Nasa: Artemis-Mondlandung passiert nicht vor 2025

Die Nasa hat ihre Artemis-Pläne aktualisiert: keine Mondlandung vor 2025. Der Rechtsstreit mit Blue Origin sei unter anderem daran schuld.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Illustration des SpaceX Starship Human Lander Design, das die ersten Nasa-Astronauten auf die Mondoberfläche unter Artemis bringen wird.
Illustration des SpaceX Starship Human Lander Design, das die ersten Nasa-Astronauten auf die Mondoberfläche unter Artemis bringen wird. (Bild: SpaceX)

Die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa und ihre Partner wollen zurück zum Mond. Doch die bemannte Mondlandung für 2024 wird sich verschieben, teilte die Behörde am Dienstag in ihrem aktualisierten Plan des Artemis-Programms mit. Die erste Frau und den nächsten Mann könne man nicht vor 2025 auf der Mondoberfläche landen lassen.

Grund dafür sei der Rechtsstreit mit dem privaten Raumfahrtunternehmen Blue Origin gewesen. Die Behörde habe SpaceX mit dem Bau einer Mondlandefähre beauftragt, wogegen Blue Origin geklagt habe. Vor sechs Tagen, am 4. November 2021, wies das US-Bundesgericht für Bundesansprüche die Klage ab. Der Nasa-Administrator Bill Nelson hat darauf in einer Pressemitteilung der Nasa scharfe Worte gefunden: "Wir haben fast sieben Monate im Rechtsstreit verloren, und das hat die erste Landung eines Menschen wahrscheinlich auf frühestens 2025 verschoben."

Während des Gerichtsverfahrens war es der Nasa untersagt, mit SpaceX über das HLS-Programm (Human Landing System) zu sprechen, geschweige denn mit ihnen daran zu arbeiten. Außerdem durfte die Behörde keine Meilensteinzahlungen an SpaceX tätigen. Einen Tag nach dem Rechtsurteil hatte Nelson die COO von SpaceX, Gwynne Shotwell, zum ersten Mal wieder kontaktiert. Beide seien sich einig gewesen, "wie wichtig es ist, so schnell und sicher wie möglich zum Mond zurückzukehren", so Nelson.

Die Artemis-Mission wird teurer

Eine Mondlandung bis 2024 erschien bereits bei der Begründung des Artemis-Programms 2019 unrealistisch umzusetzen. Neben einem Lander musste auch eine neue Mondrakete entworfen und gebaut werden. Nelson räumt ein, dass die beantragten Mittel beim Kongress als zu niedrig angesetzt waren. Die Entwicklungskosten für das Orion-Raumschiff sollen bis zur Mondlandung von 6,7 Milliarden Dollar (circa 5,8 Milliarden Euro) auf 9,3 Milliarden Dollar (knapp acht Milliarden Euro) ansteigen.

Auch die Entwicklungskosten für das Space Launch System, die SLS-Mondrakete, werden bis zum Start der Artemis 1 Mission elf Milliarden Dollar (ungefähr 9,5 Milliarden Euro) betragen. Knapp zwei Milliarden Dollar mehr als zunächst beantragt wurde. Mittlerweile wurde der Bau der Rakete fertiggestellt. Neben den technischen, finanziellen und rechtlichen Herausforderungen gab Nelson ebenfalls die Coronapandemie als Grund der Verzögerung der Ziele an.

Das neue Artemis-Mondprogramm

Die unbemannte Artemis-1-Mission sollte ursprünglich Ende 2021 starten, wurde von der Behörde jedoch bereits mehrfach verschoben - aktuell auf Februar 2022. Während der Mission soll das Orion-Raumschiff in eine hohe Mondumlaufbahn eintreten und anschließend zurück zur Erde fliegen.

Die Artemis-2-Mission wird ähnlich verlaufen, nur dass diese bemannt sein soll und nach dem Nasa-Update frühestens im Mai 2024 starten soll. Die Astronauten sollen dabei ungefähr 65.000 Kilometer über den Mond hinaus fliegen. Das entspricht einer Strecke von mehr als dem fünffachen Erddurchmesser - so weit draußen war noch kein Mensch.

Außerdem sei eine unbemannte Lande-Demonstration mit dem Starship von SpaceX geplant, bevor ab 2025 die nächsten Menschen mit der Artemis 3 auf dem Mond landen sollen. Laut einem Beitrag auf arstechnica soll das Orion-Raumschiff zunächst mit der SLS-Rakete in die Erdumlaufbahn befördert werden und dann zum Mond fliegen.

Nach der Ankunft am Erdtrabanten sollen die Astronauten in das Starship umsteigen, mit dem sie auf dem Mond landen sollen. Nach ein paar Tagen werden sie den Mond mit dem Starship verlassen und in dessen Umlaufbahn wieder ins Orion-Raumschiff einsteigen, bevor es zurück zur Erde geht. Damit mache sich die Nasa von SpaceX abhängig, was dem Kongress nicht gefalle - dennoch habe er zugestimmt.

Trotz der Verzögerung gibt es noch eine gute Nachricht von Nelson: "Für die Zukunft plant die Nasa mindestens zehn Mondlandungen."

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