Nasa: Mars-Drohne Ingenuity startet wieder nach Notlandung

Die Mars-Drohne kann immer noch fliegen. Grund für Ingenuitys unplanmäßige Landung im Juli war wohl ein bekannter Fehler.

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Marshubschrauber Ingenuity: Notlandung wie geplant
Marshubschrauber Ingenuity: Notlandung wie geplant (Bild: Nasa/JPL-Caltech/ASU/MSSS)

Auch eine Notlandung konnte dem Marshubschrauber Ingenuity offensichtlich nichts anhaben. Der erste Flug danach war allerdings nur kurz.

Gerade einmal 25 Sekunden lang sei das Fluggerät in der Luft gewesen, teilte die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics And Space Administration (Nasa) mit. In der Zeit habe das unbemannte Fluggerät Daten gesammelt, die dem Team des Marshubschraubers helfen sollen, den Flugabbruch zu verstehen.

Beim vorigen, dem 53. Flug sollte Ingenuity 136 Sekunden lang fliegen, um Bilder von der Marsoberfläche für das Team des Marsrovers Perseverance aufzunehmen. Das Flugprofil sei kompliziert gewesen, schreibt die Nasa: Es seien mehrere Änderungen der Flughöhe vorgesehen gewesen.

Ingenuity landete unplanmäßig

Ingenuity absolvierte aber einen Teil des Programms: Der Hubschrauber stieg wie vorgesehen fünf Meter hoch auf und flog dann in Richtung Norden. Geplant war, dass er eine Strecke von 203 Metern zurücklegt, bevor er erst absinken und dann noch einmal höher aufsteigen sollte. Ingenuity brach aber nach 142 Metern ab und landete automatisch. Die gesamte Flugzeit betrug 74 Sekunden.

Das Ingenuity-Team glaubt, dass der Abbruch erfolgte, weil die Bilder der Navigationskamera nicht wie erwartet mit den Daten der inertialen Messeinheit (Inertial Measurement Unit, IMU) übereinstimmten. Letztere misst die Beschleunigung und Drehung von Ingenuity – diese Daten ermöglichen die Ortung, die Geschwindigkeit und die Ausrichtung zu bestimmen. Vor zwei Jahren hatte es schon einmal Probleme beim Zusammenspiel zwischen Kamera und IMU gegeben.

Die Kamera liefert 30 Bilder in der Sekunde, die mit den Daten der IMU verglichen werden. Der Algorithmus des Navigationssystems prüft zunächst den Zeitstempel, den er zusammen mit dem Bild erhält. Dann macht er eine Vorhersage darüber, was die Kamera zu diesem bestimmten Zeitpunkt gesehen haben sollte, anhand von Oberflächenmerkmalen, die er auf kurz zuvor aufgenommenen Bildern identifiziert hat. Schließlich untersucht der Algorithmus, wo diese Merkmale tatsächlich im Bild erscheinen.

Die Flugsoftware wurde aktualisiert

Bei dem Flug im Jahr 2021 kam es zu einem Bildstau, so dass der Algorithmus Bilder mit einem falschen Zeitstempel erhielt. Er berechnete deshalb vermeintliche Korrekturen auf der Grundlage fehlerhafter Informationen. Nach jenem Flug, es war der sechste, wurde die Flugsoftware von Ingenuity aktualisiert. Bei den folgenden 46 Flügen lief alles problemlos, bis das Problem bei Flug 53 wieder auftrat.

"Seit dem ersten Flug haben wir ein Programm namens 'Land_Now' eingebaut, das den Hubschrauber so schnell wie möglich auf die Oberfläche bringen sollte, wenn eines von ein paar Dutzend Ausnahmeszenarien eintritt", sagte Teddy Tzanetos, ehemaliger Teamleiter von Ingenuity. "Während des Fluges 53 sind wir auf eines dieser Szenarien gestoßen, und der Hubschrauber ist wie geplant sofort gelandet."

Ingenuity ist ein 1,8 Kilogramm schwerer Mini-Hubschrauber, der von einem Doppelrotor angetrieben wird. Er landete zusammen mit dem Rover Perseverance am 18. Februar 2021 und ist das erste Fluggerät, das Menschen auf den Mars brachten. Die Mission von Ingenuity war ursprünglich nur auf rund 30 Tage angelegt.

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