Abo
  • IT-Karriere:

Nachruf: Alien-Schöpfer HR Giger mit 74 Jahren gestorben

Biomechanics, Erotomechanics, Aliens - seine Kreationen faszinierten, verwirrten und stießen ab. Alles zugleich. Ihr Schöpfer, der Schweizer Künstler HR Giger, ist am 12. Mai 2014 an den Verletzungen infolge eines Unfalls gestorben.

Artikel von veröffentlicht am
HR Giger: Oskar für das Alien
HR Giger: Oskar für das Alien (Bild: Matthias Belz/Wikipedia)

Der Schweizer Künstler Hansruedi Giger, besser bekannt als HR Giger, ist nach einem Unfall gestorben. Giger gelangte zu Weltruhm durch das Monster, das er für den Science-Fiction-Film Alien entwarf.

  • Statue von HR Giger in Chur (Foto: Andreas Donath/Golem.de)
Statue von HR Giger in Chur (Foto: Andreas Donath/Golem.de)
Stellenmarkt
  1. Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR), Berlin
  2. HOSCH Fördertechnik Recklinghausen GmbH, Recklinghausen

Giger wurde am 5. Februar 1940 in Chur geboren. Nach dem Abitur zog er 1962 nach Zürich um, wo er sich an der Hochschule für Angewandte Kunst in den Fächern Architektur und Industriedesign einschrieb. Er schloss das Studium 1966 ab und nahm danach eine Stelle bei einem Möbelhersteller an.

Von Träumen freigemalt

Bereits während seines Studiums begann Giger, der sich schon als Kind von der Düsternis angezogen fühlte, mit dem Zeichnen. Ab 1968 arbeitete er ausschließlich als Künstler sowie als Filmemacher. Giger entwickelte schnell einen eigenen Stil: Auf seinen Bildern verschmolz er Maschinen mit Lebewesen. Biomechanoiden nannte Giger diese Geschöpfe. Meist malte er sie mit Airbrush in großen Formaten. Er habe, sagte Giger 1995 in einem Interview mit dem Autor dieser Zeilen, als Kind Alpträume gehabt. Malen sei anfangs eine Art Therapie gegen die Träume gewesen: Er habe sich "davon freigemalt".

Vorwürfe wegen Pornografie

Giger malte auch immer explizit erotische Darstellungen, die Erotomechanoiden, was ihm wiederholt den Vorwurf einbrachte, Pornografie zu produzieren. In den USA kam es sogar zu einem Gerichtsverfahren gegen die kalifornische Punkband Dead Kennedys, weil diese ihrer 1985 veröffentlichten Platte Frankenchrist ein Poster mit Gigers Bild Penis Landscape beigelegt hatte. Das Verfahren wurde eingestellt. Giger selbst wehrte sich stets vehement gegen die Pornografie-Vorwürfe.

Seinen Durchbruch bereitete der Maler 1977 vor, als er den Bildband Necronomicon herausbrachte, benannt nach einem Buch, das immer wieder in den Geschichten des US-Fantasy-Autors H.P. Lovecraft auftaucht. Das Buch bekam der US-Regisseur Ridley Scott in die Finger und beauftragte daraufhin Giger damit, die Ausstattung für seinen nächsten Film zu gestalten.

Unheimliches Wesen aus dem All

Es wurde Gigers bekanntestes Werk: das Monster aus dem Film Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt aus dem Jahr 1979. Das Monster lebte wieder auf in diversen Nachfolgefilmen, in dem Prequel Prometheus sowie in den Alien-vs.-Predator-Crossovern - nicht immer übrigens mit Wissen und Wohlwollen des Künstlers.

Deutlich weniger erfolgreich war sein zweites außerirdisches Monster Sil, das Giger 1995 für den Film Species entwarf.

Plattencover für Danzig...

Auch Musiker nahmen seine Dienste in Anspruch: Für die britischen Progressive-Rocker Emerson, Lake and Palmer schuf er 1973 das Cover der Platte Brain Salad Surgery. 1992 modifizierte er für die US-Rocker Danzig sein Bild Meister und Margeritha aus dem Jahr 1976 für das Cover der Platte Danzig III: How the Gods Kill.

Für seine Landsleute Celtic Frost gestaltete er die Hülle des Albums To Mega Therion. Seine Bilder zieren auch die beiden Langspielplatten der Nachfolgeband Triptykon - Mastermind und Gründer Thomas Gabriel Fischer alias Tom G. Warrior nennt Giger in seinem Nachruf einen Mentor seit den frühen Tagen.

... und Mikrofonständer für Korn

Es blieb nicht bei Plattencovern - Giger schuf auch andere Accessoires für die Musikbranche: Der japanische Gitarrenhersteller Ibanez brachte mehrere Gitarren-Kollektionen mit Giger-Bildern auf dem Korpus heraus. Jonathan Davis, Sänger der US-Band Korn, ließ sich von Giger einen Mikrofonständer entwerfen.

