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Nasa: Kurskorrektur zum Mond durch die neuen Artemis-Pläne

Die Nasa arbeitet mit Hochdruck an dem Start der Artemis-II-Mission. Zeitgleich erfolgt eine strategische Neuausrichtung des gesamten Mond-Programms.
/ Patrick Klapetz
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Die SLS-Mondrakete für die zweite Artemis-Mission auf der Startplattform. (Bild: Nasa, Ben Smegelsky)
Die SLS-Mondrakete für die zweite Artemis-Mission auf der Startplattform. Bild: Nasa, Ben Smegelsky

Die Mondmission Artemis II soll frühestens am 2. April 2026 starten. Ursprünglich war der Start des astronautischen Rundflugs um den Mond für Februar angesetzt. Ein Helium-Problem bei der Megamondrakete SLS(öffnet im neuen Fenster) (Space Launch System) sorgte für Verzögerungen, das nun aber behoben wurde(öffnet im neuen Fenster). Dennoch hat sich die US-Raumfahrtbehörde Nasa für eine Erneuerung der gesamten Struktur des Mondprojektes(öffnet im neuen Fenster) entschieden.

Eine der größten Änderungen ist die Absage der astronautischen Mondlandung während der dritten Artemis-Mission. Erst mit Artemis IV sollen wieder Menschen auf der Mondoberfläche landen. Zeitlich hat sich vorerst jedoch nichts geändert. Die astronautische Mondlandung ist weiterhin für das Jahr 2028 angesetzt.

Die Neuausrichtung von Artemis III

Der früheste angepeilte Termin für die bemannte Mondlandung mit der ursprünglichen Artemis-III-Mission war zwar für 2027 angesetzt, aber in Fachkreisen galt dieser Termin bereits als unrealistisch. Ein Grund dafür sind die Probleme beim Starship, das in umgebauter Version die Astronauten auf die Oberfläche des Trabanten und zurück in die Mondumlaufbahn befördern soll.

Da es sich mit der Neudefinition von Artemis III jedoch um eine rein robotische und keine astronomische Mission handelt, kann an dem Starttermin für 2027 weiter festgehalten werden. Die dritte Artemis-Mission ähnelt damit der Mondmission Apollo 9. Auch hier wurden wichtige Manöver und Hardware für die bevorstehende erste astronautische Mondlandung des Programms durchgeführt.

Dazu gehört das Andocken im Orbit an ein anderes Raumfahrzeug. Bei Apollo 9 waren es das Kommandomodul (CSM) und die Mondlandefähre (LM), bei Artemis III soll das Orion-Raumschiff an einer der möglichen kommerziellen Landefähren andocken. Hierfür sind SpaceX und Blue Origin im Rennen. Zudem sollen die neuen Raumanzüge für die Mondmission getestet werden. Damit kann man Artemis III als technische Generalprobe für die Mondlandung bezeichnen.

Erhöhung der Schlagzahl

Die erste astronautische Mondlandung seit mehr als einem halben Jahrhundert soll mit Artemis IV erfolgen. Der amtierende US-Präsident Donald Trump wies dies mit einer neuen Verodnung an. Ein wichtiger Schritt, damit die USA noch vor den Chinesen auf dem Mond landen. Diese streben nämlich bis Ende des Jahrzehnts eine astronautische Mondlandung an.

Zudem möchte die Nasa die Schlagzahl bei den Mondlandungen erhöhen. Da Artemis I im November 2022 gestartet war, liegen zwischen den ersten beiden Missionen 3,5 Jahre. Auch zwischen Artemis II und der ersten realistischen Mondlandung sollten etwa zwei Jahre liegen. Mit Artemis IV soll jedoch alle zehn Monate eine neue Mondlandung angestrebt werden. Dies soll mit einer standardisierten Konfiguration der SLS-Rakete gelingen.

Eine SLS-Rakete für alle Artemis-Missionen

Bisher gab es verschiedene Modelle, damit auch die Nutzlastkapazität für die fortschreitenden Missionen erhöht werden kann. Etwa, um die Module des Lunar Gateway, einer Raumstation für die Mondumlaufbahn, in den Orbit zu befördern oder bei späteren Missionen Nutzlasten für den Aufbau einer Basis auf der Mondoberfläche zu liefern.

Der amtierende Nasa-Administrator Jared Isaacman betont, dass man durch "evolutionäre Schritte" statt technologischer Riesensprünge eine sicherere und nachhaltigere Präsenz auf dem Mond aufbauen wolle. "Wir müssen zurück zu den Grundlagen", teilt Isaacman mit, um die nationale Überlegenheit in der Weltraumforschung langfristig zu sichern.

Das Grunddesign der Rakete für die Artemis-II-Mission wird damit für alle zukünftigen SLS-Raketen beibehalten. Die bisherigen Upgrades der Rakete werden damit vorerst komplett gestrichen. Dadurch sollen die Software- und Hardwaretests sowie die Zertifizierungsschritte minimiert werden. Zudem erhofft sich Isaacman, dass die Kosten für die Entwicklung des SLS-Programms damit nicht weiter explodieren.

Jedoch geht dieser Schritt auf die Nutzlast. Da die jetzige Konfiguration weniger Fracht, als man ursprünglich mit der neuen Oberstufe geplant hatte, transportieren kann. Schwere Komponenten wie die Mondlandefähren müssen zukünftig mit anderen Raketen starten. Die SLS dient primär als sichere Mitfahrgelegenheit für die Astronauten an Bord des Orion-Raumschiffs. 


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