noch besser wäre die Unsterstützung für die...

    McTristan | 11:38

  4. Re: uPlay

    ML82 | 11:30

  5. Re: Was ist denn 1&1?

    johnripper | 11:24


  1. 11:21

  2. 10:43

  3. 17:14

  4. 13:36

  5. 12:22

  6. 10:48

  7. 09:02

  8. 19:05


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel