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Nachrichten auf Persisch: Mysteriöser Geheimsender sendet offenbar aus Deutschland

Kurz nach Beginn des Irankriegs haben Funkamateure persische Zahlenkolonnen auf Kurzwelle empfangen. Der Sender soll in Deutschland stehen.
/ Tobias Költzsch
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Bei dieser Anlage soll es sich um den Sender handeln. (Bild: Google Maps/Screenshot: Golem)
Bei dieser Anlage soll es sich um den Sender handeln. Bild: Google Maps/Screenshot: Golem

Amateurfunker des Projekts Priyom glauben, den Standort eines mysteriösen Geheimsenders ermittelt zu haben. Wie der Spiegel(öffnet im neuen Fenster) berichtet, soll sich die auf Persisch sendende Station in Baden-Württemberg befinden, südwestlich von Stuttgart.

Kurz nach dem Beginn des Irankriegs haben Funkamateure auf der Kurzwellenfrequenz 7.910 kHz zweimal am Tag wiederkehrende Funksprüche entdeckt. Diese starteten mit dem Wort "tavajjoh", was auf Persisch "Achtung" bedeutet. Danach folgten auf Persisch reihenweise Ziffern, in Blöcken sortiert.

Über zwei Stunden wurden diese Zahlenkolonnen vorgelesen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es sich dabei um kodierte Nachrichten handelte. Möglich ist, dass auf diese Weise mit westlichen Agenten im Iran kommuniziert werden sollte. Vor allem während des Kalten Kriegs waren derartige Zahlensender verbreitet.

Standortermittlung mit Triangulation

Priyom glaubt, den Sender zwischen der Panzerkaserne Böblingen und den Patch Barracks der US-Armee in Stuttgart-Vaihingen lokalisiert zu haben. Mittels Triangulation(öffnet im neuen Fenster) und Multilateration(öffnet im neuen Fenster) sei man auf ein Waldgebiet nahe Böblingen gekommen. Bei Untersuchungen rund um den Sender konnte Priyom ein besonders starkes und sauberes Signal erfassen.

Kurzwellensignale können um die ganze Erde wandern, da sie von der Ionosphäre reflektiert werden. Direkt um einen Sender herum wird das Signal aber über eine Bodenwelle ausgestrahlt und ist daher besonders gut erfassbar. Bis vor einigen Jahren gab es eine Reihe von Kurzwellensendern, vor allem staatliche Sender, die bei gutem Funkwetter rund um den Globus empfangen werden konnten.

Wer für die persischen Funksprüche verantwortlich war, konnten weder Priyom noch der Spiegel herausfinden. Weder das US-Militär noch die Bundesnetzagentur oder das deutsche Verteidigungsministerium wollten sich zu der Sache äußern. Der Sender sendet weiter Zahlenkolonnen auf Persisch – seit dem 25. März 2026 aber mit wesentlich geringerer Leistung. Im Iran dürften die Nachrichten nicht mehr ankommen.


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