Nasa-Budget: Aus für Mondrakete, Mondraumstation und Marsprobenmission
Die drastischen Kürzungen der neuen Trump-Regierung für die US-Raumfahrtbehörde Nasa haben sich bereits abgezeichnet. Ein erster Haushaltsvorschlag wurde der Behörde bereits im April 2025 übermittelt. Dieser sah Gesamtkürzungen in Höhe von rund 20 Prozent vor. Der neue Budgetvorschlag(öffnet im neuen Fenster) , der vom Weißen Haus vorgelegt wurde, sieht für das Jahr 2026 eine 24,5-prozentige Kürzung vor.
Für das laufende Jahr stehen der Behörde noch 24,9 Milliarden US-Dollar zur Verfügung, für das kommende Jahr dann nur noch 18,8 Milliarden Dollar. Das hat enorme Auswirkungen auf wissenschaftliche Missionen, aber auch auf die Umstrukturierung der Behörde. Neben der Nasa-Belegschaft sollen auch die Anlagenwartungen, Baumaßnahmen und Aktivitäten zur Umweltverträglichkeit rationalisiert werden. Ebenso sind der Betrieb des Nasa-Zentrums und die IT-Dienste betroffen.
Neuausrichtung des Artemis-Programms
Trotz dieser drastischen Kürzung soll die Nasa ein oberstes Ziel verfolgen: Die Behörde soll die Chinesen beim Rennen zum Mond schlagen und dafür sorgen, dass die USA die erste Nation sind, die Menschen zum Mars schickt. China möchte ebenfalls Menschen zum Mars schicken und bis 2030 die ersten chinesischen Astronauten zur Mondoberfläche. Dafür baut die Volksrepublik ihre Weltraumaktivitäten aber aus und investiert in die Raumfahrt.
Das Artemis-Mondprogramm dürfte damit neu ausgerichtet werden. Boeing hatte sich bereits Anfang des Jahres auf die Streichung der Megamondrakete SLS (Space Launch System) eingestellt. Aber auch die Orion-Raumkapsel und das Lunar Gateway, eine geplante Raumstation um den Mond, dürften ihrem Ende entgegensehen. Mit der Rakete und der Raumkapsel sollen die Artemis-II-Astronauten um den Mond herumgeschickt, mit Artemis-III zwei Astronauten auf die Mondoberfläche gebracht werden – auch wenn sie dafür in ein umgebautes Starship von SpaceX in der Mondumlaufbahn umsteigen sollen.
Das Orion-Programm soll bereits 20 Milliarden Dollar gekostet haben und die SLS 24 Milliarden Dollar – wobei jeder Start der Einwegrakete etwa vier Milliarden Dollar kosten soll.
Einfluss auf die internationale Kooperation
Das betrifft auch die Zusammenarbeit mit anderen Nationen. Das Lebenserhaltungs- und Antriebsmodul ESM wird beispielsweise von der europäischen Raumfahrtbehörde Esa bereitgestellt. Am Lunar Gateway ist ebenfalls die Esa beteiligt, genauso wie die Raumfahrtbehörden aus Japan (Jaxa), Kanada (CSA) und d en Vereinigten Arabischen Emiraten (MBR Space Centre) .
Der designierte neue Nasa-Leiter Jared Isaacman hatte sich Anfang April 2025 bei einer Anhörung noch hinter das Astronautenprogramm gestellt: Ihm sei keine Beendigung der Gateway-Pläne bekannt. Im Gegenzug sollen Astronauten der beteiligten Raumfahrtnationen an kommenden Mondmissionen teilnehmen dürfen. Immerhin wird das Mondprogramm auf sieben Milliarden Dollar aufgestockt.
Kürzungen auch bei der ISS und einem Marsprogramm
Auch bei der Internationalen Raumstation ISS soll eine halbe Milliarde Dollar eingespart werden. Statt drei Milliarden sind noch 2,5 Milliarden Dollar für den Betrieb und den Transport zur Raumstation vorgesehen. Demnach soll die Besatzung der ISS reduziert werden und sich vorrangig auf die Unterstützung der kommenden Mond- und Marsmissionen konzentrieren. Weiterhin wird am Ende der ISS für das Jahr 2031 und an dem Übergang zu kommerziellen Raumstationen festgehalten.
Das alternde Chandra-Röntgenobservatorium, das Nancy-Grace-Roman-Weltraumteleskop und grüne Luftfahrtprojekte dürften ebenfalls gestrichen werden, ebenso wie die elf Milliarden Dollar teure Mars-Sample-Return-Mission zur Beschaffung von Gesteins- und Steinproben vom Mars. Gleichzeitig werden eine Milliarde Dollar für eine geplante Mission zum Mars mit Besatzung vorgesehen.
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