Nanotechnologie: Mit Nanokristallen im Dunkeln sehen

Übersetzung aus dem unsichtbaren Spektrum: Australische Forscher haben Nanokristalle entwickelt, die es ermöglichen, im Dunkeln zu sehen, indem sie (IR) Licht sichtbar machen.

Die Forscher der Australian National University in Canberra haben Nanokristalle aus dem Halbleitermaterial Aluminium-Gallium-Arsenid geschaffen. Diese interagierten mit einfallendem Licht und könnten dessen "Frequenz, Strahlung und Polarisierungsmuster transformieren" , schreiben sie in der Fachzeitschrift Nano Letters(öffnet im neuen Fenster) .
Nachts sehen mit einer Brille
Das bedeutet, die Nanokristalle verändern das für den Menschen unsichtbare Infrarotlicht in sichtbares Licht. Eine naheliegende Anwendung sind Brillen, mit denen der Träger in der Dunkelheit sehen kann.
"Die Nanokristalle sind so klein, dass sie als ultradünne Beschichtung auf eine normale Brille aufgebracht werden könnten, um Nachtsicht zu ermöglichen" , sagt Projektleiter Dragomir Neshev(öffnet im neuen Fenster) . Solche Brillen wären deutlich kleiner und handlicher als die heute erhältlichen Nachtsichtgeräte.
Photonen interagieren
Eine solche Brille bekommt einen kleinen Laser. Die Kristalle der Beschichtung interagieren mit den Photonen, die vom Laser kommen, und mit denen, die die IR-Quelle emittiert. Durch die Interaktion wird IR-Licht in sichtbares Licht konvertiert.
Es sei sogar denkbar, dass mit dieser Technik Farben im IR zu sehen seien, sagte Neshev der Zeitung Sydney Morning Herald(öffnet im neuen Fenster) . Wärmeres Licht würde wahrscheinlich bläulich erscheinen, kälteres Licht rötlich. "Das werden wir aber erst wissen, wenn wir es sehen."
Nur eine IR-Frequenz wird sichtbar gemacht
Derzeit kann das System nur eine Frequenz aus dem IR-Spektrum sichtbar machen. Die Forscher rechnen damit, dass sie bis in fünf Jahren eine funktionsfähige Nachtsichtbrille mit ihren Kristallen bauen können.
Es gebe auch auch noch weitere Anwendungsmöglichkeiten, sagen die Forscher. In der Medizin beispielsweise, wo die Kristalle in bildgebende Systeme integriert werden könnten. Außerdem sollen sich damit Sicherheitsmerkmale für Geldscheine herstellen lassen. Auch für Displays könnten sie eingesetzt werden.



