Nahverkehr: Weiterer ÖPNV-Anbieter untersagt E-Roller in Bus und Bahn

Der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) verbietet vom 1. Juni 2024 an die Mitnahme von E-Scootern in Bussen und Straßenbahnen. Grund sei die fehlende Zertifizierung der Lithium-Ionen-Akkus, die in den E-Tretrollern verwendet werden, wie der Verbund mitteilte(öffnet im neuen Fenster) . Es gehe um die Sicherheit der Fahrgäste und des Personals zum Schutz vor Akkubränden.
Etliche Verkehrsunternehmen bundesweit haben sich bereits für ein Mitnahmeverbot von E-Tretrollern in Bussen und Bahnen des öffentlichen Personennahverkehrs ausgesprochen. In manchen Verkehrsverbunden dürfen die Fahrgäste ihre E-Scooter allerdings noch mitnehmen.
Brandschutztechnische Gutachten hätten nach einigen Vorfällen mit E-Scootern auf die unzureichenden Normen bei den Akkus hingewiesen, wie die VBN-Sprecherin weiter mitteilte. Aufgrund der fehlenden Angleichung der Norm an die Sicherheitsstandards anderer Elektrofahrzeuge werde die Mitnahme von E-Tretrollern in Bussen und Trams vorerst ausgeschlossen. Das Verbot gelte so lange, bis eine EU-weite Zertifizierung der Akkus gesetzlich geregelt sei oder die Hersteller das Risiko nachweislich beseitigt hätten.
E-Bikes, Rollstühle und Seniorenmobile bleiben erlaubt
Das Verbot gilt laut Sprecherin ausschließlich für E-Scooter. Andere Elektrofahrzeuge wie E-Fahrräder, E-Rollstühle und E-Seniorenmobile seien von dieser Regelung nicht betroffen, da deren Batterien den höheren Sicherheitsanforderungen entsprächen.
Fahrgäste des Verkehrsverbunds Südniedersachsen (VSN) dürfen ihre E-Scooter noch mitnehmen. Auch der Verkehrsverbund Region Braunschweig (VRB) hat bislang kein Verbot ausgesprochen. In Hannover und der Region hingegen dürfen Fahrgäste ihre E-Scooter in Bussen und Straßenbahnen schon seit Anfang April nicht mehr mitnehmen.
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sprach sich dafür aus, die Sicherheitsanforderungen von Batterien bei E-Scootern auf dasselbe Niveau anzugleichen wie beispielsweise bei Pedelecs. Denn im Brandfall seien die Auswirkungen von brennenden Akkus und Batterien auf der Straße komplett anders als in geschlossenen Räumen wie in Bus oder Bahn, teilte der VDV mit.
TÜV kritisiert das Verbot
Der Verband der deutschen TÜV-Unternehmen hat die Verbote der Nahverkehrsanbieter kritisiert . "Serienmäßig produzierte E-Scooter-Modelle müssen eine unabhängige Prüfung durchlaufen, bevor sie vom Kraftfahrt-Bundesamt eine Straßenzulassung erhalten" , erklärt der Fachbereichsleiter Fahrzeug und Mobilität beim TÜV-Verband, Richard Goebelt. "Im Rahmen dieser technischen Prüfung werden umfangreiche Tests der Batteriesicherheit vorgenommen. Daher gehen wir davon aus, dass ein hohes Brandschutzniveau bei E-Scootern gewährleistet ist."



