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Besserer Beton

"Aber eine deutliche Senkung vielleicht sogar auf die Hälfte bietet die Modulbauweise auf keinen Fall", dämpft Ricarda Pätzold, verantwortlich für Stadtentwicklung, Recht und Soziales im Deutschen Institut für Urbanistik in Berlin (Difu) allzu große Erwartungen an die Preisentwicklung. "Heute ist Holzbau etwa 10 bis 15 Prozent teurer als ein vergleichbarer, konventioneller Betonbau", sagt Experte Richter. Aber durch eine CO2-Steuer könne Holzbau konkurrenzfähig werden.

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Städte mit Hunderten Hochhäusern aus Holz sieht Richter jedoch nicht. "Der Holzhochhausbau ist eine Art Leistungsschau. Quasi die Formel 1, die zeigt, was technisch machbar ist." Doch auch in Häusern mit wenigen Geschossen könnte der Baustoff Holz wieder eine wichtigere Rolle spielen. Heute liegt der Holzanteil bei Baukonstruktionen im Durchschnitt bei 16 bis 17 Prozent. "Bis 2030 halte ich eine Steigerung auf 25 Prozent für möglich. Da ist noch viel Luft nach oben", sagt Richter.

Das gilt in erster Linie für Regionen wie Mitteleuropa, Skandinavien oder auch Kanada, wo Holz in größeren Mengen zur Verfügung steht. Aber global gesehen kann Holz keinesfalls den Bedarf für klimaschonende Bauten decken. "Wir haben auf der ganzen Welt schlicht nicht genügend Holz. Und schon gar nicht genug aus nachhaltigem Anbau", sagt Wolfram Schmidt aus dem Fachbereich Baustofftechnologie der Bundesanstalt für Materialforschung (BAM) in Berlin.

Die Zahlen geben ihm recht: Pro Jahr stehen geschätzt 2.000 Millionen Tonnen Holz etwa der achtfachen Menge an zementären Baumaterialien wie Beton gegenüber. "Und in vielen afrikanischen Staaten herrscht schon heute Holzmangel", sagt Schmidt.

"Ganz ohne Zement geht es nicht", erklärt Schmidt mit Blick auf die schnell wachsende Bevölkerung in Asien und Afrika. "Aber heute verschleudern wir Beton beim Bau. Man müsste und könnte deutlich leichter bauen", sagt der Materialexperte. So lässt sich etwa mit dem Zusatz von Fließmitteln wie Polycarboxylatethern bis zur Hälfte oder sogar mehr an Wasser in der Betonmischung einsparen. Und je weniger Wasser Beton enthält, desto höher seine Festigkeit.

"Doch betontechnisch sind wir in der Anwendung häufig noch auf dem Stand der 1950er, 1960er Jahre", sagt Schmidt. Prinzipiell ließe sich der Zementgehalt in Beton und damit auch die klimaschädliche Wirkung dieses Baustoffs sogar um bis zu zwei Drittel reduzieren. Leider werden neue Betonmischungen durch die geltenden Baunormen ausgebremst. "Ingenieure müssen wieder das Denken lernen. Und nicht mehr nur Normen blindlings anwenden", fordert Schmidt mehr Mut zur Innovation.

Neben neuen Mischungen forscht Schmidt auch an nachhaltigen Zusätzen zum Beton. "Der richtige Weg ist, viele verschiedene Baustoffe je nach Angebot in den Regionen zu nutzen", sagt er. Schmidt hat einen Abfallstoff ins Auge gefasst, der in Afrika, Asien und Südamerika in großen Mengen anfällt: Maniok, je nach Region auch Yuca oder Cassava genannt. Rund 300 Millionen Tonnen dieser Wurzelknollen werden jährlich geerntet und bilden zu Mehl verarbeitet die Nahrungsgrundlage von Abermillionen Menschen.

Die Maniok-Schalen werden bisher meist einfach verbrannt.

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berritorre 12. Aug 2019

Ich glaube, gerade Deutschland hätte es sehr gut getan, wenn zu einer bestimmten Zeit die...

rcp48 09. Aug 2019

:-) Schick mir mal deiene Email dann schick ich dir ein paar photos. da gibt es was ganz...

WaffelFry 09. Aug 2019

Immer schön für jedes Problem irgendwelche Wischi-Waschi-Lösungen überlegen... ... 7,7...

JackIsBack 07. Aug 2019

+ 1000000 Du sprichst mir aus der Seele.

rcp48 07. Aug 2019

Da kann ich nur Zustimmen. Hab zwei bald 3 Anlagen am Laufen. Anlage 1 10 jahre alt...


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