Nachhaltigkeit: Thüringens Reparaturbonus weiter stark nachgefragt

Der Reparaturbonus wird in Thüringen weiter gut genutzt. Eine Stärkung der Gerätereparatur in ganz Deutschland wird noch geprüft.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Die Reparatur von Smartphones wird am häufigsten durch den Bonus unterstützt.
Die Reparatur von Smartphones wird am häufigsten durch den Bonus unterstützt. (Bild: Pixabay)

Drei Monate nach der Wiederauflage des Thüringer Reparaturbonus für Elektrogeräte ist die Verbrauchernachfrage nach dem Zuschuss hoch. Nach Angaben des Umweltministeriums vom Samstag haben bislang 5.675 Menschen den Bonus beantragt. Mit dem finanziellen Anreiz soll vermieden werden, dass defekte, aber noch reparaturfähige Elektrogeräte im Müll landen. Entscheiden sich Verbraucher für die Reparatur, können sie vom Land bis zur Hälfte der Kosten erstattet bekommen - höchstens jedoch 100 Euro im Jahr.

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Das Gros der Anträge beziehe sich auf Küchengeräte wie Herde, Kühlschränke sowie Computer, Laptops, Handys und Fernsehgeräte. Allein für die Reparatur von Handys gingen dem Ministerium zufolge 1.761 Anträge ein. 706 Anträge betrafen Waschmaschinen, in 551 Fällen gehe es um Kaffeemaschinen. Täglich gingen zwischen 50 und 100 Anträge bei der für die Abwicklung zuständigen Thüringer Verbraucherzentrale ein. Auffällig sei, dass rund jede dritte der eingereichten Rechnungen mehr als 200 Euro umfasse und hier die höchste Fördersumme von 100 Euro ausgezahlt werde.

Der Bonus kann für Reparaturen in Fachgeschäften, aber auch in sogenannten Repair-Cafés genutzt werden. Letzteres war bei 32 Anträgen der Fall. Mehr als jeder zweite Antragsstellende wählte für die Reparatur ein lokales Fachgeschäft.

Das Programm war bereits 2021 gestartet, der Fördertopf war bereits nach vier Monaten leer. Ende Mai wurde es neu aufgelegt. Anträge können weiterhin gestellt werden. Den Angaben zufolge ist das Fördergeld noch nicht aufgebraucht.

Verbraucherschutzminister unterstützen Konzept

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Wegen der hohen Nachfrage hat sich die rot-rot-grüne Landesregierung für dessen Ausweitung außerhalb Thüringens eingesetzt. Einen entsprechenden Vorschlag machte das Bundesland auf der Verbraucherministerkonferenz Mitte Juni 2022. Die Minister unterstützten auf ihrem Treffen in Weimar den Vorschlag. "Der Reparaturbonus kann grundsätzlich als eine Möglichkeit gesehen werden, flankierend zur effektiven Durchsetzung der Herstellerverantwortung die längere Nutzung von Produkten zu fördern und so zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise beizutragen", hieß es im Ergebnisprotokoll (PDF).

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) wurde unter anderem gebeten, "einen deutschlandweiten Reparaturindex zu prüfen, damit Verbraucherinnen und Verbrauchern möglichst schnell eine Entscheidungshilfe für die Einschätzung der Reparierbarkeit eines Produkts zur Verfügung steht". Zudem solle sie prüfen, wie Verbraucher "angeregt und unterstützt werden können, Produkte - insbesondere Elektrogeräte - länger zu nutzen". Ein Ergebnis der Prüfung liegt noch nicht vor.

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