Keine Leerfahrten

Im konventionellen Betrieb reiche es aus, dass der Fahrgast wisse, wo die nächstgelegene Haltestelle sei und wann der Bus fahre. "Er geht zur Haltestelle und kann fahren", sagt Brost. "Bei dem bedarfsgerechten System muss der Fahrgast aktiv werden und den Bus bestellen. Das braucht eine gewisse Gewöhnung. Das hat aber zunehmend gut geklappt."

Wichtig war, dass die Bürger mit einbezogen wurden. Das Konzept sollte "nicht aus Ingenieurssicht, am Kunden vorbei" entwickelt werden, sagte uns DLR-Mitarbeiter Matthias Klötzke während der Vorbereitung des Reallabors: Die Schorndorfer wurden in einer Informationskampagne aufgeklärt und nach ihren Wünschen befragt.

"Es dauerte eine Weile bis das System bekannt war und die Fahrgäste sich daran gewöhnt hatten", räumt Brost ein. Entsprechend hielt sich die Begeisterung der Schorndorfer zunächst in Grenzen. Hinzu kam, dass es am Anfang einige kleinere Probleme mit der Bedienung der App gab, die aber schnell gelöst werden konnten.

Umstiege wurden vermieden

Einer der Vorteile für die Bürger war der Takt: Manche Haltestellen würden regulär nur alle zwei Stunden angefahren. "Da konnten wir einen Halbstundentakt auf Bestellung anbieten", erzählt Brost. Zudem freuten sich die Fahrgäste, dass sie Umsteigen vermeiden konnten: Es gebe einige Ost-West-Verbindungen, die im Normalbetrieb nicht ohne Umsteigen zu bewältigen seien. Die seien bei großen Takten - in Randzeiten fahren die Busse teilweise nur alle zwei Stunden - auch mit Wartezeiten verbunden. Wer jedoch beim Bedarfsbus eine solche Verbindung angemeldet habe, der sei ohne Umsteigen und Wartezeit ans Ziel gekommen.

Gefahren wurde ab einem Passagier. Aber: "Wenn der Bus nicht bestellt wurde, ist er auch gar nicht erst losgefahren", sagt Brost. Gerade in Randzeiten wie etwa am Samstag- oder Sonntagmorgen konnten sich die Busfahrer ausruhen, statt leer durch den Ort zu fahren. Etwa 20 Prozent der Umläufe wurden eingespart.

  • Der Bus fährt nicht nach Fahrplan, er wird per App gebucht. (Bild: DLR)
  • Ein Algorithmus errechnete aus den Fahrtwünschen die Fahrtroute. (Bild: Stadt Schorndorf)
  • Jede Fahrt war anders - die Busfahrer orientierten sich mit einer eigenen App. (Bild: DLR/Frank Eppler)
  • Die Busse waren kleiner als normale Linienbusse - und sie fuhren nie leer.  (Bild: DLR)
  • Nach dem Nutzer-Feedback wurde ein neues Fahrzeugkonzept entwickelt. (Bild: DLR/Frank Eppler)
Die Busse waren kleiner als normale Linienbusse - und sie fuhren nie leer. (Bild: DLR)

Das sei gut für die Umwelt - das zweite Ziel des Projekts - und bei den Anwohnern gut angekommen, sagt Brost. Ohnehin wurden während des Bedarfsbetriebes keine regulären Linienbusse, sondern kleinere Fahrzeuge eingesetzt: zwei Mercedes Sprinter City, von denen einer für ein anderes Mobilitätsprojekt mit einem Hybridantrieb ausgestattet worden war.

Die Bewertung für das Projekt fiel dennoch unterschiedlich aus.

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 Nahverkehr: Der Bus auf Bestellung fährt nicht mehrSmartphone und Zufriedenheit 
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Tiberius Kirk 12. Mär 2019

Mich hätten da auch die Einzelheiten interessiert, nämlich: welches Gesetz das verhindern...

eechauch 11. Mär 2019

Vielleicht sollte ich mich mal fragen, wie es der DB-Navigator schafft, mir meine Bus...

ilona1 08. Mär 2019

Das ist ein alter Hut. In Friedrichshafen und Hannover gab es bereits 1978 den "Rufbus...

blaub4r 05. Mär 2019

Nicht der angefahrende ist schuld sondern der der rauf fährt. Konntest du nicht bremsen...



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