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Nachhaltigkeit: Tesla-Gründer Straubel plant Giga-Recyclinganlagen für Akkus

Nach seinem Ausscheiden bei Tesla hat JB Straubel ein Unternehmen für Akku - Recycling gegründet. Dieses will mehrere große Anlagen in Europa bauen.
/ Werner Pluta
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JB Straubel: "Nach der Chipkrise drohen Engpässe bei den Batteriematerialien." (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)
JB Straubel: "Nach der Chipkrise drohen Engpässe bei den Batteriematerialien." Bild: Justin Sullivan/Getty Images

Akku-Recycling im Gigamaßstab: Jeffrey Brian (JB) Straubel, einer der Gründer des US-Elektroautoherstellers Tesla, will dafür sorgen, dass Akkus für Elektroautos künftig vollständig aus recyceltem Material hergestellt werden. Unter anderem plant er mehrere große Recycling-Fabriken in Europa.

Nach seinem Ausscheiden bei Tesla im Jahr 2019 hat Straubel das Unternehmen Redwood Materials(öffnet im neuen Fenster) gegründet, das sich mit dem Recycling von ausgedienten Akkus von Elektroautos ebenso wie von E-Bikes beschäftigt und daraus Rohstoffe wie Kupfer, Lithium, Nickel, Mangan oder Kobalt gewinnen will.

Die erste Fabrik von Redwood steht im US-Bundesstaat Nevada und verarbeitet rund 20.000 Tonnen Akkus im Jahr. Eine weitere, die Kupferfolien herstellt, soll in den kommenden Monaten ihren Betrieb aufnehmen. 2024 will Redwood Materials ein Werk eröffnen, das Nickel und Kobalt gewinnen wird.

Redwood will Milliarden investieren

Redwood Materials will nun nach Europa expandieren. Das Unternehmen plane mindestens zwei Fabriken für das Recycling und die nachhaltige Produktion von Akkumaterialien, berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel(öffnet im neuen Fenster) in der am 5. Februar erscheinenden Ausgabe (Paywall). Dafür seien Investitionen im Bereich von mehreren Milliarden Euro geplant.

Akku-Recycling bei Duesenfeld
Akku-Recycling bei Duesenfeld (03:39)

Die Standorte sind noch nicht klar. Sie sollen aber in der Nähe von bereits bestehenden Auto- und Akkufabriken gebaut werden. Es werde bereits nach geeigneten Orten gesucht, sagte Straubel dem Spiegel. Infrage kommen Deutschland, Großbritannien, Skandinavien oder Osteuropa. Deutschland werde wegen der großen Automobilindustrie und der verfügbaren Fachkräfte in Betracht gezogen.

Das Unternehmen wolle nach Europa expandieren, weil sich der Elektroautomarkt hier deutlich dynamischer entwickle als in den USA, sagte Straubel. Das Unternehmen hat bereits bestehende Niederlassungen in Norwegen und Großbritannien, eine weitere ist in Deutschland geplant.

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Recycling ist notwendig

Ohne Recycling gehe es nicht, sagte Straubel. "Nach der Chipkrise drohen als nächstes massive Engpässe bei den Batteriematerialien." Zwar reichen einer Studie aus dem Jahr 2019 zufolge die Rohstoffvorkommen für die Verkehrswende. Allerdings sind wegen der große Nachfrage und der aktuell zu geringen Fördermengen die Preise, vor allem für Lithium , immens gestiegen. Zudem seien die internationalen Lieferketten fragil, sagte Straubel.

Wie funktioniert das Akku-Recycling? - VW
Wie funktioniert das Akku-Recycling? - VW (01:39)

Redwood Materials ist jedoch nicht das einzige Unternehmen, das sich mit Akku-Recycling beschäftigt. In Niedersachsen zerlegt Duesenfeld Akkus , in Belgien Umicore, unter anderem zusammen mit Audi . Auch Volkswagen hat Anfang vergangenen Jahres eine Recycling-Anlage in Betrieb genommen .


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