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Nasa: Raumfahrzeug soll Weltraumteleskop vor Absturz retten

Das Swift-Teleskop droht gegen Jahresende abzustürzen. Die Nasa deaktivierte im April die Instrumente und plant für Juni eine Rettungsmission.
/ Patrick Klapetz
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Das Raumfahrzeug Link kurz vor den thermischen Vakuumtests (Bild: Nasa, Sophia Roberts)
Das Raumfahrzeug Link kurz vor den thermischen Vakuumtests Bild: Nasa, Sophia Roberts

Das Swift-Weltraumteleskop (Neil Gehrels Swift Observatorium) droht abzustürzen. Ohne Gegenmaßnahmen wird das 2004 gestartete Weltraumteleskop zur Untersuchung von Gammablitzen vermutlich noch in diesem Jahr in die Erdatmosphäre eintreten(öffnet im neuen Fenster). Deswegen strebt die US-Raumfahrtbehörde Nasa ein kurzfristig angesetztes Rettungsmanöver an.

Grundsätzlich sind alle Raumfahrzeuge in der erdnahen Umlaufbahn dem Luftwiderstand durch die Erdatmosphäre ausgesetzt. Verfügen sie nicht über Antriebssysteme zur Aufrechterhaltung ihrer Umlaufbahn, verringert der Luftwiderstand allmählich ihre Höhe. Das Gleiche gilt für die Internationale Raumstation ISS, deren Umlaufbahn regelmäßig durch externe Raumfrachter angehoben wird.

Das herabsinkende Swift-Teleskop

Durch die derzeit stark erhöhte Sonnenaktivität – wir befinden uns im Maximum des etwa elfjährigen Sonnenzyklus – hat sich die Erdatmosphäre ausgedehnt, wodurch mehr Reibung auf die sich in der Umlaufbahn befindenden Raumfahrzeuge einwirkt. Im Falle von Swift senkte sich dadurch der ursprüngliche Orbit von ursprünglich 600 auf knapp 400 Kilometer(öffnet im neuen Fenster) ab.

Zur Verringerung des Luftwiderstands schalteten die Projektleiter bereits im April 2026 die wissenschaftlichen Instrumente ab. Daraufhin richteten sie den Satelliten aerodynamischer zur Flugrichtung aus, was den Flughöhenverlust leicht abbremste, das Problem jedoch nicht dauerhaft beseitigte.

Umgebungstest und ein geplanter Horizontalstart

Bereits im Juni 2026 könnte eine Rettungsmission mit dem Weltraumschlepper Link von dem US-Unternehmen Katalyst Space Technologies eingeleitet werden. Am 4. Mai schloss die Firma die Umgebungstests ihres robotergesteuerten Wartungsraumfahrzeugs im Goddard Space Flight Center (Greenbelt, Maryland, USA) der Nasa ab.

Dabei wurden die Erschütterungen simuliert, denen das Raumfahrzeug beim Start mit einer Northrop-Grumman-Pegasus-Rakete ausgesetzt sein wird. In diese soll Link bereits im Juni integriert werden. Anders als bei anderen Raketenstarts für den Weltraum handelt es sich nicht um einen Vertikalstart. Die Rakete wird an ein L-1011-Flugzeug angebracht und im Laufe des Junis von den Marshallinseln aus starten. In einer Flughöhe von etwa 12.000 Metern wird die Rakete ausgeklinkt und leitet dann ihren Horizontalstart ein – ähnlich wie das von Richard Branson gegründete, jedoch gescheiterte Unternehmen Virgin Orbit es mit seinen Kunden vorhatte.

In Greenbelt wurde Link zudem thermischen Vakuumtests im Space Environment Simulator(öffnet im neuen Fenster) unterzogen. Zunächst wurde dabei die Luft aus der 8,2 Meter breiten Kammer abgepumpt, bevor man Link extrem hohen und niedrigen, weltraumähnlichen Temperaturen aussetzte. Zudem wurde einer der Arme des Raumfahrzeugs entfaltet und die Zündung der drei xenongetriebenen Ionenantriebe eingeleitet.

Den 30 Millionen US-Dollar teuren Auftrag zur Bergung von Swift erhielt Katalyst von der Nasa im September 2025(öffnet im neuen Fenster). Damit wurde das Raumfahrzeug innerhalb von nur acht Monaten entwickelt. "Wir befinden uns in einer ungewöhnlichen Situation, in der der Zeitplan bestimmt, wie viel Risiko wir bereit sind einzugehen, und nicht umgekehrt", sagte der leitende Forscher für Link bei Katalyst, Kieran Wilson. Nach dem Abschluss der Umgebungstests stehen für Link weitere Tests an, bevor das Bergungsraumfahrzeug gestartet werden kann. Die Tests erfolgen am Firmensitz in Broomfield im US-Bundesstaat Colorado.


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