Kinoton aus allen Richtungen

Außer mit der Rauschunterdrückung im Musikbereich beschäftigte sich Ray Dolby auch mit der Verbesserung des Kinosounds. "Die Musik, die die Leute zu Hause hören konnten, war von sehr hoher Qualität", erinnerte sich Dolby 2005 in einem Interview mit dem Magazin Variety. "Aber wenn man in ein Kino ging, war der Ton furchtbar". Die meisten Kinos konnten sich zu dieser Zeit noch keine Stereo- oder Surround-Systeme wie beispielsweise das Cinemascope-System leisten, die teuer und noch dazu unzuverlässig waren, und zeigten die Filme in Mono.

Vier Surround-Spuren statt einer Mono-Spur

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Anders als bei Cinemascope, wo sich die Audiospur auf Magnetbändern auf dem Film befand, konnte Dolby seinen rauscharmen Surround-Sound wie bisher als optische Spur auf den Filmstreifen bringen. Auf dem häufig nur für eine Monospur gedachten Platz brachte Dolby nicht nur zwei Tonspuren für links und rechts unter, sondern später auch noch eine für den Center- und eine für den Surround-Sound. Die Center-Spur wurde bei Dolby über eine Matrix aus der linken und rechten Audiospur generiert. Mit Hilfe einer anderen Matrix entstand die Surround-Spur.

Seine Tests zum Stereosystem entwickelte Dolby ab 1966 in den Elstree Studios in London, wo er auf Interessenten stieß. Mit Verwunderung musste Dolby jedoch feststellen, dass das generelle Interesse an gutem Kinoton in der Filmindustrie eher gering war. "Ich erinnere mich an ein Studio, wo wir nach der Aufnahme alle noch etwas getrunken und gegessen hatten. Ich unterhielt mich mit einem Kerl, der mein Interesse für Ton in Filmen bemerkt hatte. Sein Rat war: 'Keinen interessiert der Ton in einem Film, du verschwendest deine Zeit. Die Zuschauer interessieren das Bild, die Stars, die Story, sie mögen den Glamour des Films - wen interessiert der Ton!' Es war für mich schockierend, so etwas von jemandem aus dem Filmbusiness zu hören", erzählte Dolby.

Erster Surround-Film mit Barbra Streisand

Es dauerte bis 1976, als mit A Star Is Born mit Barbra Streisand der erste Film mit Dolbys Surround-Ton in die Kinos kam. Stanley Kubricks 1971 erschienener Klassiker A Clockwork Orange erschien mit Dolbys Rauschunterdrückung, aber noch ohne Surround-Klang. Der 1975 erschienene Film Lisztomania hatte Stereoklang mit einem Center, aber ohne Surround-Sound.

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Heute können sich die meisten ein Kino ohne Surround-Sound kaum noch vorstellen. Im Laufe der kommenden Jahre wurde Dolbys Kino-Sound-System unter dem Namen Dolby Surround auch für den Heimbereich umgesetzt.

Ray Dolby hat zum Ende seines Lebens über 50 Patente besessen, 1986 wurde er als Officer in den Order Of The British Empire aufgenommen. Dolby arbeitete bis ins hohe Alter für seine Firma, hielt sich aber aus der Öffentlichkeit weitgehend fern. Von 1965 bis 2009 saß er im Vorstand der Dolby Laboratories, erst 2011 zog er sich zurück. "Die Öffentlichkeit weiß nicht viel über Ray Dolby", so Ioan Allen, Senior Vice President of Cinema Relations. "Aber sie sind sich bewusst, dass eine Kassette mit Dolby-Logo gut klingt. Dass Dolby Surround gut klingt. Sie wissen, dass 'Dolby' auf einem Kinovordach gut klingt."

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 Ray Dolby: Der Mann, der dem guten Klang seinen Namen gab
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SoniX 16. Sep 2013

Ich wusste nicht wie ich es anders ausdrücken sollte ;-) In meinem Fall sind das Filme...

SIDESTRE4M 16. Sep 2013

Ich hab später nur noch Dolby S benutzt, aber die tragbaren Geräte konnten eh nur Dolby...

Anonymer Nutzer 14. Sep 2013

Hab es auch nicht gewusst. Manche bewirken eben viel ohne jemals im Rampenlicht zu...

Lapje 13. Sep 2013

Wenn ich damals aufgepasst habe war der Unterschied von Dolby C zu den anderen Versionen...



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