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Langwierige Planung, viele Änderungen

Ursprünglich sollte mit dem Bau eines Windparks in der Region bereits 2013 begonnen werden. Erst 2023 konnte ein Vertrag mit einer Tochtergesellschaft von Energy China geschlossen werden. Berichten zufolge(öffnet im neuen Fenster) waren Kosten in Höhe von 80 Millionen Euro angesetzt.

Mittlerweile werden die Windkraftanlagen jedoch von Innovent und Nabrawind errichtet, einem französischen und einem spanischen Windkraftunternehmen, und die angegebenen Kosten liegen 50 Prozent höher.

Auch die Fertigstellung verzögerte sich immer weiter. 2025 hätte der Park mit elf Anlagen stehen sollen, aber nur vier davon wurden bis dahin errichtet(öffnet im neuen Fenster). Ob die sieben großen Anlagen mit 100 m Nabenhöhe und einer Leistung von jeweils 6 Megawatt noch 2026 in Betrieb gehen können, bleibt zumindest unklar.

Energienutzung als Hauptproblem

Ebenfalls fraglich dürfte sein, ob eine Erweiterung des Windparks auf 90 Megawatt zu realisieren ist. Denn obwohl die Lage für einen Windpark perfekt ist, ist sie es eben doch nicht.

Eine der größten Herausforderungen ist die Anbindung an das Stromnetz Namibias, weil die Windkraftanlage abgelegen in einer fast menschenleeren Region steht. Hochspannungsleitungen, Umspannwerke und eine moderne Netzsteuerung zur Übertragung an die 80 km entfernte Küste oder in die 500 km entfernte Hauptstadt Windhoek müssen ebenfalls gebaut werden, was die Verzögerungen zu großen Teilen erklärt.

Eine Lösung könnte sein, den Strom in grünen Wasserstoff, grünen Ammoniak oder andere synthetisch herstellbare Energieträger umzuwandeln. Die Konkurrenz für ein solches Vorhaben könnte jedoch zu groß sein und ernsthafte Abnehmer für ausreichend große Mengen sind noch längst nicht in Sicht.

Andere Standort sind ähnlich prädestiniert

Schließlich gibt es ähnliche Ideen auch in weiteren Regionen, auch wenn die Fortschritte zumeist noch übersichtlich sind. Vergleichbare Windverhältnisse gibt es zum Beispiel in Patagonien an der Südspitze Südamerikas oder an der Westküste Australiens.

Nicht ganz so windig, dafür vergleichsweise nah – zumindest aus europäischer Sicht – ist die schottische Küste. Es ist eine der windreichsten Regionen Europas und Schottland deckt zumindest rechnerisch seinen Stromverbrauch bereits komplett mit Windenergie ab.

Die perfekte Lage für ein Windrad allein genügt halt doch nicht. Idealerweise sollte vor Ort auch ausreichend Bedarf für den produzierten Strom vorhanden sein. Das ist eine Lektion, die auch in Deutschland gerade erst verinnerlicht wird, wenn man die ungleiche Verteilung der Windkraft(öffnet im neuen Fenster) hierzulande betrachtet.


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