Nachttarif ausgedehnt: Tesla passt Tarife für dynamisches Laden an

Der US-Autohersteller Tesla verändert ein weiteres Mal das Preismodell an seinen Ladestationen. Demnach wird der im Oktober 2022 eingeführte günstigere Nachttarif praktisch auf den ganzen Tag ausgedehnt. Der teurere Tarif werde nur noch während der Stoßzeiten zwischen 16:00 und 20:00 Uhr erhoben, teilte das Unternehmen am 14. November 2022 mit. In Deutschland belaufe sich der Preisdurchschnitt während der Stoßzeiten auf 0,73 Euro pro Kilowattstunde (kWh), für den Rest des Tages durchschnittlich auf 0,65 Euro pro kWh.
Das Laden außerhalb der Stoßzeiten bringe nicht nur einen monetären Vorteil für Kunden, sondern entlaste auch das lokale Energienetz, hieß es weiter. Den jeweils gültigen Preis für den Ladestrom könnten die Tesla-Fahrer im Navigationsfenster ihres Fahrzeugbildschirmes einsehen. "Die Superchargerpreise sind an aktuelle Energiepreise gekoppelt und können damit dynamischen Schwankungen durchlaufen. Eine allgemeine Energiepreisreduktion wirkt sich daher auch positiv auf die Ladekosten der Kunden aus" , schreibt Tesla.
Tesla-Chef Elon Musk hatte im Juli 2021 erklärt (g+), über andere Preismodelle an den Superchargern nachzudenken. "Das Laden zu Stoßzeiten wird teurer als zu anderen Uhrzeiten. Denn es gibt Zeiten, zu denen die Supercharger leer sind, und andere Zeiten, an denen sie proppenvoll sind" , sagte Musk. Daher seien zeitbasierte Tarife geplant.
Die Überlegungen standen im Zusammenhang mit der Öffnung der Supercharger für andere Marken. Wegen der höheren Preise dürften Tesla-Fahrer aber eher dazu übergehen, die Angebote anderer Ladenetzbetreiber zu nutzen. So kostet eine Kilowattstunde an Schnellladern von EnBW im Standardtarif 55 Cent.

Die Ladepreise an den Tesla-Standorten stiegen in den vergangenen Monaten deutlich. Ende September 2022 kostete eine Kilowattstunde bereits bis zu 70 Cent . Inzwischen wurde der Ladestrom je nach Station noch teurer. Damit erhöhte Tesla innerhalb von zehn Monaten dreimal die Preise. Anfang März 2022 wurden die Preise bereits angehoben, zuvor im Dezember 2021.
Nachtrag vom 14. November 2022, 17:37 Uhr
Nach Angaben von Tesla gilt das Tarifsystem " nun offiziell für jede Supercharger-Ladestation in ganz Europa (aktuell rund 900), mit Ausnahme von Island (und Israel), womit nun auch nicht-Tesla Fahrer beim Laden an für sie freigeschalteten Superchargern Zugang zu den verschiedenen Tariffenstern haben".



