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Naomi "SexyCyborg" Wu: Pappbüste einer Tech-Youtuberin ist Youtube zu anstößig

Naomi Wu wird in der Maker-Szene für ihr Fachwissen geschätzt. Youtube demonetarisiert sie aber wohl wegen ihrer Körperproportionen.
/ Oliver Nickel
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Naomi Wu stellt in einem Video eine selbstgebaute Schneiderpuppe von sich selbst vor. (Bild: Youtube.com/Naomi Wu)
Naomi Wu stellt in einem Video eine selbstgebaute Schneiderpuppe von sich selbst vor. Bild: Youtube.com/Naomi Wu

Die Bastlerin und Youtuberin Naomi Wu, bekannt unter dem Spitznamen "SexyCyborg" hat sich auf Twitter kritisch gegenüber Googles Videoplattform geäußert. Der Grund: Mehrere ihrer Videos wurden demonetarisiert, da sie zu anzüglich seien. Den Anfang machte ein aktuelles Video von ihr(öffnet im neuen Fenster) , bei dem sie ein dreidimensionales Abbild von ihrem Körper als Pappbüste produziert hatte, um einen 3D-Laserschneider vorzustellen.

"Ja, ich werde demonetarisiert für eine Schneiderpuppe. Nicht ich, sondern die Puppe selbst" , schreibt Wu auf Twitter(öffnet im neuen Fenster) . Sie zieht Vergleiche mit anderen männlichen Inhalteerstellern, die ebenfalls Büsten von Frauen zeigen und nicht demonetarisiert werden. Eine Antwort, warum ihr Inhalt als anstößig eingestuft wurde, erwartet sie seitens Youtube nicht. Das Portal sei der Meinung, dass das besagte Video als Inhalt für Erwachsene klassifiziert werde und sich daher für die meisten Werbepartner nicht eigne. Es stelle etwa Nacktheit dar.

Wu ist in der Maker-Szene eine relativ große Persönlichkeit. Ihr primärer Youtube-Kanal hat etwa 1,55 Millionen Abonnenten(öffnet im neuen Fenster) und stellt größtenteils Maschinen für DIY-Projekte – 3D-Drucker, Laserschneider und mehr – vor. Besonders viele Views haben die Videos, in denen sie sich selbst mit 360-Grad-Kameras filmt. Genau solche Videos werden nun wohl auch demonetarisiert.

Teilweise zeigt Wu in ihren Videos eine Menge Haut und ist leicht bekleidet. In vielen der besagten und von Youtube markierten Videos ist das allerdings nicht der Fall. So wurde wohl auch ein Video, in dem sie mit ihrer Partnerin ein Restaurant besucht, demonetarisiert. Dabei trägt Wu ein einfaches Top.

Wus Proportionen sind Youtube zu anstößig

Die Antwort liegt für Wu auf der Hand: "Nein, es ist nicht das, was ich tue. [...]Sollte ich die Kleidung wechseln? Nein, es sind auch nicht die Sachen. [...] Es ist meine allgemeine Körperform. Die Mathematik meiner Proportionen ist für Youtube Erwachseneninhalt" , schreibt sie auf Twitter(öffnet im neuen Fenster) .

Ihrer Meinung nach sind die Kriterien, die Youtube für die Durchsetzung der eigenen Regeln anwendet, diskriminierend gegenüber Frauen. Sie schreibt(öffnet im neuen Fenster) : " Nur klischeehafte männliche Geschmäcker sind relevant. In meinem Fall würde das eine Operation bedeuten, um Youtubes Richtlinien zu entsprechen – und das wird nicht passieren" .

Youtube nutzt Bilderkennungssoftware, um Inhalte von Videos automatisiert als sexuell anstößig zu klassifizieren. Allerdings werden Videos in den meisten Fällen auch von menschlichen Moderationsteams manuell begutachtet. Oft haben Youtuber selbst bei Demonetarisierungen wenig Mitspracherechte und Entscheidungen werden schnell als final angesehen


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