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Nasa: Raumfahrtchef trat wegen illegitimer Boeing-Kontakte zurück

Nachdem Boeing Dokumente mit Informationen nachgereicht hat, die der US-Konzern nicht hätte haben dürfen, ordnete die Nasa-Führung eine Untersuchung an.

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Ex-Nasa-Raumfahrtchef Doug Loverro: Wurden Gesetze gebrochen?
Ex-Nasa-Raumfahrtchef Doug Loverro: Wurden Gesetze gebrochen? (Bild: Monica A. King/Department of Defense)

Er war gerade mal ein halbes Jahr im Amt als Chef der bemannten Raumfahrt der US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics And Space Administration (Nasa), als Doug Loverro im Mai überraschend zurücktrat. Er soll seinen Posten nicht freiwillig aufgegeben haben, sondern zum Rücktritt gezwungen worden sein, weil er interne Informationen an den Nasa-Geschäftspartner Boeing weitergab.

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Dabei ging es um eine Ausschreibung für den Bau einer Mondlandefähre. Boeing hatte seine Unterlagen bereits abgegeben, habe dann aber nach Ablauf der Frist weitere Dokumente nachgereicht, berichtet die US-Tageszeitung Washington Post. Die Änderungen hätten jedoch auffällig zu einem bestimmten Punkt gepasst, der der Nasa Kopfzerbrechen bereitet habe.

Boeing wusste zu viel

Nasa-Mitarbeiter hätten sich gewundert, wie Boeing auf dieses Problem hätte kommen und gleich eine Lösung dazu anbieten können. Daraufhin sei eine interne Untersuchung angeordnet worden. In deren Verlauf wurde bekannt, dass sich Loverro mit Jim Chilton getroffen hatte, dem Leiter des Bereichs Raumfahrt bei Boeing. Daraufhin wurde Loverro zum Rücktritt gezwungen.

Loverro hatte der Washington Post im vergangenen Monat in einem Interview gesagt, er habe Artemis, das neue Mondlandeprogramm der Nasa, beschleunigen wollen. US-Präsident Donald Trump hat im vergangenen Jahr eine US-Mondlandung im Jahr 2024 angekündigt. In seinem Rücktrittsgesuch erklärte Loverro, er sei ein Risiko eingegangen, um die Mission der Nasa zu erfüllen. Es habe sich aber gezeigt, dass er einen Fehler gemacht habe und für diesen die Konsequenzen tragen müsse.

Abgeschlossen ist die Angelegenheit damit jedoch nicht. Die Nasa-Ermittler wollen noch klären, ob das Durchstechen von Informationen an Boeing rechtswidrig war. Eine Quelle mit Insiderwissen sagte der Zeitung, die Gespräche hätten zwar außerhalb der vorgegebenen Kanäle stattgefunden. Die Unantastbarkeit des Beschaffungsprozesses sei aber nicht verletzt und es sei kein Gesetz gebrochen worden. Die Nasa hatte große Anstrengungen unternommen, um die Integrität der Auftragsvergabe zu gewährleisten.

Genutzt hat es Boeing nicht: Der Konzern erhielt keinen der drei Aufträge für den Bau eines Mondlandefahrzeugs, die die Nasa Anfang Mai vergeben hat. Den Zuschlag erhielten Blue Origin, Dynetics und SpaceX. Den größten Auftrag mit 579 Millionen US-Dollar hat Blue Origin erhalten, das Raumfahrtunternehmen von Amazon-Chef Jeff Bezos. SpaceX von Erzrivale Elon Musk bekommt 135 Millionen US-Dollar, Dynetics 253 US-Millionen Dollar. Bis Februar 2021 müssen die drei die Machbarkeit ihrer Konzepte demonstrieren. Loverro war nach Angaben der Nasa an der Auftragsvergabe nicht beteiligt.

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