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Nasa: Trinkbares Wasser auf der ISS zu Teilen aus Urin und Schweiß

Wasser ist eine wichtige Ressource für Menschen, deswegen muss auf der ISS immer genug davon da sein. Doch der Transport ist teuer – Recycling ist die Lösung.
/ Patrick Klapetz
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NASA-Astronautin Kayla Barron wechselt einen Filter in der Sole-Prozessoreinheit der Raumstation aus. (Bild: Nasa)
NASA-Astronautin Kayla Barron wechselt einen Filter in der Sole-Prozessoreinheit der Raumstation aus. Bild: Nasa

Der Mensch schwitzt und muss auch mal Wasser lassen. Kein Wunder, dass wir um die zwei bis drei Liter pro Tag an Flüssigkeit zu uns nehmen sollten. Der tatsächliche Bedarf variiert von Person zu Person. Auf der Internationalen Raumstation ISS ist das aber ein Problem, denn Wasser ist schwer und der Transport ins Weltall sehr teuer. Deswegen wird im All fleißig recycelt.

98 Prozent des Wassers(öffnet im neuen Fenster) , das die Astronauten an Bord der Station verbrauchen und ausschwitzen oder urinieren, wird vom Umweltkontroll- und Lebenserhaltungssystem ECLSS (Environmental Control and Life Support System) wiederverwertet. Frauen schwitzen zumindest weniger als ihre männlichen Kollegen. Dennoch fällt Feuchtigkeit an, die dann aufbereitet wird.

Mit der Urinprozessor-Baugruppe (Urine Processor Assembly) wird der Urin mithilfe von Vakuumdestillation zurückgewonnen. Laut der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa werden durch den Destillationsprozess Wasser und eine Urinsole gewonnen, die noch rückgewinnbares H 2 O enthält.

Dann gibt es noch einen fortschrittlichen Entfeuchter am ECLSS. Dieser fängt die anfallende Feuchtigkeit auf, die die Stationsbesatzung während ihrer täglichen Tätigkeiten einatmet und ausschwitzt. Bisher konnten 93 bis 94 Prozent des von den Astronauten an Bord gebrachten Wassers wiederverwendet werden. Mit dem kürzlich neu angebrachten Gerät sind es nun 98 Prozent.

Sauberer als auf der Erde und wichtig für die humane Raumfahrt der Zukunft

"Die Aufbereitung ähnelt im Grunde genommen einigen irdischen Wasserverteilungssystemen, nur eben in der Schwerelosigkeit" , erklärt Jill Williamson. Sie ist die Leiterin der ECLSS-Wasser-Subsysteme bei der Nasa. "Die Besatzung trinkt keinen Urin, sondern Wasser, das wiedergewonnen, gefiltert und gereinigt wurde, so dass es sauberer ist als das, was wir hier auf der Erde trinken."

Zudem erklärt sie, dass "zuverlässige, robuste regenerative Systeme" den Vorteil haben, dass sich die Besatzung keine Gedanken um den Säuberungsprozess machen muss. Dadurch können sie ihren eigentlichen Missionszielen nachgehen. "Je weniger Wasser und Sauerstoff wir nach oben transportieren müssen, desto mehr wissenschaftliche Erkenntnisse können in die Trägerrakete geladen werden" – und genau das wird für die zukünftigen Missionen der Nasa zum Mond und darüber hinaus enorm wichtig werden.


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