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Nachlese Kemeter im Basecamp: Deutsche Bahn holt 5G in ihr WLAN

Die Deutsche Bahn will Aussagen ihres CTO Nachrichtentechnik nicht so stehenlassen. WLAN im Zug bleibe und 5G werde eingesetzt.
/ Achim Sawall
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Das Lasern von Scheiben hilft bei der Mobilfunkversorgung ohne Bahn-WLAN. (Bild: Deutsche Bahn)
Das Lasern von Scheiben hilft bei der Mobilfunkversorgung ohne Bahn-WLAN. Bild: Deutsche Bahn

Die Deutsche Bahn will ihren Kunden weiterhin WLAN anbieten und hat erste Züge mit 5G-fähigen Routern im Einsatz. Das sagte eine Bahn-Sprecherin Golem.

Karsten Kemeter, CTO Nachrichtentechnik Deutsche Bahn, sagte am 11. November 2025 beim Basecamp , dass die Leistungsfähigkeit des Zug-WLAN "nicht für tausend Menschen auf einmal ausgestaltet" sei, was erheblich mehr Modems erfordern würde.

Zudem erklärte Kemeter das WLAN der Bahn zum Auslaufmodell. In der Schweiz bei den SBB (Schweizerische Bundesbahnen) wurde das laut Kemeter "noch nie angeboten und das ist dann möglicherweise auch der Endzustand. Aber im Moment bieten wir es weiter an" , sagte er.

Die Bahn-Sprecherin betonte: "Die Deutsche Bahn stellt das Angebot des Internetzugangs über WLAN nicht infrage, wird den Service auch künftig weiterentwickeln und den Fahrgästen kostenlos anbieten."

Bereits seit 2017 biete die DB kostenloses WLAN in der gesamten ICE-Flotte. "Dazu gehört, den zahlreichen vergangenen und aktuellen Technologieveränderungen zu folgen (WIFI4, WIFI5, WIFI6, 3G, 4G, 5G) und Komponenten immer wieder zu tauschen sowie regelmäßige Softwareupdates umzusetzen. Wir haben mittlerweile auch die ersten Züge mit 5G-fähigen Routern im Einsatz. In Lasttests für einen 450-Personen-Zug wurden Spitzenwerte von über 1,2 Gbit/s gemessen" , erklärte die Sprecherin.

5G Router für Bahn Wi-Fi seit Jahren vefügbar

Technisch wäre die breite Versorgung mit 5G im C-Band im Zug längst möglich. Das Intrain-Mobilfunk-Repeater-System bei der Bahn kommt von dem Schweizer Unternehmen Comlab. Pro Zugverband wird ein Icomera-X6i-Router installiert, Access Points und Wi-Fi-Antennen bringen die Konnektivität zu den Fahrgästen in anderen Waggons.

Routerhersteller Icomera verfügt mindestens seit April 2021 auch über 5G-Technik. Die schwedische Firma installiert bisher Multi-Provider-Systeme in den Zügen der Bahn. Icomera liefert die Hardware wie Antennen und Router und virtuelle Anwendungsserver für Entertainmentdienste.

Mehr Router nur als Ausfallsicherung

In neuen, ab 2021 ausgelieferten Fahrzeugen seien die Router als Ausfallsicherung doppelt ausgelegt, sagte die Bahn-Sprecherin. "Gleichzeitig setzen wir auf mobilfunkdurchlässige Scheiben, die in allen neuen Zügen, wie dem ICE3 neo und dem ICE L bereits ab Werk verbaut sind. Ältere Baureihen rüsten wir nach. Sie sorgen dafür, dass das Mobilfunksignal ungehindert in das Wageninnere kommt" , erklärte sie.

Dabei bleibe das WLAN-System in den Zügen ein Shared Medium, bei dem es vorkommen könne, dass die Belastungsgrenze erreicht werde. Bahnkunden wissen, dass das häufig der Fall ist.


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