Wasserzeichen mit Lücken
Google verweist darauf, dass von den eigenen Systemen erzeugtes Material unsichtbare Wasserzeichen trage. Wer sich bei einem Bild unsicher sei, könne es durch die Gemini-App oder die Lens-Funktion der Suche schicken. In den meisten Tests funktionierte diese Prüfung.
Absolut war der Schutz aber nicht. BBC Verify fand nach eigenen Angaben Wege, Gemini dazu zu bringen, einzelne gefälschte Earth-Bilder als echt einzustufen. Mehrere Erkennungsdienste von Drittanbietern schlugen überhaupt nicht an.
Ähnlich uneinheitlich wirkten die Sperren bei den Eingaben. Eine Anfrage zu einem Galgen in der Nähe des britischen Parlaments wurde abgelehnt, eine allgemeinere Variante derselben Idee ging problemlos durch. Der Versuch, einen Politikernamen in den Rasen des Weißen Hauses zu schneiden, scheiterte wiederum an den Richtlinien.
Satellitenbilder verlieren ihre Glaubwürdigkeit
Henry Ajder, der zur Erkennung synthetischer Medien forscht, hält gefälschte Bilder aus Konfliktgebieten für besonders destabilisierend, weil die Berichterstattung dort dünn sei und sich die Lage schnell ändere. Professionelle Verifikation sei möglich, aber eben nicht überall verfügbar.
Der größere Schaden liegt für ihn woanders: Laut Ajder gehen Räume verloren, die bislang als frei von generierten Inhalten galten und gerade für Reporter in akuten Krisen wichtig sind. Der dauerhafte Zweifel richtet dann seinen eigenen Schaden an.
Analysten, die mit Satellitendaten arbeiten, sehen das ähnlich. Bill Greer, Mitgründer des gemeinnützigen Dienstes Common Space, sagte BBC Verify, Aufnahmen aus der Vogelperspektive hätten lange eine ungewöhnlich hohe Glaubwürdigkeit genossen.
Ob und wann die KI-Funktion zurückkehrt, ist offen. Einen Zeitplan für die angekündigten zusätzlichen Schutzmechanismen nannte Google nicht, ebenso wenig, wie diese aussehen sollen.
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