Nasa: Rost am Mondprojekt Lunar Gateway
Die fertigen Wohnmodule der geplanten Mondraumstation weisen Korrosionsspuren auf(öffnet im neuen Fenster). Erst im März 2026 hatte die US-Raumfahrtbehörde Nasa die Pläne für das Lunar Gateway pausiert, um den Fokus der Artemis-Missionsarchitektur auf den Aufbau einer Basis auf der Mondoberfläche zu verlegen.
Einige der Artemis-Partner befanden sich mitten im Bau ihrer Module. Während einer Anhörung vor dem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses für Wissenschaft, Weltraum und Technologie nennt der Nasa-Administrator Jared Isaacman jetzt noch einen weiteren Grund für die Abkehr vom Lunar Gateway.
Die ursprüngliche Missionsarchitektur mit dem Lunar Gateway
Das Gateway war als orbitaler Knotenpunkt – eine Art Bushaltestelle im All – konzipiert. Es sollte als Umstiegsstation zwischen dem Orion-Raumschiff von der Erde und der Landefähre zum Mond dienen. Zudem hätte es als dringend benötigtes Kommunikationsrelais fungiert, um die Funklöcher zu schließen – die zuletzt bei Artemis II die Mission erschwerten. Auch die Dauer einzelner Artemis-Missionen könnte mit dem Gateway erweitert werden.
Die Gateway-Strategie würde sich vor allem langfristig auszahlen. Dennoch wird die Missionsarchitektur bereits seit Jahren kritisiert, wobei die enormen Kosten für den Aufbau und den Betrieb ebenfalls eine Rolle spielen. Jedoch gab es auch hier, wie im gesamten Artemis-Projekt, weitere Verschiebungen. Die ersten Mondastronauten seit der Apollo-Ära würden mit Artemis IV ohnehin ohne Gateway auskommen und direkt vom Orion-Raumschiff in die Landefähre und später wieder zurücksteigen.
Korrosion und weitere Verschiebungen
Wie sich Ende April bei der Anhörung von Isaacman zeigte, wäre es beim Gateway zu weiteren Missionsverschiebungen gekommen. Die beiden Wohn- und Hauptmodule weisen nämlich Korrosionsspuren auf.
"Die einzigen beiden bewohnbaren Module, die geliefert wurden, waren korrodiert", teilte Isaacman mit. "Das ist bedauerlich, denn dadurch hätte sich die Inbetriebnahme vom Gateway verzögert, wahrscheinlich bis über das Jahr 2030 hinaus."
Das Halo-Modul (Habitation and Logistics Outpost) wird vom US-Rüstungsunternehmen Northrop Grumman gebaut, während das I-Hab-Modul (International Habitation Module) aus Europa stammt. Sowohl der Rüstungskonzern als auch die europäische Raumfahrtbehörde Esa bestätigen den Vorfall.
Northrop Grumman wird nach eigenen Angaben die Reparaturen vermutlich bis zum Ende des dritten Quartals abschließen können. Zudem gibt sich das Unternehmen zuversichtlich, dass es Halo auch für den Einsatz auf der Mondoberfläche und außerhalb der Schwerelosigkeit umfunktionieren kann.
Problem liegt an europäischem Raumfahrtunternehmen
Die Wurzel des Problems liegt in Europa: Das Unternehmen Thales Alenia Space fertigte die Primärstrukturen beider Module. Während das US-Modul Halo bereits vor einem Jahr ausgeliefert(öffnet im neuen Fenster) wurde, befindet sich das europäische I-Hab noch im Bau.
Laut Esa ist eine Kombination aus fehlerhaften Schmiedeprozessen und mangelhafter Oberflächenbehandlung für die Korrosion verantwortlich. Das Problem wurde von der Esa als technisch beherrschbar eingestuft und stellte kein Hindernis für I-Hab dar – welches sich ohnehin in einem besseren Zustand befand als Halo.
Durch die Neuausrichtung der Artemis-Missionen ist unklar, inwieweit die Arbeiten am I-Hab fortgesetzt werden und was mit dem von Thales ursprünglich geplanten Kommunikations- und Betankungsmodul namens Esprit(öffnet im neuen Fenster) passieren wird.
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