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Narzisstische Chefs: Homeoffice gefährdet Macht und Status

Stemmt sich eine Führungskraft gegen Homeoffice-Regelungen, sind wirtschaftliche Gründe oft nur vorgeschoben.
/ Mike Faust
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Narzisstische Führungskräfte können ihr Geltungsbedürfnis im Homeoffice nicht befriedigen. (Bild: Pexels / Vlada Karpovich)
Narzisstische Führungskräfte können ihr Geltungsbedürfnis im Homeoffice nicht befriedigen. Bild: Pexels / Vlada Karpovich

Führungskräfte mit ausgeprägtem Narzissmus lehnen Homeoffice häufiger ab, weil dadurch ihre Macht und ihr Status eingeschränkt werden. Zu diesem Schluss kommen die Wissenschaftler Marissa S. Shandell, Courtney E. Elliott und Adam M. Grant von der University of Pennsylvania, USA, nach der Analyse dreier Studien zum Verhalten von Führungskräften(öffnet im neuen Fenster).

Während die persönliche Kommunikation im Büro reichlich Kanäle bietet, um Autorität auszuüben und Bewunderung zu erhalten, schränken die virtuellen Kanäle diese Möglichkeiten für Narzissten deutlich ein. Körperliche Präsenz, eine laute Stimme und intensiver Augenkontakt, um Dominanz auszuüben, sind per E-Mail und in Videokonferenzen deutlich schwerer möglich.

Im virtuellen Raum ist der Chef oft nur noch eine Kachel in derselben Größe wie alle anderen. Das nivelliert den Status und lässt das Bedürfnis eines Narzissten nach Bewunderung und Aufmerksamkeit unbefriedigt zurück. Durch verzögerte Antworten auf etwa Chat-Nachrichten fühlen sie sich zudem unwichtig und übersehen.

Egozentrische Motive stehen im Vordergrund

Die Wissenschaftler stellen nun infrage, dass der Grund für die Ablehnung des Homeoffice wirklich primär die Sorge um die Unternehmensleistung ist. Vielmehr könnten egozentrische Motive im Vordergrund stehen. Auch technologische Barrieren oder mangelndes Vertrauen könnten von narzisstischen Führungskräften häufig vorgeschoben sein, um ihr eigenes Ego zu schützen.

Organisationen sollten deshalb bei der Gestaltung von Homeoffice-Richtlinien darauf achten, dass diese nicht allein von narzisstischen Einzelpersonen bestimmt werden. Angestellten empfehlen die Autoren, dass sie den Widerstand eines narzisstischen Vorgesetzten beim Ersuchen nach mehr Homeoffice nicht direkt herausfordern sollten. Erfolgsversprechender sei es, deren Expertise und Rat zu suchen, um ihr Bedürfnis nach Status zu befriedigen.

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