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Nachhaltigkeit: Continuum will Windkraftanlagen vollständig recyceln

Das Recycling von Rotorblättern von Windrädern ist schwierig. Das dänische Unternehmen Continuum hat nach eigenen Angaben ein Verfahren für die Verwertung von GFK entwickelt.
/ Werner Pluta
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Windräder (Symbolbild): Sie sollen zu Lärmschutzwänden oder Küchenplatten verarbreitet werden. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
Windräder (Symbolbild): Sie sollen zu Lärmschutzwänden oder Küchenplatten verarbreitet werden. Bild: Werner Pluta/Golem.de

Wohin mit den ausgedienten Windrädern? Das dänische Unternehmen Continuum Composites Recycling will die Flügel von Windrädern wiederverwerten und zu hochwertigen Baustoffen verarbeiten.

Die Flügel werden aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) hergestellt und bestehen aus Lagen von Glasfasermatten, die mit einem Kunstharz getränkt werden. Das Material ist sehr robust und widersteht Hitze und Kälte ebenso wie Nässe und intensiver ultravioletter Strahlung.

Nachteil ist, dass GFK nicht mit herkömmlichen Verfahren für das Kunststoffrecycling verarbeitet werden kann. Die Harze sind Duroplaste, die anders als Thermoplaste nicht eingeschmolzen und wieder genutzt werden können.

Rotorblätter lassen sich schlecht verbrennen

Verbrennen in einer konventionellen Müllverbrennungsanlage ist problematisch: Das Verbundmaterial liegt oft in einer großen Wandstärke vor, so dass die Temperaturen in der Müllverbrennungsanlage ihm wenig anhaben können. Es besteht sogar die Gefahr, dass die Glasfasern sich an den Wänden der Brennkammer festsetzen und diese verglasen, was im schlimmsten Fall zum Ausfall der Anlage führen kann.

In den USA landen sie auf der Müllhalde , was in Deutschland jedoch verboten ist. Alternativ kann das GFK zu Zement verarbeitet werden (g+) .

Continuum Composites Recycling (öffnet im neuen Fenster) hat nach eigenen Angaben ein Recycling-Verfahren für GFK entwickelt. Neben Rotorblättern sollen auch weitere Produkte aus diesem Material recycelt werden, wie etwa Boote.

Diese sollen zu hochwertigen Verbundplatten verarbeitet werden und können demnach als Lärmschutzwände eingesetzt werden, als Fassaden, Türen oder Küchenarbeitsplatten. Die Platten bestehen zu 92 Prozent aus Recycling-Material und sollen ihrerseits recycelbar sein.

Wie das Verfahren funktioniert, darüber macht das Unternehmen keine Angaben. Es ist aber laut Continuum(öffnet im neuen Fenster) "erprobt, patentiert und einsatzbereit" .

Continuum plant, sechs Fabriken in Europa bauen. Die erste soll in Esbjerg an der dänischen Westküste entstehen. Baubeginn soll in diesem Jahr sein. In Betrieb gehen soll sie Ende dieses oder Anfang des kommenden Jahres. Die Fabriken sollen mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben werden und jeweils rund 36.000 Tonnen GFK im Jahr verarbeiten.


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