Nachhaltigkeit: Mehr Haushalte investieren in die Energiewende

Nach einer Umfrage der KfW finden 92 Prozent der Haushalte erneuerbare Energien wichtig. Allerdings treibt sie nur eine kleine Gruppe voran.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Solaranlage in einem Wohngebiet
Solaranlage in einem Wohngebiet (Bild: moerschy/Pixabay)

Die Energiewende kommt in Deutschlands Haushalten zunehmend an - konkrete Schritte machen einer Umfrage der Förderbank KfW zufolge bislang aber vor allem Besserverdiener. 92 Prozent (2020: 89) der Haushalte halten demnach die Abkehr von fossilen Energieträgern wie Erdöl, Erdgas und Kohle sowie der Atomkraft hin zu erneuerbaren Energien wie Sonne, Wind und Biogas für wichtig oder sehr wichtig.

Gut ein Viertel (27 Prozent) tut bereits konkret etwas und nutzt mindestens eine alternative Technologie: beispielsweise eine Photovoltaik-Anlage, eine Holzpelletheizung oder ein E-Auto. Das sind vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Weitere 7 Prozent (2020: 4) beziehungsweise fast drei Millionen Haushalte planen die Anschaffung in den kommenden zwölf Monaten. Für die repräsentative Umfrage wurden 4.000 Haushalte in Deutschland befragt.

"Deutschland kommt bei den Energiewendetechnologien voran. Die Anzahl der Elektroautos hat sich allein in den vergangenen zwei Jahren verdreifacht, fast die Hälfte aller Haushalte kann sich vorstellen, in den nächsten zehn Jahren ein Elektroauto zu fahren", bilanzierte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib anlässlich der Vorstellung des Energiewendebarometers des staatlichen Insituts am Dienstag in Frankfurt. Bei Photovoltaik, Solarthermie und Wärmepumpen dürfte die Zehn-Prozent-Marke schon in naher Zukunft geknackt werden.

"Diese erfreulichen Zahlen überdecken jedoch, dass es weiter eine relativ kleine Gruppe ist, die diese Entwicklung treibt", stellte Köhler-Geib fest. "Klimafreundliche Technologien werden nach wie vor in erster Linie von besserverdienenden Haushalten genutzt." Das Ziel der Klimaneutralität erfordere eine flächendeckende Energiewende. "Die Transformation zur Klimaneutralität kann nur gelingen, wenn alle gesellschaftlichen Gruppen mit an Bord sind", betonte die Volkswirtin. Deshalb brauche es dringend Rahmensetzungen, die auch Einkommenschwächere mitnehmen.

Klimaschutzgesetz ohne konkrete Maßnahmen

Die Bundesregierung hat den Weg Deutschlands zu Klimaneutralität bis Mitte des Jahrhunderts im Klimaschutzgesetz verankert. Allerdings erst, nachdem das Bundesverfassungsgericht das zuvor gültige Klimaschutzgesetz von 2019 als mit den Grundrechten unvereinbar kassiert hatte.

Nach dem neuen Gesetz soll der Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlendioxid bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 verringert werden und bis 2040 um mindestens 88 Prozent. 2045 soll Deutschland demnach Klimaneutralität erreichen, also nur noch so viele Treibhausgase ausstoßen wie wieder gebunden werden können. Konkrete Maßnahmen, wie diese Ziele erreicht werden sollen, fehlen allerdings. Dabei sind immense Anstrengungen nötig, um die Ziele zu erreichen.

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