Xerox-Alto-Entwickler: Computer-Pionier Charles Thacker gestorben

Der Alto(öffnet im neuen Fenster) war zwar kein finanzieller Erfolg für den Hersteller Xerox. Aber er hatte vieles, was für heutige Rechner selbstverständlich ist: eine grafische Oberfläche, eine Maus und einen Ethernet-Anschluss. Charles Thacker, einer der Entwickler des Rechners, ist in dieser Woche gestorben.
Charles Thacker, genannt Chuck, wurde am 23. Februar 1943 in Pasadena im US-Bundesstaat Kalifornien geboren. Nach dem Schulabschluss studierte er Physik, zunächst am California Institute of Technology, dann an der Universität von Kalifornien in Los Angeles und schließlich an der Universität von Kalifornien in Berkeley. Dort schloss er 1967 mit dem Bachelor-Grad ab.
Computer entwickeln statt Physik studieren
Schon während des Studiums begann er, sich für Computer zu interessieren. Um Geld für das weiterführende Studium zu verdienen, schloss er sich 1969 dem Project Genie(öffnet im neuen Fenster) an, das ein Time-Sharing-System entwickelte. Statt weiter zu studieren, widmete er sich ganz dem Project Genie und gründete mit zwei Kollegen zusammen ein eigenes Unternehmen, die Berkeley Computer Corporation (BCC), das einen Rechner entwickelte.
BCC existierte zwar nicht lange. Aber ein Teil der Belegschaft, darunter auch Thacker, wechselte zum Hardwarehersteller Xerox in dessen neu gegründetes Palo Alto Research Center (Parc). Thacker wurde Projektleiter bei der Entwicklung des Alto, des ersten Computers, der für ein Betriebssystem mit grafischer Oberfläche entwickelt wurde. Thacker arbeitete unter anderem am Prozessor des Alto mit und war einer der Entwickler der Ethernet-Technik. Der Xerox Alto gilt als eine wichtige Inspirationsquelle für Steve Jobs bei der Entwicklung des ersten Macs.
Thacker wechselte von Xerox zu Digital
1983 verließ Thacker Xerox und gründete mit einigen Kollegen das Systems Research Center (SRC) des Hardwareherstellers Digital Equipment Corporation (DEC). Dort entstanden unter anderem die neuartigen Alpha-Prozessoren(öffnet im neuen Fenster) , die vor allem in Servern eingesetzt wurden, sowie Firefly(öffnet im neuen Fenster) , eine Multiprozessor-Workstation.
Seit 1997 war er bei Microsoft. Zunächst baute er für den Konzern in England die Abteilung Microsoft Research Cambridge mit auf. Nach seiner Rückkehr in die USA entwickelte er die Chips für Microsofts Tablets. Er baute dabei auf dem Dynabook(öffnet im neuen Fenster) auf, einem tragbaren Computer und Tablet-Vorgänger, der Anfang der 1970er Jahre am Xerox Parc entwickelt wurde.
Für seine Arbeit erhielt Thacker mehrere Auszeichnungen, darunter die IEEE John von Neumann Medal und den Turing Award der Association for Computing Machinery (ACM). Charles Thacker starb am 12. Juni 2017 nach kurzer Krankheit in Palo Alto, Kalifornien. Er wurde 74 Jahre alt.