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Gesetzlich verordnete Sparmaßnahmen funktionierten nicht

SLS selbst ging aus dem gescheiterten Constellation-Programm aus der Regierungszeit von George W. Bush hervor. Es wurde nach dem Absturz der Raumfähre Columbia gestartet, mit dem Ziel, wieder auf dem Mond zu landen. Das Orion-Raumschiff wurde aus diesem Programm übernommen. In Anlehnung an die Saturn-I- und Saturn-V-Raketen im Apollo-Programm sollten für Constellation die Raketen Ares I und Ares V entwickelt werden.

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Um die Entwicklung zu beschleunigen, sollten möglichst viele Komponenten und Technologie aus dem Spaceshuttle- und Apollo-Programm übernommen werden. Die J-2-Triebwerke der Saturn V wurden für rund eine Milliarde US-Dollar nach alten Bauplänen neu gebaut und als verbessertes J-2X getestet. Eine neue Version der großen F-1-Triebwerke war geplant, aber nicht fertig, bevor die Finanzierung eingestellt wurde. Beide wurden nie verwendet. Bis dahin wurden 10 Milliarden US-Dollar in das Constellation-Programm investiert.

SLS wurde abgeleitet aus der Schwerlastrakete Ares V. Mit zwei Feststoffraketen und fünf Wasserstofftriebwerken aus dem Spaceshuttle sollte sie schwere Fracht für den Flug zum Mond in den Erdorbit bringen, während Astronauten mit der kleineren Ares I starten sollten. SLS sollte etwas kleiner als die Ares V sein und nur vier statt fünf Triebwerke in der ersten Stufe haben. Aber vor allem sollte SLS mit Menschen an Bord starten. Schon die dafür nötigen Sicherheitsmaßnahmen brauchten mehr Zeit und machten jede Einsparung wieder zunichte.

Recycling führte zu mehr Aufwand als ein Neubau

Noch schwerer wog das Missverständnis, dass die Rakete durch Verwendung von Triebwerken und Treibstofftanks aus dem Spaceshuttle schneller und leichter zu entwickeln sei. Diese Bauteile waren nie für eine solche Rakete vorgesehen. Ein externer Tank ist nicht dafür gebaut, an der Spitze eine weitere Raketenstufe mit Nutzlast zu tragen oder Triebwerke an seinem Boden zu montieren. Selbst SpaceX stellte fest, dass die Falcon Heavy fast eine vollständige Neukonstruktion der Falcon 9 war. Der Schritt vom Spaceshuttle zu SLS ist noch viel größer.

Wirkliche Einsparmaßnahmen wären nur bei Übernahme großer Teil des Gesamtsystems zu erwarten gewesen. Ein Beispiel dafür wäre das Shuttle-C-Projekt von 1989 gewesen. Dort sollte alles komplett vom Spaceshuttle übernommen werden, was für den Flug in den Orbit nötig ist. Nur Cockpit, Flügel und Hitzeschutz sollten weggelassen und durch eine Nutzlastverkleidung ersetzt werden. Zuerst sollten einfach alte Prototypen wie das Spaceshuttle Enterprise umgebaut werden. Das Shuttle-C sollte Komponenten bis 70 Tonnen Gewicht für den Aufbau der US-Raumstation Freedom starten, beide wurden nie finanziert.

Alte Fehler wurden übertrieben korrigiert

Die Vorschrift zur Verwendung ausschließlich alter Komponenten war eine übertriebene Reaktion auf alte Fehler. Das Spaceshuttle bestand fast ausschließlich aus neuer Technologie, die nie zuvor in kleinerem Maßstab getestet wurde, anders als beim Apollo-Mondprogramm, dessen Technologie zuvor während des Gemini- und Mercury-Programms im Weltraum getestet und verfeinert wurde. Das Spaceshuttle sollte dagegen von Anfang an mit Menschen an Bord ins All fliegen und war dabei schwerer als eine voll beladene Boeing 737. Kleinere Shuttles wurden nie gebaut. Probleme waren unvermeidlich.

Infolge der hohen Kosten des Shuttle-Programms wurde die Entwicklung wiederverwendbarer Raketen weltweit mit großer Skepsis betrachtet und nie wieder im gleichen Umfang von staatlichen Stellen unterstützt. So entwickelte McDonnell Douglas 1991 im Rahmen des SDI-Programms eine 19 Tonnen schwere Rakete namens DC-X, die später der Nasa über geben wurde. Sie war wiederverwendbar und demonstrierte erfolgreich senkrechte Starts und Landungen. SpaceX führte das gleiche Verfahren erst über 20 Jahre später durch. Das DC-X-Projekt wurde 1996 eingestellt und nicht weiter entwickelt, nachdem bei einem Flug eines der Landebeine brach und die Rakete zerstört wurde.

Die Nasa hatte schon damals die Technik, die Blue Origin und SpaceX 20 Jahre später zum Einsatz brachten.

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 Nasa: SLS scheitert auf RatenDie Angst vor der neuen Technik 
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PaBa 27. Mär 2019

Die Starts werden ja ausgeschrieben und da ist es wirtschaftlich, das Maximum...

Kay_Ahnung 22. Mär 2019

Nein Musk hat schon 2017 seine Beraterposition gekündigt: https://www.sueddeutsche.de...

DeathMD 22. Mär 2019

Sorry aber das ist Blödsinn. Die zweite Stufe der Saturn IB (S-IVB-200) entsprach im...

HeroFeat 21. Mär 2019

Ich halte es auch nicht für wahrscheinlich das sich da irgendwann in den nächsten...

Sensei 21. Mär 2019

An sich nicht. Aber wenn die Technik noch nicht dafür entwickelt und gedacht ist muss...


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