Nachruf: Luftfahrt-Pionier Chuck Yeager gestorben

Er flog als Erster im Horizontalflug schneller als der Schall und stieg als 89-Jähriger nochmal ins Cockpit. Der bekannte US-Pilot Chuck Yeager ist tot.

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Chuck Yeager vor der Bell X-1, mit der er die Schallmauer durchbrach
Chuck Yeager vor der Bell X-1, mit der er die Schallmauer durchbrach (Bild: US Air Force/Public Domain)

Am 14. Oktober 1947 ließ Chuck Yeager es krachen: In einem raketengetriebenen Flugzeug durchbrach der US-Luftwaffenpilot als erster Mensch die Schallmauer. Am Montagabend (Ortszeit) ist der Luftfahrtpionier in hohem Alter gestorben.

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Charles Elwood "Chuck" Yeager wurde am 13. Februar 1923 in Myra im US-Bundesstaat West Virginia geboren. Nach Abschluss der Schule meldete er sich 1941 freiwillig zur US-Luftwaffe, zunächst als Flugzeugmechaniker. 1942 begann er eine Ausbildung zum Kampfpiloten, die er 1943 abschloss. Ab Ende 1943 war er in Europa als Jagdflieger im Einsatz.

Yeager flog schneller als der Schall

Nach dem Ende des Krieges blieb Yeager als Testpilot bei der Luftwaffe. Er arbeitete in dem Testprogramm mit dem Raketenflugzeug Bell X-1. Am 14. Oktober 1947 stieg Yeager mit einer X-1 auf und erreichte damit in einer Höhe von 13.100 Metern eine Geschwindigkeit von 1.125 km/h. Unter den herrschenden Temperatur- und Luftdruckbedingungen lag die Schallgeschwindigkeit bei 1.060 km/h.

Yeager flog damit als erster Mensch im Horizontalflug schneller als der Schall und erreichte Mach 1,06. In den folgenden Jahren stellte Yeager eine Reihe weiterer Rekorde auf. Unter anderem erreichte er am 12. Dezember 1953 eine Geschwindigkeit von Mach 2,44.

Yeager war in Deutschland stationiert

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Von 1955 bis 1957 war Yeager als Kommandant einer Luftwaffeneinheit in Frankreich und Deutschland stationiert. Nach einem Studium am Air War College übernahm er 1962 als Erster die Leitung der USAF Aerospace Research Pilot School, die Astronauten für die US-Raumfahrtbehörde Nasa und die US-Luftwaffe ausbildete. In dieser Zeit verunglückte Yeager bei einem Testflug mit einer NF-104, einem umgebauten F-104 Starfighter: Nachdem er die Kontrolle über das Flugzeug verlor, musste Yeager den Schleudersitz betätigen, dessen Treibstoff ihm schwere Verbrennungen zufügte.

In der zweiten Hälfte der 1960er Jahren war Yeager im Vietnamkrieg im Einsatz, bevor er 1969 zum Brigadegeneral befördert wurde. 1975 schied Yeager aus dem aktiven Dienst aus, flog aber auch danach noch gelegentlich Testeinsätze für die Luftwaffe. 1986 war er Mitglied der Untersuchungskommission, die die Explosion des Spaceshuttles Challenger aufklärte. Am 65. Jahrestag seines ersten Überschallflugs lud die US-Luftwaffe den damals 89-Jährigen noch einmal zu einem Überschallflug ein.

Sein Flugzeug war nach der Ehefrau benannt

Yeager war zwei Mal verheiratet: Die erste Ehe ging er 1945 mit Glennis Dickhouse ein. Nach ihr benannte er sowohl sein Jagdflugzeug im Krieg als auch später die Bell X-1 "Glamorous Glennis". Mit seiner ersten Ehefrau hatte er vier Kinder. Glennis Yeager starb 1990. 2003 heiratete er Victoria D'Angelo.

Für seine Arbeit erhielt der Luftfahrtpionier Yeager zahlreiche Auszeichnungen, militärische wie zivile. Unter anderem erhielt er 1985 vom damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan die Freiheitsmedaille, die höchste zivile Auszeichnung in den USA. Nach ihm wurden mehrere Bauwerke, darunter ein Flughafen sowie 2018 ein Asteroid - (16425) Chuckyeager - benannt.

Das Computerspiele-Unternehmen Electronic Arts nutzte in den 1980er und 1990er Jahren Yeagers Popularität, um seine Flugsimulator-Spiele zu bewerben. Yeager wirkte bei der Entwicklung mit und leitete die Spieler durch einige Übungsmissionen.

Chuck Yeager ist am 7. Dezember 2020 in Los Angeles gestorben. Er wurde 97 Jahre alt.

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