Nasa: SLS scheitert auf Raten
Die neue Schwerlastrakete der Nasa muss per Gesetz gebaut werden. Aber Missionen sollen auf andere Raketen umgebucht und Geld für die Weiterentwicklung gestrichen werden. Es war ein lange absehbares Desaster, das die Schwächen der heutigen Raumfahrt und ihre Angst vor der Technik zeigt.
Das Space Launch System (SLS), die neue Schwerlastrakete der Nasa, ist gescheitert. Es ist nur noch nicht offiziell. Sicher, innovativ, erschwinglich und nachhaltig sollte die Entwicklung verlaufen, dank Wiederverwendung von Spaceshuttle-Komponenten. Der erste Flug von SLS war für 2017 geplant. Aber die Kosten stiegen jährlich und inzwischen ist mit dem ersten Testflug von SLS frühestens Ende 2021 zu rechnen.
- Nasa: SLS scheitert auf Raten
- Gesetzlich verordnete Sparmaßnahmen funktionierten nicht
- Die Angst vor der neuen Technik
Europa Clipper, eine Raumsonde zur Landung auf dem Jupitermond Europa, sollte mit SLS gestartet werden. Aber im Nasa-Haushaltsentwurf für 2020 wurde sie auf "eine private Rakete" umgebucht. Nur so kann der Zeitplan zuverlässig eingehalten werden. Allein die eingesparten Kosten im Vergleich zum Start mit SLS sollen sich bei dieser Mission auf etwa 700 Millionen US-Dollar belaufen.
Sogar EM-1, eigentlich die erste Testmission von SLS, wurde von Nasa-Chef Jim Bridenstine in Frage gestellt. Die Rakete sollte beim ersten Flug gleichzeitig ein unbemanntes Orion-Raumschiff bei einem Flug um den Mond und zurück zur Erde testen. Auch diese Mission könnte von einer neuen privaten Rakete wie New Glenn oder Falcon Heavy übernommen werden, denn SLS wird zunächst in einer Sparversion mit zu kleiner Oberstufe gebaut, wobei die Rakete etwa die Hälfte ihrer Leistungsfähigkeit verliert.
Viele Missionen und die neue Oberstufe werden gestrichen
Für 2020 sollen alle Gelder zur Entwicklung der neuen EUS-Oberstufe von SLS gestrichen werden, zumindest bis die Rakete erstmals geflogen ist. Aber ohne diese Exploration Upper Stage genannte Stufe hat SLS zu wenig Nutzlast und keine Daseinsberechtigung. Das alles trotz geschätzer Kosten von knapp einer Milliarde US-Dollar pro Flug, noch ohne Einberechnung der Entwicklungskosten. Die beliefen sich schon Ende 2018 auf etwa 12 Milliarden US-Dollar, und jedes Jahr kommen rund 2,5 Milliarden US-Dollar hinzu.
Zu welchem Zweck dieses Geld investiert werden sollte, war von Anfang an unklar. Aber die Entwicklung von SLS und dem Orion-Raumschiff wurde per Gesetz festgelegt. Es gab nie eine klar definierte Mission, die damit durchgeführt werden sollte. Der damalige Präsident Barack Obama sprach zwar von Landungen auf Asteroiden und Flügen zum Mars, aber im Gesetz stand davon nichts. Derweil rückt selbst der Testflug des Raumschiffs um den Mond in weite Ferne.
Ebenso war vorgesehen, einige SLS-Missionen zu nutzen, um Module für den Lunar Gateway zu starten, die geplante neue Raumstation in der Nähe des Mondes. Die Startaufträge dafür sollen ebenso privaten Firmen übergeben werden. Durch die Umplanung der wenigen SLS-Missionen auf andere Raketen wird auch der Bau einer zweiten mobilen Startplattform überflüssig, die nun ebenfalls gestrichen wird. Es ist ein indirektes, aber sehr konkretes Eingeständnis des Scheiterns. Doch diese Entwicklung war absehbar, von Anfang an wurde SLS als nur von der Regierung beschlossenes Senate Launch System verspottet.
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| Gesetzlich verordnete Sparmaßnahmen funktionierten nicht |









Die Starts werden ja ausgeschrieben und da ist es wirtschaftlich, das Maximum...
Nein Musk hat schon 2017 seine Beraterposition gekündigt: https://www.sueddeutsche.de...
Sorry aber das ist Blödsinn. Die zweite Stufe der Saturn IB (S-IVB-200) entsprach im...
Ich halte es auch nicht für wahrscheinlich das sich da irgendwann in den nächsten...