Smartphone und Zufriedenheit

Die Busfahrer mochten laut Brost das Projekt. Die flexiblen Routen waren zwar herausfordernder, sie schätzten aber Abwechslung. Einer sagte im Nachhinein dem DLR, er bedauere, dass er nachts um 23 Uhr auch mit nur einem Fahrgast an Bord wieder die ganze Route abfahren müsse, statt den Fahrgast an seinem Ziel abzusetzen und die Fahrt dann zu beenden. Es könnte ja noch jemand einsteigen wollen.

Bei den Fahrgästen war das Echo verhalten: Das DLR führte während des Projekts zwei Umfragen durch - eine im Mai, die andere gegen Ende des Tests im Herbst. Dabei konnten die Befragten das System mit sehr zufrieden, zufrieden, neutral, eher unzufrieden oder unzufrieden bewerten. Waren im Mai 34 Prozent sehr zufrieden oder zufrieden, gab im Oktober jeder zweite Befragte an, sehr zufrieden oder zufrieden zu sein.

Es waren - sicher nicht ganz unerwartet - eher die Älteren, die mit dem System fremdelten. Viele von ihnen mochten sich nicht so recht umstellen oder ihnen war die Nutzung eines Mobilgerätes ungewohnt. So waren es auch eher die Älteren, die den Bus per Telefon orderten, während die Jüngeren die Fahrten ganz selbstverständlich über die App buchten.

Im Internet-Café gab es Hilfe

Insgesamt wurden nach Angaben von Brost etwa zwei Drittel der Fahrten über App und ein Drittel per Telefon gebucht. Senioren, die ihre liebe Müh' mit den Mobilgeräten hatten, konnten sich in Schorndorfs Ü-50-Internet-Café einweisen lassen. Schließlich boten auch einige Geschäfte und Gastronomiebetriebe an, die telefonische Buchung für die Kunden zu übernehmen.

Die Zufriedenheit korreliert mit dem Alter und der Nutzung von Smartphone oder Telefon: "Die Jüngeren finden das System besser, sind zufriedener. Je älter die Befragten, desto weniger zufrieden sind sie" resümiert Brost. Allerdings gab es auch gegenteilige Beispiele: "Wir hatten mehrere ältere Fahrgäste, die sich extra für diesen Bedarfsbus ein Smartphone angeschafft haben und dann zusammen mit den Enkeln lernten, wie man die App bedient. Eine 80-jährige Testnutzerin war am Ende ganz begeistert."

Inzwischen fahren die Busse in Schorndorf wieder im regulären Betrieb. Eine Fortführung des Bedarfsbetriebs ist nicht geplant. Das ließen die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht zu, sagte Peter Zaar, Verkehrsdezernent des Landratsamtes Rems-Murr, Ende Januar auf der Abschlussveranstaltung zu dem Projekt. Ein flexibler Busverkehr, wie er im Reallabor getestet wurde, ist demnach im Gesetz nicht vorgesehen und kann nur als zeitlich begrenzter Test genehmigt werden. Zudem sind laut Oberbürgermeister Matthias Klopfer die Konzessionen für den Linienverkehr bis 2027 vergeben.

Das Interesse an den Ergebnissen dieses europaweit einzigartigen Projekts sei aber vorhanden, sagte Brost. Es hätten schon einigen Kommunen mehr über die Ergebnisse erfahren wollen.

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Tiberius Kirk 12. Mär 2019

Mich hätten da auch die Einzelheiten interessiert, nämlich: welches Gesetz das verhindern...

eechauch 11. Mär 2019

Vielleicht sollte ich mich mal fragen, wie es der DB-Navigator schafft, mir meine Bus...

ilona1 08. Mär 2019

Das ist ein alter Hut. In Friedrichshafen und Hannover gab es bereits 1978 den "Rufbus...

blaub4r 05. Mär 2019

Nicht der angefahrende ist schuld sondern der der rauf fährt. Konntest du nicht bremsen...



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