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Nasa: Die Mondmissionen Artemis II und III werden verschoben

Die Nasa verschiebt die Mondmission Artemis II um ein halbes Jahr. Die Untersuchungen des Hitzeschildvorfalls am Orion-Raumschiff dauern an.
/ Patrick Klapetz
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Auf ein solches Bild bei Artemis II müssen wir warten: Die Mission wurde verschoben. (Bild: Nasa)
Auf ein solches Bild bei Artemis II müssen wir warten: Die Mission wurde verschoben. Bild: Nasa

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa fliegt 2025 nicht bemannt zum Mond. Die Behörde kündigte am 5. Dezember 2024 eine erneute Verschiebung der Mondmission Artemis II an(öffnet im neuen Fenster) , mit der erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder Menschen in Richtung Mond aufbrechen sollen. Grund ist: Die Untersuchungen am Orion-Raumschiff werden verlängert.

"Die Artemis-Kampagne ist das gewagteste, technisch anspruchsvollste, kollaborativste und internationalste Unterfangen, das sich die Menschheit je vorgenommen hat" , sagte Nasa-Administrator Bill Nelson.

Beim unbemannten Rundflug der ersten Artemis-Mission war es jedoch zu einem Problem beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre gekommen, bei dem sich Teile des Hitzeschilds unerwartet abgelöst hatten.

Die Verschiebung von Artemis II und III

Im Herbst ermittelte die Nasa zusammen mit einem unabhängigen Überprüfungsteam die technische Ursache für die unerwartete Abnutzung des verkohlten Materials auf dem Hitzeschild des Orion-Raumschiffes, das die Artemis-Astronauten zum Mond fliegen soll.

Nach der umfassenden Untersuchung des Problems(öffnet im neuen Fenster) räumte Nelson den zuständigen Beamten nun mehr Zeit ein, um "mehr über die Lebenserhaltungssysteme von Orion" zu erfahren und "um den Betrieb der Besatzung während Artemis II aufrechtzuerhalten" .

Damit der Hitzeschild die Astronauten bei der zweiten Artemis-Mission schützen kann, müsste die Flugbahn des Orion-Raumschiffs geändert werden. Artemis II soll nun im April 2026 - statt September 2025 - und Artemis III frühstens Mitte 2027 starten. Die aktualisierten Missionszeitpläne lassen ausreichend Zeit, sich um die Umweltkontroll- und Lebenserhaltungssysteme Orions zu kümmern.

"Die Aktualisierungen unserer Missionspläne sind ein positiver Schritt, um sicherzustellen, dass wir unsere Ziele auf dem Mond sicher erreichen und die Technologien und Fähigkeiten entwickeln können, die für bemannte Marsmissionen erforderlich sind" , sagte die beigeordnete Nasa-Verwalterin Catherine Koerner.

Die Untersuchung des Vorfalls

In mehr als 100 Tests konnte das Untersuchungsteam zeigen, dass es Probleme mit dem verwendeten Avcoat-Material für den Schutzschild gab. Avcoat ist so konzipiert, dass es sich abnutzt, wenn es sich erwärmt. Es ist ein Schlüsselmaterial im Wärmeschutzsystem, welches das Orion-Raumschiff und seine Besatzung vor Temperaturen von 2.760° Celsius schützt. Diese entstehen, wenn das Raumschiff vom Mond zurück zur Erde kehrt und durch die Erdatmosphäre fliegt, bevor es seinen Fallschirm für eine sanfte Landung öffnet.

Der Hitzeschild von Artemis I ließ nicht genügend Gase entweichen, die im Inneren des Avcoat-Materials entstanden. Dadurch bekam ein Teil des Materials Risse und brach ab. Im Inneren des Raumschiffs blieben die Temperaturen dennoch angenehm.


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