Mars 2020 sollte billiger als Curiosity sein

Im Vergleich zu Curiosity hat sich die Ausstattung mit Instrumenten deutlich verändert. Um das geplante Missionsbudget von 1,5 Milliarden US-Dollar einzuhalten, wurde bei der Planung 2014 das gesamte chemische Labor zur Untersuchung von Gesteinsproben vor Ort gestrichen. Stattdessen sollen etwa 50 Proben nur gesammelt und in Behältern für eine spätere Mission hinterlegt werden. Ein Rover der Esa soll die Proben dann aufsammeln und mit Hilfe einer Nasa-Mission zurück zur Erde bringen. Diese sogenannte "Sample-Return-Mission" ist bisher aber weder konkret geplant noch finanziert. Angedacht ist sie derzeit für den Zeitraum um 2030.

Stellenmarkt
  1. Professur "Wirtschaftsinformatik und Mathematik"
    THD - Technische Hochschule Deggendorf, Deggendorf
  2. Linux Systemadministrator (m/w/d)
    Stiftung Kirchliches Rechenzentrum Südwestdeutschland, Eggenstein-Leopoldshafen
Detailsuche

Abgesehen vom fehlenden Chemielabor wird der noch nicht benannte Rover von Mars 2020 aber auch einige neue oder verbesserte Instrumente mitbringen. Mit dabei sind wieder eine Stereokamera und eine Wetterstation. Neu sind ein Bodenradar, das Daten aus bis zu 10 Metern Tiefe liefern soll, und ein Experiment zur Herstellung einer kleinen Menge von Sauerstoff aus der Marsatmosphäre.

Mehr Spektrometer sollen bessere Daten liefern

Auswertbare Daten über das Gestein des Mars müssen ohne Chemielabor von einer Reihe unterschiedlicher Spektrometer kommen. Dabei kommt auch eine verbesserte Version von Curiosity's Chemcam zum Einsatz, die das Marsgestein nun gleich mit zwei Lasern unter Beschuss nimmt. Wieder dabei ist der Infrarotlaser, der einen Teil des Gesteins verdampft, um spektroskopische Untersuchungen zu erlauben. Hinzu kommt aber noch ein grüner Laser mit einem Raman-Spektrometer, das zurückgeworfenes Licht des Lasers analysiert, um Rückschlüsse auf das Gestein zu ziehen.

Ein weiteres Instrument namens Sherloc ist ebenso ein Raman-Spektrometer, arbeitet aber mit einem UV-Laser und funktioniert nur aus der Nähe, nicht aus bis zu 10 Metern Entfernung. Sherloc soll Hinweise auf Kohlenwasserstoffe sammeln. Außerdem soll ein Röntgenfluoreszenzspektrometer wesentlich besser aufgelöste Analysen von der mineralischen Zusammensetzung des Gesteins liefern als vergleichbare Instrumente von Curiosity.

Genauso teuer, trotz Sparmaßnahmen und alter Technik

Golem Akademie
  1. Linux-Shellprogrammierung: virtueller Vier-Tage-Workshop
    8.–11. März 2021, Virtuell
  2. Ansible Fundamentals: Systemdeployment & -management: virtueller Drei-Tage-Workshop
    6.–8. Dezember 2021, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Eine bittere Erkenntnis gab die Nasa in der Pressekonferenz bei der Bekanntgabe der Landestelle hingegen nur auf Nachfrage zu: Alle Einsparmaßnahmen waren erfolglos. Obwohl Mars 2020 auf die fertig entwickelte und sogar noch übrig gebliebene Hardware von Curiosity zurückgreifen konnte und das komplexe Chemielabor eingespart wurde, stieg das Budget aktuell dennoch auf knapp 2,5 Milliarden US-Dollar.

Der Curiosity Rover kostete genauso viel, obwohl dieser das viel aufwendigere Labor mitführte und das Budget außerdem die gesamte Neuentwicklung der Konstruktion des Rovers und seines Landemechanismus am Kran enthielt. Neben der Schwerlastrakete SLS und dem James Webb Telescope wird Mars 2020 damit zu einem weiteren Beispiel für die aktuellen Kostenprobleme von Nasa-Missionen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Nasa: Mit drei Lasern und einem Helikopter zum Mars
  1.  
  2. 1
  3. 2


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Feldversuch E-Mobility-Chaussee
So schnell bringen E-Autos das Stromnetz ans Limit

Das Laden von Elektroautos stellt Netzbetreiber auf dem Land vor besondere Herausforderungen. Ein Pilotprojekt hat verschiedene Lösungen getestet.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

Feldversuch E-Mobility-Chaussee: So schnell bringen E-Autos das Stromnetz ans Limit
Artikel
  1. Encrochat-Hack: Damit würde man keinen Geschwindigkeitsverstoß verurteilen
    Encrochat-Hack
    "Damit würde man keinen Geschwindigkeitsverstoß verurteilen"

    Der Anwalt Johannes Eisenberg hat sich die Daten aus dem Encrochat-Hack genauer angesehen und viel Merkwürdiges entdeckt.
    Ein Interview von Moritz Tremmel

  2. Geforce Now (RTX 3080) im Test: 1440p120 mit Raytracing aus der Cloud
    Geforce Now (RTX 3080) im Test
    1440p120 mit Raytracing aus der Cloud

    Höhere Auflösung, mehr Bilder pro Sekunde, kürzere Latenzen: Geforce Now mit virtueller Geforce RTX 3080 ist Cloud-Gaming par excellence.
    Ein Test von Marc Sauter

  3. SpaceX: Starlink testet Satelliteninternet in Flugzeugen
    SpaceX
    Starlink testet Satelliteninternet in Flugzeugen

    Bald dürften mehrere Flugesellschaften Starlink-Service anbieten. Laut einem Manager soll es so schnell wie möglich gehen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Gaming-Monitore zu Bestpreisen (u. a. Samsung G9 49" 32:9 Curved QLED 240Hz 1.149€) • Spiele günstiger: PC, PS5, Xbox, Switch • Zurück in die Zukunft Trilogie 4K 31,97€ • be quiet 750W-PC-Netzteil 87,90€ • Cambridge Audio Melomonia Touch 89,95€ • Gaming-Stühle zu Bestpreisen [Werbung]
    •  /