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Nachspiel der iPhone-Drosselung: US-Justiz ermittelt gegen Apple

Das US-Justizministerium und die US-Börsenaufsicht haben Ermittlungen gegen Apple eingeleitet. Durch die Geheimhaltung der iPhone-Drosselung könnte Apple gegen Wertpapiergesetze verstoßen haben.

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Die iPhone-Drosselung lässt Apple keine Ruhe.
Die iPhone-Drosselung lässt Apple keine Ruhe. (Bild: Carl Court/Getty Images)

Hätte Apple die Drosselung des iPhones früher bekanntgeben müssen? Dieser Frage gehen das US-Justizministerium und die US-Börsenaufsicht nach, berichtet Bloomberg mit Verweis auf Personen, die mit dem Vorfall vertraut sind. Die Ermittlungen sollen klären, ob Apple Investoren und Aktionäre über die Leistungsfähigkeit älterer Geräte getäuscht haben könnte.

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Apple hat zumindest bestätigt, dass das Unternehmen von US-Regierungsstellen kontaktiert wurde und alle Fragen beantworten wolle. Weder die US-Justiz noch die US-Börsensaufsicht wollten die Ermittlungen kommentieren. Bereits vor knapp drei Wochen erhielt Apple Fragen vom US-Handelsausschuss, die eigentlich bereits beantwortet sein müssten. Es ist nicht bekannt, ob Apple die Fragen beantwortet hat.

Apple hat Drosselung über ein Jahr lang geheim gehalten

Im Dezember 2017 wurde bekannt, dass Apple ältere iPhone-Modelle künstlich verlangsamt, indem die Prozessorleistung gezielt verringert wird. Die Folge davon ist, dass die Geräte weniger leistungsfähig sind. Über ein Jahr lang hat Apple die iPhone-Drosselung geheim gehalten und es erst eingestanden, nachdem ein Benchmark-Hersteller darauf aufmerksam gemacht hat.

Apple sieht sich seitdem dem Vorwurf ausgesetzt, dass die iPhone-Drosselung Kunden zum Kauf eines neuen Modells bewegen sollte. Etliche Klagen laufen dazu derzeit gegen Apple, viele Kläger bezichtigen Apple der geplanten Obsoleszenz. Darunter wird verstanden, dass Unternehmen die Betriebsdauer von Produkten gezielt verringern, ohne dies bekanntzumachen. Damit sollen Kunden zum Kauf neuer Modelle gebracht werden.

Apple bestreitet Vorwürfe

Das wird von Apple bestritten. Die iPhone-Drosselung wird damit begründet, dass so ungewünschte Geräteneustarts verhindert werden sollten. Die Drosselung setze dann ein, wenn der Akku nicht mehr seine volle Leistungsfähigkeit besitze. Nach welchen Kriterien Apple einen Akku als nicht mehr leistungsfähig genug klassifiziert, ist nicht bekannt. Offen ist auch, warum ungeplante Geräteneustarts technisch nur durch eine Drosselung der Prozessorleistung möglich sein sollen.

Mit dem im Frühjahr 2018 erwarteten iOS 11.3 sollen iPhone-Besitzer die Möglichkeit erhalten, die Drosselung abschalten zu können. Ursprünglich sollten Kunden lediglich erfahren, wenn ein iPhone-Akku einen Zustand erreicht hat, der eine Drosselung des Prozessors laut Apple erforderlich macht.

Apple rät davon ab, die Drosselung zu deaktivieren

Apple selbst rät davon ab, eine vorgeschlagene Drosselung zu deaktivieren, weil es sonst zu nicht geplanten Geräteneustarts kommen könnte. Die künstliche Drosselung der Prozessorgeschwindigkeit wurde 2016 beim iPhone 6, iPhone 6S und iPhone SE eingeführt. Mittlerweile ist sie auch für das iPhone 7 aktiviert worden.

Wer die Prozessordrosselung umgehen möchte, kann den Akku im iPhone zu einem reduzierten Preis tauschen lassen. Statt 90 Euro kostet der Akkutausch derzeit 30 Euro - sofern der Akkutausch mit der reduzierten Prozessorleistung in Zusammenhang steht. Hier obliegt Apple die Entscheidung darüber, ob der Rabatt gewährt wird oder nicht. Der reduzierte Preis gilt nur bis zum Dezember 2018, danach gilt für alle Kunden wieder der alte Preis.



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