Nacktscanner: Körperscanner am Flughafen offenbar leicht auszutricksen
Die Körperscanner an US-Flughäfen sind offenbar mit einem einfachen Trick zu überlisten. Das will der Blogger und Körperscannergegner Jonathan Corbett mit einem aktuellen Video(öffnet im neuen Fenster) bewiesen haben.
Video: TSA Body Scanner |
Corbett nähte sich unter der Achsel an seinem Hemd eine Tasche an, in der er einen metallischen Gegenstand versteckte. Auf der Bildausgabe der Körperscanner werden Menschen in einer hellen Farbe vor schwarzem Hintergrund dargestellt, während metallische Gegenstände schwarz angezeigt werden. An der Seite des Körpers getragene Metallgegenstände werden schwarz auf schwarzem Grund dargestellt und sind damit unsichtbar.
Corbett, der bereits erfolglos gegen die Einführung von Körperscannern geklagt hatte, testete die versteckte Tasche erfolgreich auf dem Fort Lauderdale Hollywood International Airport und auf dem Cleveland Hopkins International Airport. Dies sollen selbstgemachte Videos beweisen, die mit versteckter Kamera aufgenommen wurden. Auf den verwackelten Bildern ist aber wenig zu erkennen.
Die Transportation Security Administration (TSA)(öffnet im neuen Fenster), die zum Ministerium für Innere Sicherheit der USA gehört, hat bis Ende 2011 eine Anzahl von 1.000 Körperscannern installieren(öffnet im neuen Fenster) lassen.
Corbett sagte: "Die Metallbox war leer, ich hätte sie aber leicht mit Rasierklingen, Sprengstoff oder Kokain füllen können. In einer größeren Tasche im Inneren des Hemdes hätte auch eine Schusswaffe durchgehen können." Dies hätten auch Terroristen längst herausfinden können. Die TSA sei mehr als uneffektiv, sagte er in dem Video. "Sie sind episch gescheitert und bringen uns alle in Gefahr."
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hatte im September 2011 den Testlauf für Körperscanner am Flughafen Hamburg offiziell für gescheitert erklärt. Die Technologie sei noch nicht ausgereift. Fehlalarm wegen Falten in der Kleidung der Menschen habe in zu vielen Fällen Nachkontrollen erfordert, was die Sicherheitskontrollen verlängert habe. In Hamburg liefen zwei Körperscanner vom Typ Provision ATD der US-Firma L-3 Communications seit dem 27. September 2010 im Probebetrieb. Ein Provision ATD kostet bis zu 130.000 Euro.
Im November 2011 hat die Europäische Union (EU) den Einsatz von Körperscannern, die mit Röntgenstrahlen arbeiten, untersagt.
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