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Nasa: Boeings Starliner hatte noch einen schweren Softwarefehler

Ein Sicherheitskomitee der Nasa hat einen weiteren Fehler beim Testflug von Boeings Starliner veröffentlicht und fordert eine Untersuchung der Sicherheitskultur des Unternehmens. Innerhalb und außerhalb der Nasa wird Kritik an einer Bevorzugung von Boeing laut.

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Das Starliner Raumschiff vor dem Start des problematischen Testfluges
Das Starliner Raumschiff vor dem Start des problematischen Testfluges (Bild: Wikimedia/Nasa)

Bei einem Treffen des Beratungskomitees zur Luft- und Raumfahrtsicherheit der Nasa ist bekanntgeworden, dass Boeings Starliner-Raumschiff auf seinem Testflug einen weiteren schweren Softwarefehler aufwies, der zu einem Versagen während des Wiedereintritts hätte führen können. Erst zwei Stunden vor Ende des zweitägigen Fluges konnte der Fehler von Boeing gefunden und mit einem Softwareupload korrigiert werden, wie Space News berichtete. Ohne das Update hätte der Fehler zu unkontrollierten Triebwerkszündungen während der Abtrennung der Passagierkapsel vom Rest des Raumschiffs geführt - mit potenziell katastrophalen Folgen. Details des Fehlers wurden nicht veröffentlicht.

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Der Fehler ist nicht der erste im CST-100 Starliner. Erst öffneten sich bei einem Test des Flugabbruchsystems vom Boden aus nur zwei von drei Fallschirmen. Dann ging beim ersten Flug des Raumschiffs dessen Missionsuhr um elf Stunden verkehrt. In Folge nahm das Raumschiff die falsche Fluglage ein. Die Kommunikation riss ab, und das Raumschiff befand sich in einem falschen Flugmodus, bei dem die Triebwerke so viel Treibstoff verbrauchten, dass der Flug zur ISS nicht stattfinden konnte. Die Triebwerke überhitzten und wurden teilweise funktionsunfähig.

Da die zahlreichen Pannen beim Testbetrieb des Starliner-Raumschiffs auf systematische Probleme in der Softwareentwicklung hindeuten, empfiehlt das Nasa-Komitee weitreichende Untersuchungen der Softwareintegration im Flugsystem sowie eine ausführliche Überprüfung der Sicherheitskultur von Boeings Raumfahrtprogramm. Eine solche Analyse musste SpaceX bereits 2018 über sich ergehen lassen, nachdem Unternehmenschef Elon Musk bei einem Auftritt in Joe Rogans Youtube-Show einen Joint geraucht hatte. Die Aufnahme fand in Kalifornien statt, nachdem der Cannabiskonsum dort legalisiert worden war.

Ungleichbehandlung von Boeing und SpaceX wird immer mehr kritisiert

Die bei SpaceX angeordnete Sicherheitsuntersuchung sollte schon 2018 auch bei Boeing durchgeführt werden, wurde aber angeblich aus Kostengründen verschoben. Innerhalb und außerhalb der Nasa wächst die Kritik an einer Ungleichbehandlung der Raumschiffentwicklung beider Firmen. Das bei vergleichbarer Leistung mehr als 50 Prozent teurere Boeing-Raumschiff werde immer wieder bevorzugt, auch zu Lasten der Sicherheit.

Während SpaceX zur Demonstration der Sicherheit mehr Fallschirmtests durchführen musste als die Nasa nach eigenen Angaben jemals sah, wurde Boeings Testflug trotz eines fehlenden Fallschirms als Erfolg bezeichnet. Und während SpaceX einen Startabbruch mit dem Fluchtsystem unter realen Bedingungen während eines Fluges testete, das Gleiche auch beim Orion Raumschiff zumindest mit einer Testkapsel erfolgte und auch die Sicherheitssysteme von Blue Origins New Shepard Kapsel im Flug überprüft wurden, darf Boeing den gleichen Vorgang mit einer reinen Computersimulation durchführen.

Trotz der Schwierigkeiten beim Sicherheitstest vom Boden, des fehlenden Startabbruchtests im Flug und der Softwareprobleme beim unvollständigen Erstflug war nach der Landung noch immer die Rede davon, dass der nächste Starliner-Flug mit Crew stattfinden solle. Die Entscheidung über eine Wiederholung des Testfluges steht weiter aus. Dabei will Boeing ein höheres Risiko im ersten Flug mit Besatzung eingehen als SpaceX. Während SpaceX eine erste Mission mit zwei Astronauten an Bord fliegen wird, soll Boeings Starliner gleich mit einer dreiköpfigen Besatzung starten. Inzwischen soll Boeing 410 Millionen US-Dollar für eine mögliche Wiederholung des Testfluges beiseitegelegt haben.

Das Sicherheitskomitee der Nasa äußerte zwar offen Kritik an der Sicherheit des Boeing-Programms. Dessen Mitglieder können aber nur Empfehlungen aussprechen, keine Entscheidungen treffen. Die Treffen des Nasa-Gremiums finden öffentlich statt, was allerdings nur bedeutet, dass Besuchern vor Ort nach aufwändiger Anmeldung Einlass gewährt und die Sitzung in den USA per Telefon übertragen wird. Eine Aufzeichnung der Sitzung ist derzeit nicht verfügbar.

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[gelöscht] 09. Feb 2020

x.adama 08. Feb 2020

Es werden sich tausende Freiwillige melden, die umsonst mitfliegen wollen. Und es werden...

Kaiser Ming 08. Feb 2020

jahrelang mit Staatsknete fettgefressen da kommt Konkurrenz unpassend. Da wirds wohl auch...

arknius 08. Feb 2020

Leute ich arbeite auch bei einem US Unternehmen seit vielen Jahren und ich werde nicht...

Hotohori 07. Feb 2020

Man kann nur hoffen, dass sich einfach alle Astronauten weigern sich in das Teil zu...


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