Nachhaltigkeit: Australische Forscher gewinnen Wasserstoff aus der Luft

Wasserstoff gewinnen ohne Wasser? Geht. Die Luft enthält genug Feuchtigkeit, auch in der Wüste.

Artikel veröffentlicht am ,
Wasserstofftankstelle (Symbolbild): Das System arbeitet auch noch bei 4 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit.
Wasserstofftankstelle (Symbolbild): Das System arbeitet auch noch bei 4 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit. (Bild: Sean Gallup/Getty Image)

Wasserstoff gilt als wichtiger Energieträger. Aber wo soll das Wasser dafür herkommen - vor allem in trockenen Regionen, wo genug Solarstrom für die Elektrolyse zur Verfügung steht? Ein Team aus Australien hat eine Lösung gefunden: aus der Luft.

Stellenmarkt
  1. SAP Basis Administrator (m/w/x)
    über duerenhoff GmbH, Raum Karlsruhe, Remote
  2. Consultant Virtualisierung (m/w/d)
    ORBIT Gesellschaft für Applikations- und Informationssysteme mbH, Bonn
Detailsuche

In den Regionen der Welt, in denen es das größte Potenzial für Wind- und Solarstrom gebe, herrsche ein Mangel an Wasser, schreibt das Team von der University of Melbourne in der Fachzeitschrift Nature Communications. Allerdings enthalte die Luft auch in den trockensten Regionen der Erde genug Feuchtigkeit. Selbst in der Sahelzone oder im Innern Australiens am Uluru (Ayers Rock) betrage die relative Luftfeuchtigkeit noch 20 respektive 21 Prozent.

Das Team um Jining Guo hat ein Direct-Air-Elektrolyse-Modul (DAE) entwickelt, das die Luftfeuchtigkeit zur Gewinnung von Wasserstoff nutzt. Es kann ihren Angaben zufolge selbst bei nur vier Prozent Luftfeuchtigkeit arbeiten und grünen Wasserstoff unter minimalem Umwelteinfluss gewinnen.

Elektrolyt absorbiert Wasser

Das DAE-Modul besteht aus zwei gitterförmigen Platinelektroden, zwischen denen sich ein Block aus Glaswolle befindet. Er hat eine schwammartige Struktur und ist mit einem wasseranziehenden Elektrolyt getränkt, der Wasserdampf aus der Luft absorbiert. Das Wasser wird dann in Sauerstoff und Wasserstoff gespalten.

Golem Karrierewelt
  1. C++ Programmierung Grundlagen (keine Vorkenntnisse benötigt): virtueller Drei-Tage-Workshop
    07.-09.11.2022, virtuell
  2. Apache Kafka Grundlagen: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    22./23.11.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Das Team nutzte Schwefelsäure als Elektrolyt. Möglich wäre aber auch Kalilauge, die mehr Wasser absorbiert. Allerdings reagiert die Kalilauge mit dem Kohlendioxid der Luft. Wenn es möglich sei, das Kohlendioxid aus der Zuluft zu filtern, wäre die Kalilauge die erste Wahl für das Elektrolyt, schreibt das Team.

Die Forscher testeten das Verfahren mit einem Prototypsystem, das aus fünf Modulen und einem Solarmodul bestand, das den Strom lieferte. Alternativ könnte auch eine Windkraftanlage eingesetzt werden. Das System war zwölf Tage lang bei relativen Luftfeuchtigkeiten zwischen 20 und 40 Prozent im Einsatz.

Wasserstoff für alle: Wie wir der Öl-, Klima- und Kostenfalle entkommen

Am sonnigen ersten Tag lieferte das Solarmodul stabil etwa 400  Milliampere und eine Spannung von knapp 2,7 Volt. Das reichte, um 186 Milliliter Wasserstoff in der Stunde zu gewinnen, was einer Tagesproduktion von 1,49 Litern entspricht. Bei bewölktem Himmel lag der Ausstoß deutlich niedriger, bei etwa 21 Milliliter Wasserstoff in der Stunde.

Der Faradaysche Wirkungsgrad lag nach Angaben des Teams bei etwa 95 Prozent beim Wasserstoff. Nach Ablauf des Tests ließen die Forscher das System ohne Aufsicht und Wartung weiterlaufen. Nach acht Monaten betrug der Faradaysche Wirkungsgrad für den Wasserstoff noch etwa 90 Prozent.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


jonasz 09. Sep 2022 / Themenstart

Befüllungsflaschen liegen bei 200l im Normalfall und können eigentlich beliebig lang...

M.P. 08. Sep 2022 / Themenstart

Das sind schon immense Mengen Luft, die da "gesiebt" werden müssen ... Ein Kilogramm...

M.P. 07. Sep 2022 / Themenstart

... wäre das doch ggfs. sogar nützlich .... Mit dem Kohlendioxid und dem Wasserstoff wäre...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Minority Report wird 20 Jahre alt
Die Zukunft wird immer gegenwärtiger

Minority Report zog aus, die Zukunft des Jahres 2054 vorherzusagen. 20 Jahre später scheint so manches noch prophetischer.
Von Peter Osteried

Minority Report wird 20 Jahre alt: Die Zukunft wird immer gegenwärtiger
Artikel
  1. Gegen Agile Unlust: Macht es wie Bruce Lee
    Gegen Agile Unlust
    Macht es wie Bruce Lee

    Unser Autor macht seit vielen Jahren agile Projekte und kennt "agile Unlust". Er weiß, warum sie entsteht, und auch, wie man gegen sie ankommen kann.
    Ein Erfahrungsbericht von Marvin Engel

  2. Luftfahrt: Wisk Aero zeigt autonomes Flugtaxi
    Luftfahrt
    Wisk Aero zeigt autonomes Flugtaxi

    Das senkrecht startende und landende Lufttaxi soll in fünf Jahren im regulären Einsatz sein.

  3. Firefly Aerospace: Rakete erreicht den Orbit
    Firefly Aerospace
    Rakete erreicht den Orbit

    Der zweite Start der Alpha-Rakete war erfolgreich. Sie hat Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn ausgesetzt.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MindFactory (u. a. PowerColor RX 6700 XT Hellhound 489€, ASRock RX 6600 XT Challenger D OC 388€) • Kingston NV2 1TB (PS5) 72,99€ • be quiet! Silent Loop 2 240 99,90€ • Star Wars: Squadrons PS4a 5€ • Acer 24"-FHD/165 Hz 149€ + Cashback • PCGH-Ratgeber-PC 3000 Radeon Edition 2.500€ [Werbung]
    •  /