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Nasa & Boom Supersonic: Foto zeigt den XB-1-Jet beim Durchbrechen der Schallmauer

Spezialaufnahmen der Nasa zeigen die Schockwellen, als der Überschall -Demonstrator XB-1 von Boom Supersonic die Schallmauer durchbricht.
/ Patrick Klapetz
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Xb-1 durchbricht ein zweites Mal die Schallmauer. (Bild: Nasa, Boom Supersonic)
Xb-1 durchbricht ein zweites Mal die Schallmauer. Bild: Nasa, Boom Supersonic

Im Januar 2025 hat das US-Unternehmen Boom Supersonic mit seinem XB-1-Überschallflugzeug erstmals erfolgreich die Schallmauer durchbrochen . Bei seinem zweiten Überschallflug am 10. Februar(öffnet im neuen Fenster) setzte die US-amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa eine besondere Technik am Boden ein, um Schlierenbilder zu erstellen.

Die Schlierenfotografie ist eine Technik zur Visualisierung der Schockwellen, die entstehen, wenn ein Jet mit Überschallgeschwindigkeit fliegt. Zudem sammelte die Nasa auch Daten über die akustische Signatur von XB-1 an einem Punkt auf der Flugroute.

Die Boom-Analyse ergab, dass kein hörbarer Schallknall den Boden erreichte, als der Jet mit Überschallgeschwindigkeit flog. Das ebnet "den Weg für bis zu 50 Prozent schnellere Flüge von Küste zu Küste" , sagt Blake Scholl (CEO von Boom Supersonic) in einer Pressemitteilung vom 3. März 2025.

Der Testflug und die Aufnahme

Der Boom-Cheftestpilot Tristan Brandenburg positionierte XB-1 zu einem exakten Zeitpunkt an einer präzisen Position über der Mojave-Wüste, damit die Nasa den XB-1 beim Flug vor der Sonne fotografieren konnte. Dabei konnte die Behörde die sich verändernde Luftdichte um das Flugzeug bei Geschwindigkeiten von mehr als Mach 1 (etwa 1.225 Kilometer pro Stunde) dokumentieren.

Anhand der von der Nasa berechneten Wegpunkte entwickelte das XB-1-Team eine Avioniksoftware. Diese soll den Piloten zu dem spezifischen Punkt – einer Koordinate – führen, den die Kamera anvisierte, um ihre Aufnahme zu machen. Zur Aufnahme der Bilder wurden Bodenteleskope mit speziellen Filtern eingesetzt, die Luftverzerrungen erkennen, wie etwa Stoßwellen, die sich um das Überschallflugzeug herum zeigen.

Kein Überschallknall am Boden

Sowohl die Teams der Nasa als auch von Boom Supersonic gingen davon aus, dass der in der Atmosphäre brechende Überschallknall nicht den Boden erreichen wird. Dieser Effekt wird erzielt, indem die Schallmauer in einer ausreichend großen Höhe durchbrochen wird – wobei die genauen Geschwindigkeiten von den atmosphärischen Bedingungen abhängen.

Die Daten des Schallknalls wurden mit Mikrofonen und Schalldruckmessgeräten erfasst. Die Auswertung dieser Art von Daten aus den Überschallflügen von XB-1 zeigt, dass Überschallflüge ohne die Störung durch einen Überschallknall möglich sind. Dies deckt sich mit einer Forschungsarbeit aus dem Jahr 2016(öffnet im neuen Fenster) , die zuvor von der Nasa durchgeführt wurde, um den kommerziellen Überschallflug der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Daten sollen für das geplante Überschallflugzeug Overture genutzt werden, das zukünftig mit Geschwindigkeiten von bis zu Mach 1,3 ohne hörbaren Knall fliegen soll. Mehrere Fluggesellschaften wie United Airlines, American Airlines und Japan Airlines haben zusammen bereits 130 Vorbestellungen für die Overture getätigt. In der Overture Superfactory in Greensboro (North Carolina, USA) sollen jährlich 66 dieser Jets gebaut werden.


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