Rubin hat die Astronomie vorangebracht

Die Arbeit von Rubin war deswegen so bedeutend, weil sie die Existenz eines Phänomens klar und deutlich belegen konnte. Das Phänomen war eine Bewegung von Sternen und Galaxien, die nicht mit der von der Gravitationstheorie vorhergesagten Bewegung übereinstimmt. Ihre Arbeit stellt keine Entdeckung dunkler Materie dar - was sie selbst auch nie behauptet hat. Denn das ist bis heute nicht gelungen.

Stellenmarkt
  1. Senior Solution Architekt - Netzwerk (m/w/d)
    operational services GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main, Berlin, Hamburg, München
  2. Senior Service Manager ServiceNow (m/w/d)
    operational services GmbH & Co. KG, verschiedene Standorte
Detailsuche

Wir sehen zwar überall im Universum Phänomene, die so aussehen, als würden sie von einer noch unentdeckten Art von Materie verursacht. Diese Phänomene zeigen sich auf allen Größenskalen: vom Verhalten des Universums als Ganzes bis hin zur subatomaren Welt der Teilchen. Die Phänomene werden von unterschiedlichen Methoden aus unterschiedlichen Disziplinen unabhängig voneinander beobachtet und kommen dabei zu den gleichen Befunden. Theorien aus verschiedenen Ecken der Naturwissenschaften sagen die Existenz von Teilchen voraus, die genau die Eigenschaften hätten, um die beobachteten Phänomene zu erklären. Die Indizienlage ist also ziemlich eindeutig. Aber bevor die konkreten Teilchen der dunklen Materie nicht auch ebenso konkret in Teilchendetektoren nachgewiesen werden können, ist die dunkle Materie nicht entdeckt.

Das Bild des Universums hat sich verändert

In Sachen Nobelpreis sollte das eigentlich keine Rolle spielen. Das Phänomen selbst, das Rubin entdeckt und bestätigt hat, ist unzweifelhaft vorhanden - unabhängig von der Erklärung. So, wie das ja auch beim Phänomen der beschleunigten Expansion des Universums aka dunkle Energie der Fall ist, für dessen Entdeckung der Nobelpreis des Jahres 2011 verliehen wurde. Die Suche nach einer Erklärung der Beobachtung von Rubin und ihren Nachfolgern hat die Astronomie maßgeblich beeinflusst und vorangebracht. Egal, wohin diese Forschung am Ende führen wird: Unser Bild vom Universum wird sich fundamental verändert haben.

Besser gesagt: Unser Bild des Universums hat sich durch Rubins Arbeit schon fundamental verändert. Dafür hätte sie die Auszeichnung mit dem Physik-Nobelpreis mehr als verdient. Das Nobelpreiskomitee hat wieder einmal die Chance verpasst, die preiswürdige Forschungsleistung einer Frau zu ehren und muss sich weiterhin vorwerfen lassen, die Arbeit von forschenden Frauen zu ignorieren. Nach Marie Curie und Maria Goeppert-Mayer hätte Rubin die dritte Physik-Nobelpreisträgerin sein sollen. Noch besser wäre es allerdings gewesen, wenn sie nicht die dritte Preisträgerin geworden wäre, sondern die siebte, dreizehnte oder sechsundzwanzigste.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Muss Materie mit Licht wechselwirken?
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Corona-Warn-App
Jede geteilte Warnung kostete 100 Euro

Die Bundesregierung hat für die Corona-Warn-App bisher mehr als 130 Millionen Euro ausgegeben. Derzeit gibt es besonders viele rote Warnungen.

Corona-Warn-App: Jede geteilte Warnung kostete 100 Euro
Artikel
  1. Activision Blizzard: Was passiert mit Call of Duty, Diablo und Xbox Game Pass?
    Activision Blizzard
    Was passiert mit Call of Duty, Diablo und Xbox Game Pass?

    Playstation als Verlierer und Exklusivspiele für den Xbox Game Pass: Golem.de über die bislang größte Übernahme durch Microsoft.
    Eine Analyse von Peter Steinlechner

  2. Dice: Update-Roadmap für Battlefield 2042 vorgestellt
    Dice
    Update-Roadmap für Battlefield 2042 vorgestellt

    Ob das reicht? Das Entwicklerstudio Dice hat seine Pläne für Battlefield 2042 vorgestellt. Der Shooter hat extrem niedrige Spielerzahlen.

  3. Glasfaser in Freiburg: Telekom kommt wegen wirrer Auflagen nicht weiter
    Glasfaser in Freiburg
    Telekom kommt wegen wirrer Auflagen nicht weiter

    Um Bauwurzeln zu schonen, sollte die Telekom in Freiburg Glasfaser im Zickzack ausbauen. Das dortige Tiefbauamt lehnte den Plan des Gartenbauamtes aber ab.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • LG OLED 55" 120Hz 999€ • MindStar (u.a. NZXT WaKü 129€, GTX 1660 499€) • Seagate Firecuda 530 1TB inkl. Kühlkörper + 20€ PSN-Guthaben 189,90€ • HP Omen Gaming-Stuhl 319€ • Sony Pulse 3D Wireless PS5 Headset 79,99€ • Huawei MateBook 16,1" 16GB 512GB SSD 709€ [Werbung]
    •  /