Ohnehin blieb Giger seinen Anfängen treu: Er schuf immer auch Skulpturen, gestaltete Gegenstände und Möbel, wie zum Beispiel die Harkonnen-Stühle für eine Verfilmung des Science-Fiction-Romans Der Wüstenplanet, die nicht zustandekam. Sie wurden später Teil der Einrichtung der Bar, die Giger 1992 in Chur eröffnete und die er nach eigenen Angaben zeitweise nicht besuchte. Grund war das Faible der Wirtin für deutsche Schlager, die Giger nach eigenem Bekunden überhaupt nicht mochte.

Giger-Museum in Gruyères

1997 kaufte Giger das Schloss St. Germain in Gruyères im Schweizer Kanton Freiburg. Im Folgejahr wurde in dem Schloss das HR Giger Museum eröffnet. Es zeigt die Sammlung des Malers, zu der viele surrealistische Werke, etwa des Spaniers Salvador Dalí, gehören. Es zeigt aber auch Werke von Giger selbst.

Für seine Werke erhielt Giger einige bedeutende Auszeichnungen: 1980 bekam der Schweizer den Oscar in der Kategorie Beste visuelle Effekte für das Alien. 2004 verlieh ihm der Bürgermeister von Paris die Ehrenmedaille der Stadt. Im vergangenen Jahr wurde er - zusammen mit David Bowie und John Ronald Reuel Tolkien - in die Science Fiction and Fantasy Hall of Fame aufgenommen.

HR Giger starb am 12. Mai 2014 in einem Krankenhaus in Zürich. Er erlag den Verletzungen, die er sich bei einem Treppensturz in seinem Haus zugezogen hatte. Giger wurde 74 Jahre alt.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 339,00€
  2. 269,00€
  3. (u. a. Far Cry New Dawn für 19,99€, Ghost Recon Wildlands für 15,99€, Rayman Legends für 4...
  4. (u. a. PUBG für 13,99€, Final Fantasy XIV - Shadowbringers für 27,49€, Mordhau für 19,99€)

Unwichtig 15. Mai 2014

:(

Gungosh 13. Mai 2014

https://www.google.de/search?q=giger&tbm=isch


Folgen Sie uns
       


Wasserstoff-Mercedes GLC F-Cell im Test

Der Mercedes GLC F-Cell ist eines der wenigen Serienfahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb. Wir haben das Auto getestet.

Wasserstoff-Mercedes GLC F-Cell im Test Video aufrufen
Erneuerbare Energien: Die Energiewende braucht Wasserstoff
Erneuerbare Energien
Die Energiewende braucht Wasserstoff

Kein anderes Element ist so universell und dabei simpel aufgebaut wie Wasserstoff und das energiereiche Gas lässt sich aus fast jedem Energieträger gewinnen. Genauso vielseitig gestaltet sich seine Nutzung.
Ein Bericht von Jan Oliver Löfken

  1. Strom-Boje Mittelrhein Schwimmende Kraftwerke liefern Strom aus dem Rhein
  2. Speicherung von Überschussstrom Wasserstoff soll bei Engpässen helfen
  3. Energiewende DLR-Forscher bauen Kohlekraftwerke zu Stromspeichern um

iPad OS im Test: Apple entdeckt den USB-Stick
iPad OS im Test
Apple entdeckt den USB-Stick

Zusammen mit iOS 13 hat Apple eine eigene Version für seine iPads vorgestellt: iPad OS verbessert die Benutzung als Tablet tatsächlich, ein Notebook-Ersatz ist ein iPad Pro damit aber immer noch nicht. Apple bringt aber endlich Funktionen, die wir teilweise seit Jahren vermisst haben.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Tablets Apple bringt neues iPad Air und iPad Mini
  2. Eurasische Wirtschaftskommission Apple registriert sieben neue iPads
  3. Apple Es ändert sich einiges bei der App-Entwicklung für das iPad

CO2-Emissionen und Lithium: Ist das Elektroauto wirklich ein Irrweg?
CO2-Emissionen und Lithium
Ist das Elektroauto wirklich ein Irrweg?

In den vergangenen Monaten ist die Kritik an batteriebetriebenen Elektroautos stärker geworden. Golem.de hat sich die Argumente der vielen Kritiker zur CO2-Bilanz und zum Rohstoff-Abbau einmal genauer angeschaut.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Ari 458 Elektro-Lieferwagen aus Leipzig kostet knapp 14.000 Euro
  2. Nobe 100 Dreirädriges Retro-Elektroauto parkt senkrecht an der Wand
  3. Protean 360+ Neuer elektrischer Antrieb macht Kleinbusse extrem wendig

    •  /