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Nachruf: KI-Pionier Marvin Minsky mit 88 Jahren gestorben

Er gilt als einer der Begründer der künstlichen Intelligenz. Aber Marvin Minsky hatte noch mehr drauf: Er baute das erste Head-mounted Display sowie einen Synthesizer und spielte virtuos Klavier. Am 24. Januar 2016 starb der vielseitige Wissenschaftler.

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Marvin Minsky: Das Gehirn ist eine Maschine.
Marvin Minsky: Das Gehirn ist eine Maschine. (Bild: Louis Fabian Bachrach)

Das Gehirn ist eine Maschine, und wer sie versteht, kann auch anderen Maschinen wie Computern das Denken beibringen - und darüber wiederum noch besser verstehen, wie das Gehirn arbeitet. Von dieser Vorstellung ging der US-Wissenschaftler Marvin Minsky aus, der am 24. Januar 2016 gestorben ist.

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Minsky wurde am 9. August 1927 in New York geboren und wuchs dort auf. Nach dem Militärdienst in der Marine 1944 bis 1945 studierte er an der Universität in Harvard Mathematik. Nach seinem Abschluss im Jahr 1950 wechselte er an die Universität von Princeton, um zu promovieren. Den Doktor in Mathematik erhielt er 1954.

Minsky kam 1958 ans MIT

Ab 1958 lehrte Minsky am Massachusetts Institute of Technology (MIT), am Department of Electrical Engineering and Computer Science. Ein Jahr später war er an der Gründung des Artificial Intelligence Laboratory (AI Lab) am MIT beteiligt, dem heutigen Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (CSAIL). Außerdem war er 1985 eines der Gründungsmitglieder des MIT Media Lab.

Schon 1951 entwarf er mit Snarc die erste Maschine, die wie ein neuronales Netz arbeitet. Am AI Lab forschte er daran, wie es gelingen könnte, Maschinen mit einer Wahrnehmung und Intelligenz auszustatten, die denen der Menschen ähnelt. Er entwickelte unter anderem Roboterhände, die Objekte manipulieren konnten, und neue Programmierumgebungen.

Er baute einen Oculus-Rift-Vorgänger

Außerdem entwarf er 1957 das erste Konfokalmikroskop sowie 1963 das erste Head-mounted Display und damit den Vorgänger von Oculus Rift oder HTC Vive. 1972 baute er den Synthesizer Triadex Muse - Minsky war ein hervorragender Pianist.

Minsky setzte sich aber nicht nur mit den technischen, sondern auch mit theoretischen und philosophischen Aspekten der künstlichen Intelligenz auseinander, etwa in seinem Buch The Society of Mind (deutsch: Mentopolis) aus dem Jahr 1986. Den Begriff Artificial Intelligence (AI) hatte er 1956 zusammen mit den Wissenschaftlern John McCarthy, Nathaniel Rochester und Claude Shannon geprägt.

Minsky arbeitete an 2001: Odyssee im Weltraum mit

Auf Minskys Arbeit bezieht sich eines der bekanntesten Stücke der Science-Fiction: der Film und der darauf basierende Roman "2001: Odyssee im Weltraum" von Arthur C. Clarke. Minsky wiederum war als Berater bei den Dreharbeiten zu dem Film tätig, der 1968 in die Kinos kam.

Für seine Arbeit erhielt der Forscher zahlreiche Ehrungen: 1969 wurde ihm der A. M. Turing Award verliehen, die höchste Auszeichnung der Informatik. Von der IEEE Computer Society erhielt er den Computer Pioneer Award.

Marvin Minsky starb am 24. Januar 2016 an einer Hirnblutung in einem Krankenhaus in Boston. Er wurde 88 Jahre alt.



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